Vor exakt einer Woche saß man in Riva del Garda und genoss ein leckeres Eis. Und nun erscheint einem dieser Moment schon wieder Ewigkeiten zurück. So schnell wurde man schon wieder vom Alltag eingeholt. Alltag garniert mit grauem Himmel und einer großen Portion Sehnsucht. Und schon erscheint einem die Woche der Alpenüberquerung wie ein Traum.
Als man also vor einer Woche am Gardasee saß, gingen einem viele Gedanken durch den Kopf. Zum einen waren da all die großartigen Augenblicke. Die herrlichen Aussichten, die leider auch den Fotos nur noch mindestens halb so beeindruckend sind. Und dazu der Stolz darüber, diese Berge, die die großen Ausblicke boten, mit eigener Kraft bezwungen zu haben. Und man dachte auch an die Mitstreiter, zumindest ging es mir so. Daran, wie fremd man sich vor dieser Tour noch war und wie sehr diese Gruppe zusammenwuchs. Und natürlich dachte man auch an sein Fahrrad, das so tapfer durchgehalten hatte.
Zum Glück ist man ja am Berg meist allein. So konnte fast keiner mitbekommen, wie sehr bei uns manchmal geflucht wurde. Anstieg auf Straße – Doof. Anstieg auf Schotter – Doof. Feine Trails – Müssen wir eh schieben. Welliges Profil – Noch ein, zwei Berge. Usw. Aber eben, als man es dann geschafft hatte, sah alles doch ganz anders aus. Die Erinnerungen an die Schiebepassagen wurden von denen an die flowigen Trails überdeckt. Die lange Schinderei bergauf wurde durch großartige Aussichten entschädigt. Und überhaupt ist alles im Nachhinein halb so schwer und doppelt so schön.
Falls jemand meine Pannenstatistik hier verfolgt, eine kurze Erklärung. Ich bin durchaus ohne jede Reifenpanne über die Alpen gekommen. Aber nach gut 5.000 Kilometern ohne Platten wurde mir dann ein überaus gefährlicher Skatepark, vielleicht sogar der gefährlichste Skatepark der Welt, zum Verhängnis. Deswegen musste der Zähler zurückgesetzt werden.