Epilog

Vor exakt einer Woche saß man in Riva del Garda und genoss ein leckeres Eis. Und nun erscheint einem dieser Moment schon wieder Ewigkeiten zurück. So schnell wurde man schon wieder vom Alltag eingeholt. Alltag garniert mit grauem Himmel und einer großen Portion Sehnsucht. Und schon erscheint einem die Woche der Alpenüberquerung wie ein Traum.

Als man also vor einer Woche am Gardasee saß, gingen einem viele Gedanken durch den Kopf. Zum einen waren da all die großartigen Augenblicke. Die herrlichen Aussichten, die leider auch den Fotos nur noch mindestens halb so beeindruckend sind. Und dazu der Stolz darüber, diese Berge, die die großen Ausblicke boten, mit eigener Kraft bezwungen zu haben. Und man dachte auch an die Mitstreiter, zumindest ging es mir so. Daran, wie fremd man sich vor dieser Tour noch war und wie sehr diese Gruppe zusammenwuchs. Und natürlich dachte man auch an sein Fahrrad, das so tapfer durchgehalten hatte.

Zum Glück ist man ja am Berg meist allein. So konnte fast keiner mitbekommen, wie sehr bei uns manchmal geflucht wurde. Anstieg auf Straße – Doof. Anstieg auf Schotter – Doof. Feine Trails – Müssen wir eh schieben. Welliges Profil – Noch ein, zwei Berge. Usw. Aber eben, als man es dann geschafft hatte, sah alles doch ganz anders aus. Die Erinnerungen an die Schiebepassagen wurden von denen an die flowigen Trails überdeckt. Die lange Schinderei bergauf wurde durch großartige Aussichten entschädigt. Und überhaupt ist alles im Nachhinein halb so schwer und doppelt so schön.

Falls jemand meine Pannenstatistik hier verfolgt, eine kurze Erklärung. Ich bin durchaus ohne jede Reifenpanne über die Alpen gekommen. Aber nach gut 5.000 Kilometern ohne Platten wurde mir dann ein überaus gefährlicher Skatepark, vielleicht sogar der gefährlichste Skatepark der Welt, zum Verhängnis. Deswegen musste der Zähler zurückgesetzt werden.

7. Etappe – Ziel


Es ging noch mal eine kleine Welle, sprich Berg, hoch, um dann einen traumhaften Ausblick auf die umliegenden Berge, Seen und Orte genießen zu können. Und man sah zum ersten Mal das Ziel, den Gardasee. Ein wirklich wunderbarer Platz ist das, der Monte Casale.

Auf der anschließenden Abfahrt (leicht welliges Profil) kam dann der Moment, wo klar wurde, dass man es wirklich geschafft hat. Man fuhr um eine Rechtskurve und sah den Gardasee direkt unter sich. Ein Augenblick der noch länger im Gedächtnis bleiben wird, ganz sicher.

Danach ging es mitsamt Klamotten ab in den See, unter den verdutzten Blicken der Strandbesucher. Und in der Nacht gab es dann auf dem Rückweg vom Pizzaessen auch den ersten richtigen Regen.

Im Großen und Ganzen war das echt die beste Alpenüberquerung, die ich bisher erlebt hab. Und ohne Quatsch, es war eine sehr schöne Woche mit sehr netten Menschen, sehr gut auswählten Touren und dem wahrscheinlich bestem Guide überhaupt. Auch weil er unser Gejammer die ganze Zeit ertragen hat. Dank an alle, die dabei waren, und natürlich auch an mein tapferes Jabba.

6. Etappe – Königsetappe


Heut gab es so viele Höhenmeter wie noch nicht, wir waren insgesamt gut 10 Stunden unterwegs und es hatte aber auch so schöne Momente wie bisher noch nicht erlebt. Großartige Aussichten auf schneebedeckte Alpenriesen, blühende Bergwiesen und mehr. Ich hoffe die Fotos sind allesamt gelungen. Dann gibt es die Aussichten auch bald hier zu sehen.

Ich habe erst heut unterwegs realisiert, dass wir ja schon morgen am Gardasee ankommen. Ein gutes Gefühl.

5. Etappe – Entschädigung


Heut gab es die bisher schönste Etappe, meiner Meinung nach. Erst ging es am Morgen an einem schönen Stausee entlang und dann ab nach oben. Auf schönen Schotterwegen, manchmal mit Kühen drauf. Am Ende war es zwar so steil, dass geschoben werden musste und dank Höhenluft war dies auch verdammt anstrengend, schön war es aber trotzdem. Und nach dem Essen in gut 2400 Meter Höhe ging es bergab, was nicht ganz ohne war. Aber sowas erzählt man lieber nicht. Hauptsache man hatte Spaß. Trotz der Tatsache, dass alle in der Gruppe schon mehr oder weniger den Verlust der bisher erbrachten Leistung spüren. Sind ja nur noch zwei Etappen bis zum Gardasee.

4. Etappe – Hitzeschlacht


Ein bissl unterschätzt wurde sie, die heutige Etappe. Aber es ging ja zuerst nur flach dahin, durchs wunderschöne Vinschgau. Schnell war es auch, sehr schnell.

Nicht mehr schnell war der Schlussanstieg. Auch nicht schön. Weil auf Straße und in Hitze und überhaupt. Nervtötend dazu. Es gibt nur einen positiven Punkt an der Sache, es ist überstanden. Morgen geht es weiter bergauf auf den höchsten Punkt der Tour.

3. Etappe – Hoch und Tiefs

Etappentechnisch gesehen gab es heut keine Hoch und Tiefs. Denn es ging nur einen Berg hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Nur war der Pass eben 2300 Meter über Meeresspiegel hoch. Und der Weg darauf lang und steil. Sehr lang und sehr steil. Zum Glück gab es im Anstieg eine Hütte, noch auf Schweizer Seite. Also mit Rivella und Käse, letzterer sogar selbstgemacht. Danach wurde der Weg dann zum Klettersteig. Was mit Fahrrad nicht so lustig, selbst wenn die Aussicht grandios ist. Dafür war die Abfahrt aber Wahnsinn, im wahrsten Sinne des Wortes.

Noch ein Tief war die Tatsache, dass mein Jabba zum Arzt musste. Insgesamt also ein eher durch wachsener Tag. Entschädigung für alles war aber die super leckere Pizza zum Abendessen. Und zudem ist da noch die Aussicht auf einen eher erholsamen Tag morgen.