Ein Sonntagabend in den Bergen

Ein Esel ist draußen, der andere schaut schon aus dem Stall heraus.
Ein Esel ist draußen, der andere schaut schon aus dem Stall heraus.
Der lächelnde Esel.
Der lächelnde Esel.

Gestern zog es mich mal wieder Richtung Riggisberg, die Esel besuchen. Dort stand einer der Esel auf der Weide als ich ankam und es dauerte nicht lange, bis die anderen beiden auch aus dem Stall kamen. Ein paar Minuten später wurde ich belagert und angebettelt. Ich nutze die Pause neben der Eselfotographie für die weitere Tourplanung, denn eine Plan hatte ich mir nicht gemacht. Und da die Berge einladend aussahen und meine Beine sich noch gut anfühlten, machte ich mich auf Richtung Gurnigel. Dorthin, wo Anfang April noch meterhoher Schnee lag. Mit über 2’000 Höhenmetern in den Beinen, die mittlerweile nicht mehr so frisch, dafür von Krämpfen durchzogen, waren, kam ich oben an. Und konnte die Strapazen mit einer wunderschönen Aussicht im warmen Abendsonnenlicht ausgleichen. Aber nur unter Zeitdruck, denn irgendwie musste ich bis Sonnenuntergang den nächsten Bahnhof erreichen. Was mir dann auch knapp noch gelang.

Der Gantrisch in der Abendsonne.
Der Gantrisch in der Abendsonne.
Abfahrt der untergehenden Sonne entgegen.
Abfahrt der untergehenden Sonne entgegen.

Musikalische Retrospektive

In den letzten Wochen durfte ich einige musikalische Highlights erleben, deswegen wird es Zeit, endlich die Konzertagenda zu aktualisieren. Und ein paar Worte zu diesen Erlebnissen zu formulieren.

Gurtenfestival | Bern | 11.-14.07.18

Vor etwas mehr als einer Woche konnte ich das Gurtenfestival für mainstage.de besuchen, deswegen gibt es dort natürlich auch einen Bericht von mir.

https://mainstage.de/gurtenfestival-11-14-07-2018-bern-schweiz/

Es war eine schöne Zeit oben am Gurten, aber teils auch recht anstrengend. Weil das Publikum zum Teil anstrengend war. Ich habe das Gefühl, die Ignoranz der Konzertbesucher ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Da stehen Menschen vor der Bühne und unterhalten sich teilweise so laut, dass man die Musik kaum mehr wahrnehmen kann. Wenn die Band dann einen ihrer Hits spielt, geht man kurz mit, um dann wieder endlos zu quatschen, Selfies zu machen oder sich anderweitig die Zeit zu vertreiben. Was wie ein Witz klingt ist leider Realität, mehrmals habe ich dies so erlebt. Dazu kamen die vielen Glimmstängel-Abhängigen, die ihren Qualm unter den Menschen verteilen. In Sachen Tabakprävention ist die Schweiz leider noch sehr rückständig.

Aber eben, es hat auch viele schöne Momente. Und einige eindrückliche Auftritte. Für mich waren die Highlights Leoniden, Aurora und Prophets of Rage. Mehr dazu im Bericht auf mainstage.de. Die anderen Momente hatten weniger mit der Musik, als mit den Kühen oben am Gurten zu tun.

Die Gurten-Highländer und im Hintergrund das Gurtenfestival.
Die Gurten-Highländer und im Hintergrund das Gurtenfestival.

Foo Fighters | Stade de Suisse, Bern | 13.06.18

Ein weiteres musikalisches Highlight war das Foo Fighters-Konzert hier in Bern. Lang hatte ich gehadert, ob ich mir so ein Stadion-Konzert tatsächlich antun sollte. Aber eben, es sind halt die Foo Fighters, die weltbeste Rockband. Also kaufte ich mir für sehr viel Geld ein Ticket und reihte mich in die Menschenmenge im Stadion ein. Und bereute es nicht. Zwar gingen der Auftritte der Supportbands Wolf Alice und The Kills mehr oder weniger unter. Aber mit den ersten Takten von den Foo Fighters kämpfte ich mich nach vorn in den Moshpit und hatte dort eine sehr gute Zeit.

