Album des Jahres Zwanzigelf

Jahrescharts 2011

Das Jahr ist bald Geschichte und es wird wieder Zeit, das Album des Jahres hier zu verkünden. Da es letztes Jahr so gut geklappt hatte, ziehe ich wieder meine Hörstatistik von last.fm als Entscheidungsträger heran.

  1. Teitur – Let the Dog Drive Home: Es steht in der Statistik zwar nicht oben, aber wenn man fair ist und die Counts des letzten Jahres hinzu zählt, auch in Anbetracht der Tatsache, dass das Album offiziell erst Anfang 2011 erschien, ergibt sich diese Platzierung. Völlig gerechtfertigt, denn es ist noch immer ein gern gehörtes und gehaltvolles Album. Dieses wird sicher noch sehr lange Zeit zu meinen Lieblingsalben zählen.
  2. Memphis – Here Comes A City: Dieses Album its so wunderbar simpel und randvoll mit schwer zu fassender Schönheit, dass ich es immer und immer wieder höre. So großartig. Wer es nicht kennt, hat mit Sicherheit etwas verpasst. Aber ich habe ja schon damals Bescheid gesagt.
  3. Clueso – An und für sich: Es überrascht mich schon, dass ich dieses Album so oft gehört habe. Es hat diesen Platz verdient, daran besteht kein Zweifel. Der Clueso ist zwar manchmal etwas schlicht, hat aber ein feines Werk erschaffen. Und eigenartigerweise habe ich immer auf dem Heimweg, wenn der Zug sich Erfurt näherte, ein großes Bedürfnis nach diesem Album verspürt.
  4. Death Cab for Cutie – Codes and Keys: Auch diese PLatzierung ist überraschend. Es kam mir nicht so vor, dass ich dieses Album so oft gehört habe. Aber last.fm kennt mich eben besser. Und es war ja auch eines der sehr wenigen Konzerte, die ich dieses Jahr erlebt habe.
  5. Send more cats – , please.: Und dies war das andere Konzert, die grandiose Geburtsfeier des Albums. Das war etwas ganz besonderes. Sowas bleibt im Herzen.
  6. Foo Fighters – Wasting Light: Das beste Rockalbum der letzten Jahre. Und das von so alten Säcken wie den Foos. Das zeigt aber auch, wie kaputt die Rockmusik momentan ist. Die Jugend wird gnadenlos an die Wand gespielt und die Foo Fighters hauen einfach mal ein Hammeralbum raus. So kann’s auch gehen.
  7. Beatsteaks – Boombox: Hat mich nicht wirklich überzeugt, aber ich hab es zum Joggen wohl recht oft gehört. Hat mich bestimmt auch schneller gemacht, zumindest wenn ich vom Hund verfolgt wurde.
  8. Anna Aaron – Dogs in Spirit: Diese Stimme ist der pure Wahnsinn. Ich freue mich schon darauf, diese mal live hören zu dürfen. Sehr interessant auch der Ansatz, mit dem die junge Frau an dieses Album herangegangen ist.
  9. Boy – Mutual Friends: Aufsteiger des Jahres, ganz klar. Eine Entdeckung, die außer mir noch sehr viele andere Musikliebhaber gemacht haben. Und diese beiden Frauen haben es auch verdient mit ihrer Musik Aufmerksamkeit zu erhalten. Mal schauen wie das weiter geht.
  10. Heidi Happy – Hiding With the Wolves: Eher zufällig habe ich entdeckt, dass die bezaubernde Heidi Happy auch ein neues Album zur Welt gebracht hat. Und sehr schönes. Etwas weniger verspielt als die Vorgänger. Aber gerade dadurch ein Meisterwerk.
  11. Feist – Metals: Dieses Album ist schwierig. Etwas sperrig. Ziemlich kühl und irgendwie wie ein kühler Tag bei stürmischen Wetter unter freiem Himmel. Und deswegen so großartig.

Die anderen Alben sind älteren Ursprungs, aber deswegen nicht weniger gut. Und falls es jemanden interessiert, Coldplay sind auf Platz 37. Das Album ist sicher nicht schlecht, aber es hat mich nicht gepackt. Richtig schlecht sind aber Tim Bendzko und Lana Del Rey. Die Hypes des Jahres, die, wenn es denn Gerechtigkeit gibt, ganz schnell wieder verschwinden. Können beide nicht singen, so dass ihre trotzigen Versuche in meinen Ohren Schmerzen hervorrufen. Wobei die eine mit ihren aufgespritzten Lippen zumindest eine Erklärung für diesen Makel hätte. Meine Hoffnung besteht darin, dass spätestens beim Erscheinen des Debütalbums von Frau Del Rey auch der/die Letzte merkt, dass er/sie von Universal an der Nase herum geführt wurde.

