Ich suche FDP-Wähler der letzten Bundestagswahl, bei denen ich mich dafür und auch dafür bedanken kann. Muss man sich das wirklich vier Jahre lang gefallen lassen?
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Koalition des Grauens
Die Tigerentenkoalitionsverhandlungen scheinen ja bald abgeschlossen zu werden. Und ich weiß langsam nicht mehr, wie ich auf Nachrichten aus Berlin reagieren soll. Kopfschütteln, Hand vor die Stirn schlagen, höhnisch Lachen, Angstschweiß… alles ohne Erfolg. Ignorieren geht ja auch nicht, schließlich greifen diese Entscheidungen ja direkt ins Leben ein. Schon allein wenn ich heute lese, dass ein Herr de Maizière Innenminister werden soll, wird mir übel. Man muss nur mal den verlinkten Wikipedia-Artikel überfliegen um zu verstehen warum. Die jetzt bekannt gewordenen Pläne für das Gesundheitswesen machen ebenso Angst.
Man möchte sich fast bei jedem FDP-Wähler persönlich bedanken. Nicht nur für die, man entschuldige das Wort, aber ein treffenderes fällt mir nicht ein, Blödheit, die Partei zu wählen, die mit ihrer Politik erst eine Finanzkrise ermöglichte. Um nicht zu sagen, die mit ihrer Einstellung zum Wirtschaftssystem geradezu für diejenigen Mechanismen steht, die zur Weltwirtschaftskrise geführt haben. Nein, jetzt kann man auch dafür danken, dass in unserer obersten Etage der Politik auch wieder ein undurchdringliches und undurchschaubares Netz gesponnen wird. Wer sich nicht mehr dran erinnern kann, wozu sowas schon einmal führte, kann sich gern hier informieren.
Eine fast schon erstaunliche Leistung der FDP ist es, dass sie fast alle Wahlversprechen jetzt schon über den Jordan geschickt haben. So viel sportlichen Ehrgeiz hat nicht jede Partei. Da es aber schon immer so war, dass diese angeblich freie Partei jegliche Freiheit geopfert hat, wenn die Möglichkeit etwas Macht zu bekommen, sollte man aber schon bemerkt haben. Dachte ich zumindest bis zum Wahltag noch.
Es wird wohl Zeit die Auswanderungspläne wieder aus der Schublade zu holen.
Und alle so: Yeah!
Gestern in Hamburg:
Finde ich gut. Klar, ist keine konstruktive Auseinandersetzung mit der Politik. Aber eine angemessene Reaktion auf die Phrasendrescherei in der Politik. Man beachte nur mal, inwiefern Frau Merkel auf die Gegebenheiten eingeht. Nämlich gar nicht. Bleibt nur die Hoffnung, dass all die Yeah-Rufer auch wählen gehen und dabei ihre wertvolle Stimme nicht verschwenden.
Ausgangspunkt für diese Aktion war übrigens eine kleine “Schmiererei” auf einem Wahlplakat, welche im Internet gelandet ist, nämlich hier.
Wahlgang

Wahlunterlagen
Was ich gewählt habe, ist geheim. Wem ich meine Stimme sicher nicht gegeben habe: der Piratenpartei.
Mir schwant ich habe ganz schlimmes Deutsch benützt. Ich brauch halt endlich Urlaub.
Dolles Thüringen
Morgen ist Landtagswahl in Thüringen. Unser (noch) Ministerpräsident ist ja mittlerweile weltbekannt. Was ich von jenem Menschen halte, habe ich ja schon mal angedeutet. Und dass durch Aktionen wie Hubschrauberflüge im Wahlkampf auf Staatskosten, versteckter Wahlwerbung der CDU in einer Zeitungsbeilage und vor allem den Äußerungen zu seinem Skiunfall während des Wahlkampfes meine Sympathien für Herrn Althaus nicht angewachsen sind, kann man sich vielleicht denken.
Meinen Wunsch für die Zukunft hat eine Partei bereits auf ihre Plakate gedruckt: Alt raus, grün rein. Deswegen bitte Daumen drücken morgen. Oder eben noch besser, wählen gehen. Zumindest wenn man in Thüringen wohnt. Danke.
Ein Bundesland unter Schock
Das ist eine Schlagzeile bei der SZ online. Es geht dabei, man kann es vielleicht erraten, um den Skiunfall vom Althaus Dieter. Eine schlimme Sache, keine Frage. Überhaupt scheint ja derzeit Skifahren für Thüringer besonders gefährlich zu sein. Zumindest in Österreich. Zum Glück kann ich das nicht.
Aber selbstverständlich ist diese Schlagzeile totaler Quatsch. Ich wette die Mehrheit der Thüringer wusste bis vor kurzem noch nicht mal, wer ihr Ministerpräsident ist. Mich eingeschlossen, muss ich ehrlich zugeben. Wer soll sich in einem Land, das seit Jahrhunderten (ungefähr) von einer Partei mit absoluter Mehrheit regiert wird, auch noch für Politik interessieren. Das Einzige, was ich mit diesem Mann in Verbindung bringen kann, ist die Begebenheit, wie eben jener anno dazumal bei einer Veranstaltung zur Gründung des Gymnasiums, welches im weiteren Verlauf der Zeit, zumindest bis ich das Abitur an jenem Ort ablegte, mit meinem Besuch beehrt wurde, das Wörtchen “Niveau” falsch aussprach.
Trotzdem wünsche ich diesem Mann baldige Genesung.
Aber mal ein Wort zu unserer Landespolitik. Es gibt wenige Dinge, die mich wirklich wütend machen. Aber auf meiner letzten Tour gab es mal wieder so einen Moment. Denn ich musste feststellen, dass (mal wieder) ein wunderbarer Waldweg platt gewalzt und asphaltiert wurde. Völlig unsinnig. Denn dieser Weg wird weder stark befahren, noch führt er zu irgendeiner relevanten Stelle. Ganz im Gegenteil, bisher war dieser Ort ein wahres Idyll, wo man Rehe beobachten oder die absolute Ruhe genießen konnte. Aber das hat wohl jemanden gestört. Und irgendwo gab es wohl zu viel Geld, also ist dieser Weg jetzt asphaltiert. Wie so viele andere Wege auch. Und wenn nicht, dann wurde die meisten Wege zu Waldautobahnen ausgebaut. Also auf mindestens zwei Meter Breite vergrößert und mit Kies aufgeschüttet. Das Schlimme ist eben, dass man solche Eingriffe in die Natur nie wieder hundertprozentig rückgängig machen kann. Aber das will offensichtlich eh niemand, ganz im Gegenteil. Ich versteh sowas beim besten Willen nicht. Zumal dieser eine Weg, der jetzt asphaltiert wurde, bei Starkregen regelmäßig überflutet wird. Und jetzt das Wasser natürlich noch schlechter ablaufen kann. Dafür kann man mit Autos drüber fahren. Was für ein Fortschritt. Man möchte nur noch kotzen angesichts dessen. Zumindest geht es mir so. Und ich hoffe ja immer insgeheim, dass die dafür verantwortliche Landesregierung bei den Wahlen in diesem Jahr für solche Taten einen Denkzettel erhält. Aber dazu müsste die hochgelobte Demokratie ja auch mal funktionieren.
Ansonsten ist Thüringen demnächst eben nicht für seinen Wald, sondern für seine asphaltierten Waldwege bekannt. Hat ja vielleicht auch was. Nur für mich eben nicht.