Tourgedanken (6) – Ruhe nach dem Sturm

Das war ja was gestern, da hat man sich aber wirklich ein Päuschen verdient heute. Also nicht ich, sondern all die Menschen bei der Tour. Wobei Ruhetag ja nur bedeutet, einen Tag am selben Ort zu bleiben. Und auch wenn die Etappe gestern im Großen und Ganzen nicht so spannend war, der Schlussanstieg nach Prato Nevoso entschädigte dafür. Auf dem Papier sieht der gar nicht so gefährlich aus. 11 Kilometer mit durchschnittlich 6,9% Steigung, da lach ich als Mountain Biker ja eigentlich drüber. Auch wenn ich da nie so schell hochfahren werde, dass ich in einer Kurve stürzen könnte. Wobei mir das mit den breiten Reifen eh nie passieren würde. Wobei mit dem MTB auf der Straße fahren ja auch total doof ist.

Jedenfalls gab es da gestern endlich mal wieder Radsport, der glaubwürdig erschien. Nicht so wie in den Pyrenäen oder bei der Tour 2007. Gestern wurde Mann gegen Mann gekämpft. Und der Bursche unter den Männern, also Cadel Evans, hat Schwächen gezeigt. Aber es war wohl auch nicht sein Wetter. Wobei ihm so ein konstanter Anstieg eigentlich eher liegen sollte als richtige Rampen. Aber immerhin hat er bis ans Limit gekämpft, das macht ihn doch sympathisch. Und auch sein Free Tibet-Shirt unter dem Trikot.
Aber auch die anderen Fahrer in diesem Kampf waren beeindruckend. Wobei ich bei den CSC-Fahrern doch so ein wenig Zweifel habe. Aber ich glaube, wenn die medizinische Hilfsmittel benutzen, dann so schlau, dass sie nicht ans Äußerste gehen. Und so nicht Gefahr laufen, erwischt zu werden. Man weiß es nicht. Deswegen weiß man auch nicht, wo hoch nun wirklich die Leistung von Bernhard Kohl einzuschätzen ist. Das ist überhaupt das wirklich Traurige, dass man keiner erbrachten Leistung mehr traut und deswegen auch untereinander keine Vergleiche ziehen mag. Und trotzdem freue ich persönlich mich darüber, wenn ein so sympathischer Fahrer wie der Österreicher so ein Niveau zeigen kann. Er scheint ja selber darüber überrascht zu sein. Wäre schon ein schönes Bild, einen Österreicher im rot-weißen Bergtrikot am Sonntag in Paris zu sehen.

Hier noch meine persönliche Todo-Liste (ausgesprochen wie Dodo mit T) für den Ruhetag:

  • Traumjob besorgen
  • Tochter zeugen
  • Baum pflanzen
  • Haus bauen
  • das Coldplay-Orakel befragen
  • Fahrrad putzen

4 Kommentare zu „Tourgedanken (6) – Ruhe nach dem Sturm

  1. wenn ihr mal bock habt, richtige backstage-infos zu bekommen, dann schaut euch auf http://www.tourblog-gerolsteiner.de den täglichen blog an. ist ziemlich cool. und dazu gibts immer noch ein passendes filmchen!

  2. Irgendwo hab ich es ja schon mal erwähnt, dass meine Besucher nicht dumm sind. Zumindest die, die ich kenne.

  3. hi,

    genau aus diesem Grunde („Irgendwo hab ich es ja schon mal erwähnt, dass meine Besucher nicht dumm sind. Zumindest die, die ich kenne.“) nenne ich mich tourblogger, weil ich das ja auch bin. und es sind wirklich ganz nette clips, und keine „dumme“ werbung. es ist nicht meine absicht dein blog zu spammen, sondern nur den link anzubieten. naja, nichts für ungut. beste grüße

  4. Keine Angst, ich bin Herr über meinen Spamfilter. Wenn mich das als Werbung gestört hätte, wäre es verschwunden. Ich fand nur die Formulierung arg plump, deswegen der Kommentar. 😉

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