Musiksommer

Letzte Woche war ich ja mal wieder bei einem Konzert und möchte hier auch gern was dazu schreiben. Und zwar hat Tina Dico in Rahmen der Kulturarena im sommerlichen Jena gespielt. Wem der Name nichts sagt, sei beruhigt, mir ging es genauso. Bis ich folgendes Video im weltweiten Netz entdeckte:

Das hat mir durchaus gefallen. Und dann fand ich noch dieses Video mit Teitur. Und da Teiturs Freunde auch meine Freunde sind, habe ich entschieden das Konzert zu besuchen.

Und dann kommt plötzlich der Helgi Jónsson auf die Bühne. Der Musiker aus Island, der damals auch zusammen mit Teitur in München gespielt hat. Auch diesmal spielte er ein paar seiner Lieder und unterhielt das Publikum mit seiner charmanten, spitzbübischen Art. Und es kam noch besser, der anschließende Auftritt war eher ein Tina und Helgi- Konzert mit Bandunterstützung. Alle Lieder wurden gemeinsam vorgetragen und diese zwei Stimmen harmonierten sehr gut miteinander. Zum Beispiel das “Sacre Cour” aus dem Video oben war in der Liveversion sehr vielschichtiger und auch ein echtes Highlight des Abends. Aber der Helgi versprach auch zum Auftakt, dass das Publikum einen sehr schönen Abend mit der Tina verleben würde. Und so kam es dann auch. Bereut habe ich den spontanen Entschluss keinesfalls.

PS: Falls sich jemand fragt, was der Teitur eigentlich derzeit so macht, der malt Hunde. Ist kein Witz!

Die Geister, die ich rief…

Stars - The Five Ghosts


Ich bin ja froh, dass niemand erwartet, dass ich etwas über das neue Stars-Album schreibe. Die Sonja hat es versucht und zumindest mit dem ersten Satz gehe ich völlig konform. Auch sonst habe ich wenig treffendes gefunden. Die beste Rezension ist meiner Ansicht nach bei SpiegelOnline zu finden. Bei einem sogenannten Internet-Musikmagazin fand ich noch eine nichts sagende. Und obendrein Kommentare im zugehörigen Forum von Hörer, die Musik in eine Kategorie “lahm” stecken können. Ich denke da muss man kein Wort mehr dazu verlieren.

Aber ich kann berichten, wie es mir mit dem Album ergeht. Am 21. erschien es und ich muss gestehen, nach den ersten Hördurchgängen war ich wenig überzeugt. Ich fand es schön, aber nicht groß. Und dann hatte ich plötzlich den ganzen Tag Melodien im Kopf. Wunderbare Melodien. Die ich anfangs nicht mal einzelnen Songs zuordnen konnte. Bis ich sie alle beim Hören wieder einsortiert habe. Und so fand ich den Zugang zum Album. Und ich schwöre, es sind so schöne Lieder darauf, die man mit dem Herzen hören muss. Auch wenn die Musik sich geändert hat. Weiterentwickelt ist hier aber das richtige Wort. Aber darüber sollen andere philosophieren. Ich will die Musik spüren.

Dazu passt auch, dass ich endlich ein paar Worte übers Hecker-Konzert in Gotha verfassen konnte. Nachlesen kann man diese hier. Und als Zugabe gibt es auch noch ein Video. Bitteschön.

Und ganz nebenbei, heute ist Siebenschläfer-Tag. Ergo gibt es jetzt sieben Wochen Hitze. Die Eisverkäufer wird’s freuen.

Berner Lebensart

Habe ich schon mal erwähnt, dass Bern die wunderbarste Hauptstadt der Welt ist? Wenn nicht, dann ist das hiermit nachgeholt.

Die Tage in Bern waren wirklich schön und haben mir richtig gut getan. Nicht nur, aber auch weil dort so liebe Menschen sind. Und auch, weil ich mich dort so wohl fühle. Und so habe ich wieder meine Vorräte an Gelassenheit auftanken können. Neue Eindrücke wurden auch gewonnen. Nicht nur in musikalischer Hinsicht. Wir konnten ja nicht nur Lunik live erleben, sondern auch Minor Majority. Die Konzertberichte zu diesen Veranstaltungen findet man wie immer hier.

Einige von den nicht musikalischen Eindrücken kann man auf den Bildern sehen. Die größte Attraktion in Bern sind derzeit wahrscheinlich die kleinen Bären. Der frische Nachwuchs der beiden Bären im neuen Bärengraben zog am Samstag die halbe Stadt an. Und überall wo man hinschaute, hatte die Menschen ein Glänzen in den Augen. Schön wenn Tiere so viel Freude geben können. Selbst wenn diese eingesperrt sind und man sie nur aus der Distanz sieht.

