Zum letzten Mal in diesem Jahr gibt es hier was zum Thema Radsport/Doping. Mittlerweile muss man es ja schon genau so schreiben. Nur müsste man dann konsequenterweise diesen Zusatz hinter nahezu jede Sportart setzen. Aber im Allgemeinen reicht es ja, eine Sache zu verteufeln.
ARD und ZDF haben sich ja nun entschieden, die Tour de France 2009 nicht zu übertragen. Ansich nicht weiter tragisch. Denn die Berichterstattung bei diesen Sendern war, ehrlich gesagt, kaum zu ertragen. Gar nicht mal weil das Dopingproblem gern in den Vordergrund gerückt wurde, sondern weil die Moderatoren zum Großteil vom Radsport in etwa so viel Ahnung hatten, dass sie gerade mal wussten, dass ein Fahrrad nicht mehr als zwei Räder hat.
Ärgerlich dagegen ist, wie dieser Ausstieg nun begründet wird. Es ist nämlich so, die Tourberichterstattung auf diesen Sendern hatten stetig sinkende Zuschauerzahlen, seit Jahren schon. Klar, ist ja auch kein Ulle mehr da. Und deswegen war die Übertragung im Grunde nicht mehr das Geld wert, was beide Sender dafür bezahlen mussten. In nächsten Jahr wird die Anzahl der deutschen Tourteilnehmer auch sehr klein sein. Denn es gibt nur noch ein deutsches Profiteam und dieses ist auch nicht unbedingt für Erfolge gut genug. Man wäre gern eher ausgestiegen, war aber vertraglich noch gebunden. Auch jetzt ist man noch vertraglich zur Übertragung verpflichtet, bis 2011. Aber indem man das Doping als Grund anführt, versucht man aus diesen Verträgen juristisch zu entkommen.
“Der sportliche Wert der Tour de France hat sich aufgrund der gehäuften Dopingfälle und der daraus gewonnenen Erkenntnisse erheblich reduziert. Damit ist auch der programmliche Wert stark gesunken.
Das sind die Worte, mit denen der ARD-Vorsitzenden Fritz Raff den Ausstieg begründet. Da stellt sich doch die Frage, welchen sportlichen Wert dann eine Tour vor 10 Jahren hatte. Als man noch voller Elan und ohne jede Kritik übertrug. Und trotzdem eigentlich klar war, dass flächenmäßig gedopt wurde. Nur wurde dies eben nicht überprüft. Verlogener geht es wohl kaum noch. Das schlimme ist eben, dass dadurch eine ganze Sportart in Misskredit gezogen wird. Und plötzlich jeder Depp, allen voran natürlich unsere Politiker, eine Meinung dazu hat. Ohne jeden Einblick und Verständnis.
Dass man dafür weiter fleißig Sportarten sendet, wie Fußball, Biathlon oder eben rund um die Uhr von Olympia berichtet, ist einfach nicht nachvollziehbar. Einen sehr guten Kommentar von Pit Weber mit vielen Fakten dazu gibt es hier.
Übrigens, der ganze Kampf gegen das Doping im Radsport kam vor ein paar Jahren erst so richtig in Gang, weil es einige unerklärliche Todesfälle junger Radsportler gab. Diese Todesfälle gab es aber in ähnlicher Häufigkeit auch bei Fußballern. Was wurde dort getan, außer ab und an ein Benefizspiel zu veranstalten?
Österreich hat es nicht leicht in diesen Tagen. Nicht wegen den Fußballergebnissen und auch nicht, weil sich mal wieder ein Prominenter tot gefahren hat. Sondern weil der Sommertraum verpufft. Der Sommertraum des österreichischen Radsports. Was mir sehr leid tut. Besonders für Menschen wie