Stereofysh | Freudenzimmer, Berlin | 29.06.18

Und dann war ich noch in Berlin, denn der Stereofysh lud zum Konzert ein. Zwar ohne Moshpit, dafür aber mit Orchester auf der Bühne. Und mir fällt es echt schwer Worte zu finden, die beschreiben, wie wunderschön dieser Abend war. So schön war es, die Lieder vom Ohana-Album endlich live zu erleben. Und dann mit diesem grossartigen Orchester-Sound. Der allen Beteiligten vor und auf der Bühne sichtbar große Freude bereitete. So grandiose Momente, ähnlich wie damals beim prachtvollen Abend im Prachtwerk.

Tour zum Gantrischseeli

Am Sonntag schleppte ich meinen von der Pollenallergie geplagten Körper Richtung Alpen, um den dritten Geburtstag des Bisons endlich nachzuholen. Aus diesem Anlass wollte ich dem Bison endlich wieder ein bisschen Höhenluft zu Gemüte führen. Und so fuhren wir einfach mal der Gürbe entlang, 1’000 Höhenmeter hinauf, bis die Gürbe nur noch ein kleiner Wasserlauf… » Galerie anschauen

Vom Hörnli zum Horn

Letztes Wochenende hatte ich lieben Besuch aus dem großen Kanton. Solche Besuche sind immer eine gute Gelegenheit, um die neue Heimat ein bitzli besser kennenzulernen. So auch diesmal. Zunächst wanderten wir Richtung Voralpen, nämlich von Albligen nach Guggisberg. Zunächst ging es über grüne Wiesen und durch grüne Wälder hinab zur Sense und auf der anderen… » Galerie anschauen

Schwedische Musikwochen

Der Zufall hat dafür gesorgt, dass in dem Monat nach meinen Ferien in Schweden zwei meiner Lieblingsbands aus diesem Land Konzerte in der Schweiz spielten.

Shout Out Louds | KUFA, Lyss | 25.04.18

Mein letztes Konzert der Laut Raus Schreier ist noch nicht so lange her, das war im Oktober in Winterthur. Dieses in Lass war aber ziemlich gegensätzlich. Was wohl in erster Linie daran lag, dass es in Lass stattfand. Und an einem Mittwochabend sich offensichtlich nur wenige Menschen in die KUFA begeben. Zumindest an diesem Mittwochabend. Da zudem noch die Vorband krankheitsbedingt ausfiel, spielten die Laut Raus Schreier im kleinen Club der KUFA, vor ungefähr 60 bis 80 Besuchern. Von denen die meisten die Band vorher wohl noch nicht kannten. Zumindest wurde relativ wenig mitgesungen. Mit mehr als 15 Jahren Bühnenerfahrung machte der Band das alles aber nichts aus und sie spielten ihre wunderbaren Lieder wie gewohnt mit viel Freude. Und auch wenn das Publikum bis auf ein paar Ausnahmen recht zurückhaltend war, so war es doch ein feines Konzert. Und das kleinste Shout Out Louds-Konzert, das ich bisher erlebt habe.

No Fun At All + Not On Tour | Kiff, Aarau | 30.04.18

Sehr viel mehr Energie wurde dafür an dem Konzert in Aarau erzeugt. Alter Falter, das war eine ganz andere Kategorie, nicht nur bezüglich der Anzahl an Besuchern.

Not On Tour war die Vorband und hatten ein kleines Problem. Sie spielen sehr schnelle und wuchtige Punksongs, unter normalen Umständen zumindest. Nur mussten sie an diesem Abend ohne Drummer auskommen und kamen dementsprechend nervös auf die Bühne. Mit einem Kugelschreiber und einer Bierflasche in den Händen der Sängerin als Ersatz für den Schlagzeuger rockten sie ihre Songs dann zwar nicht so laut, aber trotzdem sehr energiegeladen und humorvoll in die Ohren der Konzertbesucher. Eine sicherlich spezielle, aber sehr lustige und sehr gute Darbietung. Das machte viel Spaß und die Nervosität in der Band verflog dann auch schnell wieder.

