Letzte Sommertour

War das heute schön. Auch wettermäßig. Noch ein herrlicher Sommertag, endlich mal wieder, kurz bevor dieserjener Sommer sich verabschieden wird. Und so ein Tag muss selbstverständlich genutzt werden. Ich hoffe ihr habt dies getan und nicht etwa eure Zeit im Internet vertrödelt. Es sei denn, ihr habt diese Seite hier besucht, das ist natürlich was anderes.

Ich jedenfalls war unterwegs. Mit dem Fahrrad, klar. Ich kann ja gar nicht mehr anders. Und habe Schabernack mit einem Pinguin getrieben, eine Apfelrast eingelegt und die Wuschelkühe besucht. Und mich selbst überrascht.

Schabernack mit Pinguin

Schabernack mit Pinguin


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Magie des Moments

Samstagmorgen, zwischen halb und um sieben. Spätsommer. Die Sonne kommt langsam durch die Wolken. Über der Landschaft liegt noch ein wenig vom Nebel der Nacht. Es ist kaum ein Mensch unterwegs. Die Welt erwacht langsam. Man spürt die Frische auf der Haut. Atmet die klare Luft. Hat die Set Yourself on Fire von den Stars auf den Ohren und spürt jede Note noch viel stärker als sonst.

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(Stars – Ageless Beauty)

Kulturelle Arena-Nachbetrachtung

And now for something completely different. Ich habe einen kleinen Konzertbericht geschrieben. Klein deswegen, weil wenig Zeit und so. Finden kann man den hier. Es geht dabei natürlich um die Kulturarena, besser gesagt den Abschluss dieser mit der Amsterdam Klezmer Band. Hatte ich ja auch schon mal hier erwähnt. Mitten in der Nacht, unter Alkoholeinfluss. Aber mal was zur Kulturarena. Ich bin ja wirklich froh und dankbar dafür, dass ich diese Veranstaltung so oft besuchen durfte. Weil es meinen Horizont doch sehr erweitert hat. Schade nur, dass ich doch auch viel verpasst habe. Weil neben dem Arbeiten oft einfach die Kraft bei mir gefehlt hat. Aber eben, kann man jetzt auch nicht mehr ändern. Gibt schlimmeres.

Stattdessen mag ich lieber was zum Thema der neuen Umfrage erzählen. Milch also. Weil damals, als der kleine Danny noch in der Grundschule war, da gab es noch Schulmilch. Kennt ihr sowas auch? Bei meinem Bruder gab es das nach der Wende auch noch, aber das war anders. Da gab es Milch in Tetrapacks. Bei uns gab es damals die Milch in Glasflaschen. Auf denen kein richtiger Deckel war, sondern nur eine Kappe aus Alufolie. So wurde die Milch ja grundsätzlich in der DDR verkauft. War natürlich doof, wenn die Alufolienkappen (Haha, das erinnert mich jetzt aber an was anderes.) kaputt waren. Und zwei Schüler mussten jeden Tag den Kasten Milch aus der Kantine holen. Ich war immer in der ersten Woche nach den Ferien dran, weil mein Nachname ja mit B beginnt (Hätte jetzt niemand gedacht, gell.) und ich deswegen ganz oben im Klassenbuch stand.
Ist aber alles gar nicht so interessant. Aber es gab damals drei Geschmacksrichtungen. Schoko, Erdbeer und Vanille. Interessant war dabei, dass die Vorlieben für bestimmte Geschmacksrichtungen von der Herkunft des Kindes abhängig waren. War wirklich so, ich schwör. Es gab Schoko- und Erdbeer-Dörfer. Und dabei ist auch kein Kind aus der Reihe getanzt. Womit das zusammengehangen haben könnte, darüber könnt ihr gern mit mir spekulieren. Für die beste Idee gibt es einen Spekulatius. Wahlweise auch mit Schoko-Geschmack.

