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Neuanfang

Wenn ich mich jetzt nicht verzählt haben sollte, dann war das Konzert am Dienstag in der Live Music Hall mein 15. Nada Surf-Konzert. Und schon das dritte in Köln. Kaum zu glauben. Und doch war diesmal einiges anders. Weiterlesen
Sparkle & Blood in Köln
Nein, es geht nicht um Karneval, sondern um Anna Aaron.
Fast zwei Jahre habe ich darauf gewartet, diese Stimme endlich live hören zu können. Man kann sich also ungefähr ausmalen, wie groß meine Vorfreude auf dieses Konzert war. Auch wenn sich viel getan hat in diesem Zeitraum. Anna Aaron hat mittlerweile ihr Debütalbum veröffentlicht und ein paar Musiker um sich geschart.
An diesem Abend sorgten hauptsächlich Schlagzeug, E-Bass und E-Gitarre neben dem Keyboard für die musikalische Ummantelung. Leider so schlecht abgemischt, dass die Stimme meist überdeckt wurde. Dafür versprühten die Lieder deutlich mehr Energie als auf festem Medium, um es positiv auszudrücken. Teilweise erinnerte es an eine Hardrock-Veranstaltung. Es waren aber keine Headbanger anwesend. Und überhaupt war das Publikum größtenteils nicht wegen Anna Aaron anwesend. Was man nur zu deutlich an der Lautstärke in ebenjenem während des Auftritts bemerkte. Teils war es an der Bar lauter als auf der Bühne. Als zweite Attraktion an diesem Abend spielten SIZARR. Diese habe ich aber nur ein Lied lang ertragen können, dann war ich froh, dass ich zum Zug musste.
Trotz dieser Umstände war es aber ein grandioses Erlebnis. Die Musik und eben vor allem diese Stimme ist unglaublich. Man spürt sie am ganzen Körper. Und dann diesen eine Lied, welcher leider noch nicht veröffentlicht wurde. Nur wer dieses “Sparkle & Blood” einmal live hört, wird verstehen können, was ich meine. So groß, so voll mit Gefühlen, so wunderbar. Da dies erst das zweite Konzert von Anna Aaron in Deutschland war, bleibt zu hoffen, dass noch viele weitere folgen werden. Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf, diese Musik wieder hören zu können. Dann sicher mit besserem Sound und aufmerksameren Publikum. Denn das hat diese Künstlerin auf jeden Fall verdient.
PS: Wer möchte kann “Sparkle (Die blöde Autokorrektur will immer Spargel daraus machen!) & Blood” jetzt schon genießen. Es existieren zwei Versionen bei Youtube, einmal diese neue hier und einmal diese Wahnsinnsliveversion.
Retrospektive
Genau eine Woche ist es her, dass ich in der Heimat war (Home is where your Jabba is.). Und mit dem Jabba die wahrscheinlich letzte Tour des Jahres 2011 gemacht habe. Schön war es. Denn der November war wettermäßig ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Leider hat aber alles ein Ende. Die Tour, der November und bald auch das Jahr. Ist aber nicht schlimm, denn jedes Ende ist auch ein Anfang.
Zwei Wochen weiter zurück liegt ein anderes Ereignis, an das ich erinnern möchte. Denn da war ich endlich wieder auf einem Konzert. Erst das dritte im Jahr 2011. Nächstes Jahr werden es sicher wieder mehr. Und deswegen und überhaupt habe ich ein paar Worte über dieses Konzert von Death Cab for Cutie im E-Werk (Köln) geschrieben, welche man hier sehr gern nachlesen kann.
Die Hauptstadt der Katzen