Danach also No Fun At All, ein Traum von mir, der sich endlich erfüllte. Vor vielen, vielen Jahren träumte ich mal bei einem NFAA-Konzert zu sein und es war so eindrücklich, dass ich dieses Erlebnis auch unbedingt in der Realität erfahren wollte. Aus diversen Gründen hat es aber nie geklappt, bis zu diesem Tag. Und auch wenn die Besetzung der Band mittlerweile eine andere ist, hat sich der Traum doch erfüllt. Denn es war dieses extrem druckvolle und energiegeladene Konzerterlebnis, von dem ich geträumt hatte. Und trotz all der Aggression genauso spaßig und freudebringend. Ganz gleich ob die alten Hits oder neue Songs gespielt wurden, die Band haute diese mit viel Wucht ins Publikum, wo sie gnadenlos und ohne Rücksicht auf Verluste abgefeiert wurden. Welch ein großer Spaß. Und dieser Ausflug in die Punkszene war obendrein sehr beruhigend. Denn viel hat sich dort in den letzten Jahren nicht geändert. Man geht zusammen ab, man feiert die Musik, man passt aufeinander auf, man trägt noch Bandshirts und das Erlebnis ist wichtiger als Videos oder Fotos. Deshalb sollte man Bands wie No Fun At All und ihre Fans immer ein bisschen im Herzen tragen.

Das erste Frühlingswochenende das Jahres.

Viel zu lange hat es gedauert, bis der Frühling endlich seine Weg hierher gefunden hat. Erst jetzt sind die Temperaturen gestiegen und das Wochenende konnte für die ersten Frühlingstouren des Jahres genutzt werden.

Der Luftikus auf dem Ulmizberg.
Der Luftikus auf dem Ulmizberg.

Am Samstag waren die Beine noch müde und schwer vom Nada Surf-Konzert, deswegen ging es nur auf eine kurze Tour. Höhenmetern sammeln am Ulmizberg und Gurten.

Heute versuchte ich mich wieder am Gurnigelpass. Den wollte ich vor gut einem Jahr bereits bezwingen, musste damals aber aufgeben, weil die Kraft nicht reichte. Auch diesmal war es ein harter Kampf und eine echte Quälerei, aber mit besserem Ende.

Der Esel in Riggisberg genießt die Wärme.
Der Esel in Riggisberg genießt die Wärme.

Die Esel mit Nachwuchs und Aussicht auf die Berge.
Die Esel mit Nachwuchs und Aussicht auf die Berge.

Zunächst fuhr ich aber Richtung Riggisberg, wo ich vor fast genau einem Jahr die Esel zum ersten Mal traf. Und Überraschung, sie haben Nachwuchs und sind jetzt zu dritt.

Die Bikestrecke ist noch tief verschneit.
Die Bikestrecke ist noch tief verschneit.

Je höher es hinauf ging und je näher der Gurnigelpass kam, desto mehr verschwand die warme Frühlingsluft. Oben lag der Schnee noch meterhoch.

Aussicht auf den Gantrisch mit viel Schnee.
Aussicht auf den Gantrisch mit viel Schnee.

Nach der Abfahrt und der damit verbundenen Vernichtung der hart erkämpften Höhenmetern wurde die Luft aber wieder wärmer und der Schnee war nur noch eine Erinnerung.

Das längste Nada Surf-Konzert der Welt.

Fast exakt zwei Jahre nach dem wilden Konzert in Köln ergab sich endlich wieder die Gelegenheit, die Herzensband live erleben zu können. Zwar haben sie kein neues Album veröffentlicht, aber es gibt trotzdem einen guten Anlass für eine Tour. Das Let Go-Album, eines der besten Alben aller Zeiten, feiert 15. Jahrestag.

Zur Feier dieses Jubiläums gab es keine Vorband, sondern das komplette Album wurde gespielt. Was ansich bereits grandios war. Nicht nur, weil es all die wunderbaren Lieder des Albums zu hören gab. Sondern weil diese über die Jahre weiter gewachsen und immer besser geworden sind. Es war ein wahres Fest, man kann es nicht anders ausdrücken.