Olympische Nachbetrachtung

Olympia 2008 ist Geschichte, meine ich mitbekommen zu haben. Vollständig konnte man diesem Thema ja auch nicht entgehen. Wobei die Berichterstattung in Deutschland ja immer zwischen Dopingdiskussionen und Entsetzen über das Abschneiden deutscher Athleten schwankte. In meinen Augen absolut lächerlich. Entweder will man Welterfolge, dann aber mit allen Mitteln. Oder man ist einfach mal stolz darauf, sich nicht so zu verkaufen, wie andere. Aber egal. Eigentlich kann man nur froh sein, dass dieses Horrorkabinett endlich geschlossen wurde. Da gewinnt ein Mensch acht Goldmedaillen und stellt dabei sieben Weltrekorde auf. Mindestens so pervers wie der neue Weltrekord im 100 Meter Sprint. Und vieles mehr. Kein vernünftiger Mensch wird glauben, dass solche Leistungen mögliche sind, ohne dass dafür massiv in den menschlichen Organismus eingegriffen wurde. Und wenn schon Fechter und Schützen des Dopings überführt werden, kann man sich ja ausmalen, wie verseucht der Leistungssport insgesamt ist.

Den Verantwortlichen kann das egal sein. Ist es ja auch. Die machen Milliarden Umsätze mit dieser Veranstaltung. Auf wessen Kosten, das interessiert diese Leute nicht. Weiterlesen

Wurzelwerk

Als Max die Musik hörte, zerschmolz sofort etwas in ihm. Niemand brauchte ihm etwas über den Status dieser Musik und ihr Verhältnis zu beispielsweise der Großen Fuge zu erzählen: das drückten schon die glänzenden Hemden mit den weiten Ärmeln aus. Aber zugleich hielt sich darin etwas verborgen, das bei Beethoven nicht vorkam und auch nicht bei Bach, und das er schon empfand, wenn er zu Hause auf dem Flügel die harmonische Zigeunertonleiter mit erhöhten vierten Noten spielte: den mitteleuropäischen-zigeunerhaften Schluchzer, der ihn wehrlos machte.

Harry Mulisch – Die Entdeckung des Himmels

Ich mag dieses Bild. Ich liebe dieses Bild. Von dem Mann, der komplett von der Musik ergriffen wird. Wie die Musik in ihn eindringt und Erinnerungen hervor bringt, die schon längst vergessen waren. Weil die Musik Teil von ihm ist und ein Stück seiner Herkunft. Und er darin in diesem Moment völlig aufgeht. Auch wenn der Autor das nicht so offensichtlich formuliert.

Heute gab es zwar keine echte Zigeunermusik auf der KulturArena. Aber Klezmer, von der Amsterdam Klezmer Band. Amsterdam, also der Stadt, in der Max das Zigeunerkonzert erlebte. Und ich mag dieses Bild eben auch deswegen, weil diese Musik Melancholie und Fröhlichkeit vereint. Und diese wirklich tiefe Traurigkeit, ganz egal ob in Judentum oder anderen Volksstämmen verwurzelt, kann man wohl nur wirklich spüren, wenn man die ganze Geschichte kennt, die dahinter steckt. Noch mehr natürlich, wenn die Geschichte in einem selber steckt. Wie bei Max.

Ich liebe ja auch dieses Buch. Weil es Leben verändern kann. Und Lebenseinstellungen. Weil es zeigt, dass nichts im Leben ohne Grund passiert. Alles baut aufeinander auf. Nichts kann allein existieren. Jeder Moment hat seinen Platz. Und wenn die Zeit, die man gerade durchmacht, noch so schwer ist, sie ist wichtig. Denn sie bereitet den Weg für schönere Momente. Das ist das Leben.
Und ich hoffe, die zwei Menschen, denen ich dieses Buch geschenkt habe, wissen genau das zu schätzen. Nicht jetzt, aber irgendwann einmal.