Wenn jemandem ein Autofahrer ins ans Rad fährt und dann meint, man wäre ja viel zu schnell gefahren, weil man ja noch ganz außer Atem sei, dann ist das dreist. Schließlich ist man deshalb außer Atem, weil der Puls nun mal in die Höhe schnellt, wenn urplötzlich vor einem ein Auto auftaucht und man eine Vollbremsung hinlegen muss, obwohl überall noch vereiste Stellen sind. Ach, ich hasse das alles.
Archiv für den Monat Januar 2009
Zeilenschlag
Jaja, ich habe heute zu viel Zeit. Weil ich nämlich alles, was ich mir vorgenommen habe, nicht in die Tat umgesetzt habe. Ich war nicht auf der Post und habe das Paket mit der guten Gabel für die weiße Möhre abgeschickt. Ich habe die leeren Rivella-Flaschen nicht weg gebracht. Ich war nicht einkaufen. Und, am schlimmsten, ich war nicht beim Frisör. Deswegen kann ich jetzt nur noch mit Mütze aus dem Haus. Zum Glück ist Winter.
Dafür war ich den ganzen Tag daheim. Und habe nichts gemacht. Weil nämlich, ich bin tot – al fertig.
Nur im Internet war ich unterwegs. Hab Schlagzeilen gelesen, einige. Und darum geht es hier eigentlich auch. So eine Schlagzeile ist ja wichtig. Schon die halbe Miete würden einige sagen. Sowas wie der Schlag auf der Erdbeertorte würden andere sagen. Versteht jetzt jemand das Wortspiel in meiner Überschrift?
Deswegen folgendes Beispiel: Die Meldung ist einfach nur die, dass die Anklage gegen den Typen, der den Noel Gallagher auf der Bühne bei einem Konzert in Kanada geschubst hat, von dem Vorwurf auf Körperverletzung auf schwere Körperverletzung hoch gestuft wurde. Schließlich hat sich der Noel ein paar Rippen beim Sturz gebrochen. So weit ja verständlich. Resultat dieser Hochstufung ist, dass das maximale Strafmaß demnach 14 Jahre statt 5 Jahre Haft beträgt. Aber eben das maximale Strafmaß. So muss man dem Mann erstmal die Absicht nachweisen, dass er den Herr Gallagher überhaupt verletzen wollte usw. So genau kenn ich mich da nicht aus. Ist mir auch schnurz. Aber ich bin mir sicher, dass es nie im Leben zur Höchststrafe kommen wird. Nicht für einen Rempler.
laut.de hat darüber um 9:42 Uhr berichtet. Mit der Schlagzeile: “Oasis: 14 Jahre Haft für Noel-Schubser?”. Immerhin also mit einem Fragezeichen. Könnte man noch durchgehen lassen, auch wenn’s trotzdem Schwachfug ist.
motor.de hat gegen 11 Uhr nachgezogen. Dort lautet die Schlagzeile: “14 Jahre Haft für Attacke auf Noel Gallagher”. Und so steht sie noch immer da. Auch wenn im ersten Satz geschrieben wird, dass dem Angreifer diese Strafe “nur” droht. Das lass ich einfach mal so stehen.
visions.de hat gegen 17 Uhr eine Meldung geschrieben. Im Feed steht die Schlagzeile: “14 Jahre Haft für den Angriff auf Noel Gallagher”. Ich gehe mal davon aus, dass dies die ursprüngliche Version ist. Denn jetzt steht über dem Artikel “Oasis – Angreifer droht Strafe”. Also mal eine ganz neue Feststellung. Das hätte sicher niemand erwartet.
So viel nur mal zur Qualität der großen Online-Musikmagazine in Deutschland. Das einzig Interessante an der ursprünglichen Meldung wäre mal ein Vergleich der Mindeststrafen gewesen, aber darüber ist natürlich nichts zu lesen.
Und noch eine Schlagzeile. Bei Spiegel Online, Thema ist die Trennung vom Prinzen Harry und seiner Ex Chelsy Davy. “Ex-Freundin verkündete Trennung per Facebook” kann man da lesen. Dabei geht es einfach nur um den Fakt, dass diese Chelsy in ihrem Facebook-Profil den Beziehungsstatus auf “Single” geändert hat. Wow. Also merkt euch, wenn ihr mal euren Status irgendwo ändert und daraus eine Nachricht wird, dann habt ihr es geschafft. Was auch immer.