Sonnenuntergang vs Großstadt
Wie man unschwer erkennen kann, Berlin ist das Stichwort. Denn dort war ich letztes Wochenende. Bin über die Spree geschippert. Habe einen Flohmarkt besucht. Aber vor allem das Record Release-Konzert der wunderbaren Band Send More Cats miterleben dürfen.
Diese luden ein ins .hbc zur Zelebration anlässlich der Veröffentlichung ihres Debütalbums “, please.” Also vollständiger Titel: “Send More Cats – , please.” Und die Gäste erschienen zahlreich. Und ich bin absolut sicher, dass kein einziger seinen Besuch bereut hat.
Es gibt so ein paar Dinge, die ein großartiges Konzert ausmachen. Erstens muss natürlich die Musik und die Darbietung übermäßig gut sein. Daran bestand an diesem Abend aber kein Zweifel. Auch wenn man der Band ihre Aufregung ansah, bewirkte die Freude am Spielen schnell die nötige Lockerheit. Unterstützt wurde die Band vom wirklich fulminaten Blasmusik-Trio Lars Dieterich, Stefan Kapitzke und Andreas Dormann. Welche auch auf dem Album zu hören sind. Diese sorgten mit großer Spielfreude für wahre Begeisterungsstürme im Publikum und viel Freude, erkennbar am breiten Grinsen, bei den Mitmusikern. So steigerte man sich von einem Lied aufs andere und ich (und sicher nicht nur ich) hatte das Gefühl, dass da was ganz Großartiges passierte.
Zweiter Punkt, das Publikum. Aufmerksam soll es sein. Und dankbar für gute Unterhaltung. Klar, es gibt immer mal so Sachen wie zwei Freundinnen, die vom Aussehen des Bassisten ins Philosophieren über den eigenen Männergeschmack kommen. Aber wenn ein Lied bis zum allerletzten Ton umgeben von völliger Stille im Publikum ausklingen kann, dann geht mir persönlich sowas ganz nahe. Solche Momente gab es mehrmals an diesem Abend. Und dazwischen wieder wahre Begeisterungsstürme für die musikalische Darbietung. Mit Applaus, der von ganzem Herzen kam.
Und drittens das Zusammenspiel zwischen Musikern und Publikum. Der Austausch. Ich vermute ganz stark, dass es für einen Musiker nichts schöneres gibt, als ehrliche Anerkennung in Form von Applaus, Zuspruch, in welcher Form auch immer vermittelt, erhalten zu dürfen. Und ebenso freut es den Musikliebhaber, wenn man zuschauen kann, wie die Bewunderung bei den Musikern ankommt. Und sich beide Seiten gegenseitig bereichern. Und zwar mit einer Intensität, die ich so vorher noch nicht erlebt habe. Was für ein großartiger Abend. Ich bin wirklich dankbar dafür, dass ich dies erleben durfte.
Auch wenn ich jetzt wenig zur eigentlichen Musik geschrieben habe, der Albumkauf ist jedem ans Herz gelegt. Niemand wird es bereuen, ganz sicher. Erhältlich ist es digital z.B. bei iTunes oder hier als echte CD.
Unterhaltende Ansichtssache

Max Herre (kulturarena.de)
Ich war letztes Wochenende mal wieder bei einer Musikveranstaltung. Max Herre spielte im Rahmen der KulturArena in Jena.
Meine Erwartungen an das Konzert waren zwar nicht hoch, wurden dennoch nicht erfüllt. Aber es war eben die Veranstaltung der KulturArena, die möglichst viele junge Menschen anziehen sollte. Besonders jene, die sonst nicht zur KulturArena kommen. Und so ein Publikum will unterhalten werden, klar. Dies wurde es auch. Das ganze war eher eine Unterhaltungsveranstaltung. Der sogenannte Sänger auf der Bühne eher Animateur. Was wiederum okay war, denn musikalisch hatte dieser eh nicht viel zu bieten. Nur Lieder mit phrasenschwangeren, aber inhaltslosen Texten und langweiliger, eintöniger Instrumentierung, dazwischen immer wieder Aufgüsse alter Freundeskreis-Hits.
Klar war aber auch schnell, was man in der Lokalpresse über das Konzert schreiben wird. So kam es dann auch. Es war zu lesen vom großartigen Publikum, das mitsang und klatsche. Und vor allem davon, wie die Musiker dazu animiert wurden, vier Zugaben zu spielen. Nur war dies eben alles Inszenierung. Bereits nach fünf Liedern verschwand die Band von der Bühne um den ersten Applaus für weitere Stücke einzufordern. Oder weil sie eine Pause brauchten. Weil die Lieder so in die Länge gezogen wurden und dies ja anstrengend ist. Aber klar, wenn man nicht viele Lieder hat, muss man die wenigen eben strecken.
Aber zum Glück waren nicht alle so kritisch und so anspruchsvoll wie ich und der größte Teil des Publikums schien doch sehr begeistert von der Veranstaltung gewesen zu sein.