Nach einer kurzen Pause gab es das Dessert. Halt noch ein komplettes Nada Surf-Konzert. Insgesamt fast drei Stunden großartige Livemusik. Mit sehr gutem Sound, feiner Lichtshow und vor allem viel Spielfreude auf der Bühne. Obendrein hatte die Setlist einige Überraschungen parat. Einige Lieder vom „The Proximity Effect“-Album, die schon sehr lange nicht mehr live gespielt wurden. Und auch sonst noch den ein oder anderen Song, der schon lange nicht mehr gespielt wurde. Was für ein wunderschöner Abend und ein absolut würdiges Jubiläum für das Let Go-Album.

Im Pulk mit Pulkas durch Laponia

Weit im Norden, oberhalb des Polarkreises, wurden letzte Woche neun Menschen gesichtet, die sich entgegen der örtlichen Gewohnheiten nicht per Schneemobil fortbewegten. Sondern mit Schneeschuhen und mit um die Hüften geschnallten Pulkas. Dieser Pulka-Pulk schlürfte über den Kungsleden. Durch die tief verschneite Landschaft mit frischer Tiefkühlluft. Und wenn nicht gerade die Hundeschlitten den Weg kreuzten,… » Galerie anschauen

Mit Schuhen im Schnee

Letztes Wochenende musste das Bike stehenbleiben, denn ich war zu Fuß unterwegs. In der Zentralschweiz. In den Bergen. Im tiefen Schnee. Mit Schneeschuhen. Und dank grandioser Organisation und Führung von vivatrail war es eine wunderbare Tour mit geglückter Gipfelbesteigung. Und nach dem Gipfelglück konnten wir beim lustigen und leicht rutschigen Abstieg sogar noch ein paar… » Galerie anschauen

In der Wintersonne rund um die Blueme

Frostiger Nebel in Thun
Frostiger Nebel in Thun

Am Wochenende bescherte das Wetter wieder schönsten Sonnenschein. Zumindest wenn man sich durch den Nebel weit genug nach oben kämpfte. Am Samstag ging das noch recht einfach denn der Nebel löste sich im Tagesverlauf fast auf. Aber am Sonntag lag dichter, trüber Nebel über dem Land. Und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liessen alles unter einer dicken Reifschicht gefrieren. Also blieb nur die Möglichkeit, den Frost zu überwinden und sich in Richtung Berge zu bewegen. In Thun herrschte aber noch der Frostnebel und vom blauen See war wenig zu sehen.

Rast in Heiligenschwendi
Rast in Heiligenschwendi

Allerdings riss die Nebeldecke schneller auf als gedacht, bei 850 Meter Höhe war der Sonnenschein erreicht. Zu Weihnachten musste ich noch bis zum Sonnenweg klettern, dort war gestern schon strahlender Sonnenschein. Und angenehmere Temperaturen als unten im Nebel.

Nebel über dem Thunersee und Ausblick auf das Oberland
Nebel über dem Thunersee und Ausblick auf das Oberland

Zudem war die Schneedecke, die die Gegend hier oben zu Weihnachten noch völlig überdeckte, komplett verschwunden. Mit Sonne, grünen Wiesen und Ausblick auf das wunderschöne Oberland fühlte es sich fast ein wenig wie Frühling an. Ein sehr gutes Gefühl, auch wenn man bedenkt wie lang der Winter noch dauern wird.

Ausblick auf das Nebelmeer im Zulgtal
Ausblick auf das Nebelmeer im Zulgtal

Diesmal fuhr ich nicht von Heiligenschwendi wieder hinab zum See, sondern in die andere Richtung hinüber ins Zulgtal. Und während zwischen Thun und Heiligenschwendi die Ausflügler in Kolonne unterwegs waren und die Wanderer auf den Wegen Menschenketten bildeten, war ich nun plötzlich allein im wunderschönen Wald unterwegs. Teils hatte es zwar noch etwas Eis auf den Straßen, aber es war alles problemlos befahrbar. Nicht selbstverständlich im Januar auf über 1.000 Meter Höhe. Auch im Zulgtal konnte ich anfangs noch den Sonnenschein genießen. Bis es dann doch wieder in den Nebel zurück ging, die Temperatur auf -3°C fiel und ich schlussendlich als Eiszapfen in Thun in den Zug nach Hause stieg.

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