Ein Bundesland unter Schock

Das ist eine Schlagzeile bei der SZ online. Es geht dabei, man kann es vielleicht erraten, um den Skiunfall vom Althaus Dieter. Eine schlimme Sache, keine Frage. Überhaupt scheint ja derzeit Skifahren für Thüringer besonders gefährlich zu sein. Zumindest in Österreich. Zum Glück kann ich das nicht.
Aber selbstverständlich ist diese Schlagzeile totaler Quatsch. Ich wette die Mehrheit der Thüringer wusste bis vor kurzem noch nicht mal, wer ihr Ministerpräsident ist. Mich eingeschlossen, muss ich ehrlich zugeben. Wer soll sich in einem Land, das seit Jahrhunderten (ungefähr) von einer Partei mit absoluter Mehrheit regiert wird, auch noch für Politik interessieren. Das Einzige, was ich mit diesem Mann in Verbindung bringen kann, ist die Begebenheit, wie eben jener anno dazumal bei einer Veranstaltung zur Gründung des Gymnasiums, welches im weiteren Verlauf der Zeit, zumindest bis ich das Abitur an jenem Ort ablegte, mit meinem Besuch beehrt wurde, das Wörtchen “Niveau” falsch aussprach.
Trotzdem wünsche ich diesem Mann baldige Genesung.

Aber mal ein Wort zu unserer Landespolitik. Es gibt wenige Dinge, die mich wirklich wütend machen. Aber auf meiner letzten Tour gab es mal wieder so einen Moment. Denn ich musste feststellen, dass (mal wieder) ein wunderbarer Waldweg platt gewalzt und asphaltiert wurde. Völlig unsinnig. Denn dieser Weg wird weder stark befahren, noch führt er zu irgendeiner relevanten Stelle. Ganz im Gegenteil, bisher war dieser Ort ein wahres Idyll, wo man Rehe beobachten oder die absolute Ruhe genießen konnte. Aber das hat wohl jemanden gestört. Und irgendwo gab es wohl zu viel Geld, also ist dieser Weg jetzt asphaltiert. Wie so viele andere Wege auch. Und wenn nicht, dann wurde die meisten Wege zu Waldautobahnen ausgebaut. Also auf mindestens zwei Meter Breite vergrößert und mit Kies aufgeschüttet. Das Schlimme ist eben, dass man solche Eingriffe in die Natur nie wieder hundertprozentig rückgängig machen kann. Aber das will offensichtlich eh niemand, ganz im Gegenteil. Ich versteh sowas beim besten Willen nicht. Zumal dieser eine Weg, der jetzt asphaltiert wurde, bei Starkregen regelmäßig überflutet wird. Und jetzt das Wasser natürlich noch schlechter ablaufen kann. Dafür kann man mit Autos drüber fahren. Was für ein Fortschritt. Man möchte nur noch kotzen angesichts dessen. Zumindest geht es mir so. Und ich hoffe ja immer insgeheim, dass die dafür verantwortliche Landesregierung bei den Wahlen in diesem Jahr für solche Taten einen Denkzettel erhält. Aber dazu müsste die hochgelobte Demokratie ja auch mal funktionieren.
Ansonsten ist Thüringen demnächst eben nicht für seinen Wald, sondern für seine asphaltierten Waldwege bekannt. Hat ja vielleicht auch was. Nur für mich eben nicht.

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