An dem Samstag, als die Bilder entstanden, konnte man auch erleben wie lebendig die Stadt ist. Es gibt Plätze, wo man sich trifft. Wir waren beispielsweise im Rosengarten, der sehr gut besucht war. Jede Stadt sollte so einen Rosengarten haben. Einen wie in Bern, nicht einen wie hier in Kahla.

Zwischentöne

Zwischendurch was musikalisches hier. Ich war letzte Woche wieder bei einem Konzert. Kettcar spielten im Kassablanca in Jena. Aufmerksame Leser wissen sicherlich, dass es dies schon mal gab. Und eigentlich war es nicht großartig anders als beim letzten Mal. Nur die Vorband namens Interstate 5 war besser, wenn auch wenig facettenreich. Und Kettcar sind halt nicht mehr als ein Haufen mittelprächtiger Musiker, die mittelprächtige Musik machen. Nur teilweise auch mit guten Texten. Insgesamt also ganz nett. Und auch wenn das Publikum zum Teil richtig doof war, war es doch ein ganz netter Abend.

Vom Saxophon und anderen Dingen

Es war eine schwere Geburt, aber jetzt ist er da. Der Bericht vom Curtis Stigers-Konzert vor einigen Tagen hier in Jena. Finden kann man diesen hier. Bilder gibt es auch, wenn auch nicht von mir. Und wer will, der kann auch mal in den Blog von Mr. Stigers schauen, auch dort finden sich ein paar Worte zum Konzert und Jena. Musik kann man da auch hören. Wobei man aber sagen muss, dass diese live gespielt mindestens doppelt so gut.

Übrigens, erkennt jemand das Lied im Titel vom vorigen Artikel?

Sophie Hunger macht Jena satt

Diese Woche war ich endlich mal wieder bei einem Konzert zugegen. Erst das dritte Mal in diesem Jahr. Dafür aber schon das zweite einer Schweizer Künstlerin. Sophie Hunger mit ihrer Band spielte auf der Kulturarena vorm Theaterhaus hier in Jena. Und gewann das Publikum nach eher verhaltenem Start letztendlich doch für sich und krönte den Abend mit etwas ganz besonderem.

Wenn eine Künstlerin scheinbar nicht auf das Publikum eingeht, ist das schwierig. Für beide, wahrscheinlich. Und so war der erste Teil des Konzertes musikalisch zwar gehaltvoll, was aber nicht jedermanns Sache im Kulturarena-Rund zu sein schien. Aber eben, irgendwann sprach Frau Hunger eben doch noch und es wurde eine richtige Unterhaltung daraus. Denn Schweigen ist nicht immer Gold.

Musikalisch gab es von ruhigen Stücken, sphärischen Klängen bis hin zu sehr dynamischen Liedern sehr viel Varianz. Ich kannte vorher so gut wie gar nichts von den Hungerschen Werken. Dafür hatte ich schon einiges an Lob über jene gehört und gelesen. Okay, die Musik ist zweifelsohne hochqualitativ. Da versteht jeder sein Handwerk und die Komposition des Ganzes stimmt ebenfalls. Aber man hat eben das Gefühl, so richtig angekommen ist diese junge Frau noch nicht. Sie sucht ihren Platz, probiert dadurch viel aus und irgendwie hat man dabei immer das Gefühl, die Angst vorm Scheitern zwischen den Tönen spüren zu können. Vielleicht ist das aber auch nur ein Missverständnis. So wie der Lautstärkepegel der Gespräche im Publikum leider immer besonders hoch war, wenn ein Lied auf Schweizerdeutsch gespielt wurde. Unverständlicherweise.

Erstaunlich war, mit wie viel Freude in den Gesichtern und mit wie viel Enthusiasmus die zweite Zugabe gespielt wurde. Dies war aber auch eine Coverversion, die wahrscheinlich beste Version von “like a rolling stone”. Und weil der Applaus daraufhin, verdientermaßen nach einem wirklich tollen Konzert, nicht enden wollte, gab es noch ein besonderes Experiment. Echte Musik, ohne jede Verstärkung. So saßen dann die Musiker mit ihren Instrumenten am Bühnenrand, das Publikum rückte näher zusammen und ein letztes Lied flog ganz sanft in die Sommernacht hinaus. Lagerfeueratmosphäre mit 2000 Menschen. Das war wirklich beeindruckend und ein würdiger Abschluss für eines der Highlights der diesjährigen Kulturarena.