Ich habe übrigens mal versucht, mich bei Facebook mit meinem Fahrrad zu verheiraten. Geht aber nicht, dazu bräuchte das Fahrrad erst ein Profil da. Außerdem wären das ja dann zwei Fahrräder und Facebook ist auf Monogamie ausgelegt. Darüber berichtet hat auch niemand. Auch nicht über meinen aktuellen Status, der da lautet: “Danny ist ein Weltverbesserer, weil er seinen Globus entstaubt hat.”. Schade eigentlich. Vielleicht sollte ich versuchen mich mit dieser Chelsy Davy im Facebook anzufreunden, dann wird mein Status auch endlich mal beachtet.
Benennt eine Straße nach mir!
Ich habe ja nun bald wieder mal Geburtstag. In exakt 5 Wochen. Panik! Falls mir da jemand wirklich eine Freude machen will, hier mein Wunsch: Ich hätte gern einen eigenen Radweg. “Jaaa, nee, is klar.” Aber doch, das geht wirklich. Hat sich zumindest schon mal jemand ausgedacht. Ein Rücklicht, das eine Radwegmarkierung auf die Straße projiziert.
Falls das bis dahin noch nicht realisiert werden kann, wäre ein nicht virtueller, eigener Radweg auch okay. Meine Reifenspuren sieht man eh schon überall. Ist wirklich so, könnt ihr glauben. Müsste eben nur noch jemand ein paar Striche drumherum ziehen. Also, falls mir jemand dann eine Freude machen will…
Sehnsucht
Passend zur Jahreszeit, passend zum Wetter, passend zur Stimmung:
The Presidents of the United States of America – Rot in the Sun
Aber ehrlich, schön ist das nicht mehr mit diesem Winter. Zumindest für jemanden wie mich, der den ganzen Tag draußen verbringen muss. Noch dazu auf einem Fahrrad. Denn das System namens Fahrrad ist eben doch sehr instabil. Besonders auf Schnee und vor allem Eis. Was aber vielen Autofahrern und Fußgängern nicht bewusst zu sein scheint. Also muss man noch auf deren Verhalten achten, wo man doch schon genug damit zu tun hat, das Gleichgewicht zu halten. Schlimm auch, das Eis geht nicht weg. Und die Aussichten für diese Woche sind auch eher schlecht. Dabei soll dieses dumme Eis doch nur eines tun – rot in the sun.
Tragt weiterhin die Sonne im Herzen, trotzdem.
Wetteifer
Ich bin wieder drin. In den Top 100. Momentan sogar auf Platz 78, aber das ändert sich ja ständig. Die ganze Woche war ich immer kurz vor Platz 100. Das motiviert schon. Eigentlich müsste ich aber nur langsamer fahren, würde dadurch mehr Punkte abgreifen und mich besser platzieren. Aber mit diesem System komm ich halt nicht klar, weil ich kann nicht langsam fahren.
Wie auch immer, ich bin erstmal froh, zwei Tage nicht aufs Rad zu müssen. Weil nämlich, ich bin ganz schön fertig. Leer. Wie ein Loch. Ohne Inhalt. Muss auffüllen.
Fortschritt
Ich habe das Gefühl, dass es voran geht. Und zwar Richtung Frühling. So langsam fühle ich mich auch wieder wie ein Mensch. Diese Woche hatte immerhin zweieinhalb schöne Tage. Mit ein wenig Sonne, ein wenig Wärme (also kein Frost), kaum Niederschlag und ohne Sturz. Der halbe schöne Tag war heute. Denn gegen Mittag kam dann das Sturmtief, dessen Namen ich nicht kenne. Ich hatte auf Regenschauer spekuliert, aber das Ding hat einfach Schnee mitgebracht. Und ein paar Minuten später dann Eisregen. Und Sturm, klar, heißt ja schon so. Deswegen gab es dann diesen Radfahrer, der gegen den Sturm kämpfte, dem der Eisregen ins Gesicht peitschte und der lauthals fluchte. Hoffentlich hat den keiner gesehen, ist ja peinlich.
Und noch ein Hinweis auf den Fortschritt. Hier und da hört man Vögel singen. Das tut auch gut nach der winterlichen Stille. Manchmal hört man auch einen Hund bellen. Also nicht einen Hund, sondern den Hund. Ich habe sie nämlich seit drei Monaten nicht mehr gesehen. Das drückt schon aufs Herz. Nur einmal habe ich sie gehört. Aber da war ich so weit entfernt, dass ich sie noch nicht mal erspähen konnte. So sehr ich mich auch anstrengte. Bis heute. Heute hat sie wieder gebellt. Und ihr strahlend weißes Fell präsentiert. Aber ich war wieder auf der anderen Straßenseite. Verdammt, ist das tragisch.
PS: Nicht zu vergessen, weil auch ein deutlicher Hinweis. Es wird früh schon hell, wenn Richtung Arbeit aufbreche. Außer Samstags.

