Wurzelwerk

Als Max die Musik hörte, zerschmolz sofort etwas in ihm. Niemand brauchte ihm etwas über den Status dieser Musik und ihr Verhältnis zu beispielsweise der Großen Fuge zu erzählen: das drückten schon die glänzenden Hemden mit den weiten Ärmeln aus. Aber zugleich hielt sich darin etwas verborgen, das bei Beethoven nicht vorkam und auch nicht bei Bach, und das er schon empfand, wenn er zu Hause auf dem Flügel die harmonische Zigeunertonleiter mit erhöhten vierten Noten spielte: den mitteleuropäischen-zigeunerhaften Schluchzer, der ihn wehrlos machte.

Harry Mulisch – Die Entdeckung des Himmels

Ich mag dieses Bild. Ich liebe dieses Bild. Von dem Mann, der komplett von der Musik ergriffen wird. Wie die Musik in ihn eindringt und Erinnerungen hervor bringt, die schon längst vergessen waren. Weil die Musik Teil von ihm ist und ein Stück seiner Herkunft. Und er darin in diesem Moment völlig aufgeht. Auch wenn der Autor das nicht so offensichtlich formuliert.

Heute gab es zwar keine echte Zigeunermusik auf der KulturArena. Aber Klezmer, von der Amsterdam Klezmer Band. Amsterdam, also der Stadt, in der Max das Zigeunerkonzert erlebte. Und ich mag dieses Bild eben auch deswegen, weil diese Musik Melancholie und Fröhlichkeit vereint. Und diese wirklich tiefe Traurigkeit, ganz egal ob in Judentum oder anderen Volksstämmen verwurzelt, kann man wohl nur wirklich spüren, wenn man die ganze Geschichte kennt, die dahinter steckt. Noch mehr natürlich, wenn die Geschichte in einem selber steckt. Wie bei Max.

Ich liebe ja auch dieses Buch. Weil es Leben verändern kann. Und Lebenseinstellungen. Weil es zeigt, dass nichts im Leben ohne Grund passiert. Alles baut aufeinander auf. Nichts kann allein existieren. Jeder Moment hat seinen Platz. Und wenn die Zeit, die man gerade durchmacht, noch so schwer ist, sie ist wichtig. Denn sie bereitet den Weg für schönere Momente. Das ist das Leben.
Und ich hoffe, die zwei Menschen, denen ich dieses Buch geschenkt habe, wissen genau das zu schätzen. Nicht jetzt, aber irgendwann einmal.

TV-Tipp zum Wochenende

Olli Schulz schrieb:

Am 10.11. ab 21.00 Uhr (?) kann man mich als Gast bei Ina..s Nacht auf N3 begutachten. Die Wildecker Herzbuben sind auch da und der eine von den beiden (der dickere) wird mich bei Rückspiegel an der Trompete begleiten. Könnte interessant werden.

Der Sender heißt natürlich NDR, die Sendung „Inas Nacht“ und kommt am 10.11. um 23:15 Uhr. Wer zu der Zeit nichts besseres zu tun hat, z.B. durch die stürmische Nacht fahren, laut Musik hörend, und sein Leben hinter sich lassen, kann ja mal reinschauen. Könnte vielleicht wirklich interessant werden.

theoretisch könnte ich jetzt fahren…

Na ja, nicht ganz. Aber ich habe jetzt alle Theoriekurse für den Führerschein hinter mir. Fehlen halt nur noch zwei Prüfungen und vorher die Fahrstunden. Vor denen habe ich aber Angst. Vor diesen Autos, die mich jahrelang immer nur gehasst, verfolgt und bedrängt haben. Desweiteren habe ich meine CD-Sammlung erfasst. Ist aber nicht vollständig die Aufzählung. Da fehlen einige Alben und vor allem die ganzen EPs und Singles. Trotzdem, wer Lust hat kann das Ganze gern da begutachten: >>Link<<

An der Seite hier wurden auch ein paar kleinere Veränderungen vorgenommen. Am Design und so. Aber nichts spektakuläres. Ich bin ja auch eher der bodenständige Typ. Ist natürlich Quatsch, ich bin ein Rebell. Das ist natürlich auch Quatsch, denn ich bin ein krankes Psychoschwein. Sagt man.

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