Zum Abschluss noch was Schönes, gleichzeitig auch der Bogen von den neuen zu den alten Jahrescharts. Anna Aaron mit ihrer Version von “Use Somebody”.

Happy Advent!


Monotales feat. Heidi Happy: All I Ever Get for Christmas Is Blue (Official Video)

Uih, schon der dritte Advent, es wird Zeit das Weihnachtslied 2011 vorzustellen. Es entsprang einer Zusammenarbeit der Band Monotales und der wunderbaren Heidi Happy. Und ich kenne keinen Song, der die Weihnachtsstimmung besser einfängt. Wer das auch so sieht, oder komplett anders, kann das Lied hier runterladen und bis Heiligabend (oder länger) in Dauerrotation hören. Und dazu tanzen.

Alben 2009

Wie die aufmerksamen Besucher (falls es sowas geben sollte) schon bemerkt haben, gab es dieses Jahr keine Umfrage zum Album des Jahres. Zum einen weil ich den Bezug zur Musikwelt verloren habe. Zum anderen weil meiner Meinung nach 2009 ein ganz schlechter Jahrgang war. Was aufregendes ist nicht passiert. Zumindest scheint sich der Hype um die Schrammelmusik endlich zu legen. Ob die elektronischen Aufgüsse wie The Gossip oder dieses Mädchen mit dem schrecklichen Make-up und der nervigen Stimme… ich muss mal eben googeln… La Roux mein ich… ob diese wirkliche eine Umorientierung der allgemeinen Hörerschaft hervorrufen, bleibt noch zu beweisen. Aber irgendwas Neues muss ja kommen, denn wie gesagt, der Schrammelpop und -rock ist mittlerweile so öde, dass selbst eine DJ Ötzi-CD innovativer ist. Ich habe dieses Jahr recht oft Campusradio gehört und hatte meist Mitleid mit den Hörern. Da kommen massenhaft neue Bands, meist aus England, die alle gleich klingen. Aber eben, noch ein wenig Geduld und dann hat sich das auch erledigt.

Mein persönliches Musikjahr 2009 war klein, aber fein. Ich habe mir genau fünf aktuelle Alben gekauft. Okay, die Extras von Pale gibt es kostenlos, also waren es nur vier. Und Lonely Letters von Lunik sind ja alte Songs, die neu aufgenommen wurden. Die habe ich auch nur, weil es die für 1,45 Euro gab. Mehr ist das Album auch nicht wert, wenn man mal ehrlich ist. Aber dafür gab es ja die MiNa-Liedersammlung, meine erste Anschaffung des Jahres 2009, wenn ich mich recht erinnere. Und dann waren da noch Flowers, Birds and Home von der wunderbaren Heidi Happy und das Zweitwerk Wooden Arms von Patrick Watson. Beides sehr schöne Alben und die Musik ist auch großartig. Deswegen muss ich auch nicht lang überlegen, welches meine Alben 2009 sind. Aber wie schaut das bei euch aus? Habt ihr etwas Großartiges entdeckt? Oder eine alte Liebe neu aufgefrischt?

Apropos alte Liebe, für 2010 kündigt sich ja auch schon einiges an. Zum einen das neue Album “Work” von den Laut Raus Schreiern (aka Shout Out Louds). Einen ersten, sehr vielversprechenden Song kann man sich hier auch schon runterladen. Zweitens waren die Luniklis im Studio und im ersten Quartal wird das neue Album “small lights in the dark” erscheinen. Ich bin da schon sehr gespannt drauf, auch weil jedes Lunik-Album eine neue Entwicklung verspricht. Im Gegenteil dazu werden Nada Surf demnächst ein Cover-Album veröffentlichen. Da mag ich gar nichts weiter zu sagen. Nach dem Reinfall mit dem letzten Album weiß ich auch gar nicht, ob man von dieser Band noch was erwarten kann. Abgesehen von wunderbaren Konzerten, die aber von den alten Songs leben. Quo Vadis?

Von Holz und Fröhlichkeit

Ich war gestern mal wieder an einem Konzert. Wie man mit etwas Hintergrundwissen am ersten Satz bereits erkennen kann, handelte es sich dabei um ein Konzert Schweizer Künstler. Genauer gesagt, ich habe endlich mal die Heidi Happy live erleben dürfen. Und es war wirklich bezaubernd. Ein Berichtli habe ich auch geschrieben, diesen mit Bildern aufgewertet und nun kann man diesen hier finden.

Heidi Happy ist in den nächsten Tagen übrigens noch weiter in Deutschland unterwegs. Wer Gelegenheit hat, zu einem der folgenden Termine erscheinen zu können, sollte diese unter keinen Umständen verpassen.

  • So. 17.05. Zwickau (D), Muldenbühne/Alter Gasometer
  • Di. 19.05. Freising (D), Uferlos Festival
  • Do. 21.05. Erlangen (D), E-Werk

wooden_armsUnd dann muss noch unbedingt dieses Album hier erwähnt werden. Patrick Watson, der seine Begleitmusiker, und diese sich ebenfalls, nun The Wooden Arms nennt, hat ein neues Album hervorgebracht. Es knüpft fast nahtlos an dem wunderbaren Vorgänger “Close to Paradise” an, entwickelt sich im Verlauf dann aber weiter und wird noch größer und ausschweifender. Sogar ein Fahrradlied ist drauf. Sehr empfehlenswert, finde unter anderem ich. Besonders für die ganz ruhigen Momente. Denn die Musik ist noch immer perfekte Traummusik. Einen Einblick bekommt man unter wooden-arms.com, wo man das erste Lied des Albums mit visueller Unterstützung anhören kann.

Schreibblockade

Es ist frustrierend. Es hat mich heut den ganzen Tag lang gequält. Ich kann nicht mehr schreiben. Zumindest über Musik gelingt mir dies nicht.

Heidi Happy - Flowers, Birds and HomeDa ist dieses neue Album von der Heidi Happy. Ohne Zweifel ein sehr gutes Werk, mit außergewöhnlicher Instrumentierung. Mit einer feinen Spannung zwischen der leichten, luftigen Musik (trotz Orchesterarrangierung) und den teilweise schweren, persönlichen Texten. Dazu ist noch alles aus einem Guss, wie ein großes Ganzes. Und ich würde so gern bei der Mainstage was dazu schreiben. Sogar drei Exemplare könnte ich da dank dem lieben Gregi von der Plattenfirma verlosen.

Nur fallen mir dazu nicht die richtigen Worte ein. Zumindest keine, mit denen ich selbst zufrieden wäre. Weil ich das Gefühl habe, ganz weit weg von all dem zu sein. Eben von der Musik. Die ich eigentlich nur noch nebenbei höre, nicht mehr bewusst. Dazu fehlt mir die Ruhe und Konzentration. Auch weiß ich gar nicht mehr wie sie sich anfühlt, die Musik. Mein letztes Konzert liegt auch schon viele Monate zurück. Das ist alles ganz weit weg momentan, leider.
Dabei hätte dieses Album aber eine wirklich gute Rezension verdient.
Wie komm ich aus dem Dilemma wieder raus? Hat jemand einen Tipp?

Regenschlacht und Katerlied

Gestern also das erste EM-Aus des Turniers. Leider für eine der sympathischsten Mannschaften. Da war einfach eine Menge Pech dabei und irgendwie hat man sich mit der überdurchschnittlich gut funktionierenden Drainage sogar selbst geschlagen. Denn je mehr Wasser auf dem Rasen war, desto weiter war das Kräfteverhältnis in Richtung Schweiz verschoben. Aber eben, man hat bis jetzt zwei wirklich gute Spiele abgeliefert und kann sich darin, im Gegensatz zu anderen Mannschaften (Ciao Italia) keine Vorwürfe machen.

Und wer sich trotzdem weiter die Euro 08 antun möchte, kann dies ja mit dem Katerlied zur Veranstaltung im Ohr tun. “90 Minute für mi” heißt das und kommt von Kutti MC, Heidi Happy und Baze. Anhören kann man diese hier.

Und ja, dafür hat man jetzt genug Zeit, um sich auf das wirkliche Highlight im Sportkalender zu konzentrieren. Schließlich beginnt übermorgen die wunderbare, wunderschöne Tour de Suisse.

So, und dann sollen doch bitte heute abend die Kroaten gewinnen, damit diese Mischung aus Arroganz, Überheblichkeit und mangelndem Fachwissen aus den Köpfen vieler Deutschen wieder verschwindet. Wäre schön. Ansonsten werde ich nochmal abwägen, ob ich mich nicht doch am großen EM-Fahnen-Knicken beteilige.