Jabba und ich, die Bezwinger der Berge.

Jabba und ich, die Bezwinger der Berge.

Ich habe diesen Alpencross „Alpencrössli“ getauft. Denn zum einen war er nicht so lang wie die bisherigen und zum anderen haben wir uns nur innerhalb der schönen Schweiz bewegt, aus der Gegend um Luzern bis direkt an die Grenze zu Italien. Trotzdem war es eine ausgewachsene Alpenüberquerung, sogar mit mehr Höhenmetern als die TransAlp Maloja. Und das obwohl diese einen Tag länger war. Aber daran erkennt man ganz gut den Charakter des Alpencrösslis, es ging meist steil bergauf und bergab, ohne große Flachstücke dazwischen. Eben so, wie eine Tour durch die Berge sein sollte.

Die Daten

  • 1. Etappe: 51,93 km | 1.576 hm | 4:48:20 h Fahrzeit
  • 2. Etappe: 43,44 km | 1.557 hm | 3:55:44 h Fahrzeit
  • 3. Etappe: 48,02 km | 1.450 hm | 4:15:42 h Fahrzeit
  • 4. Etappe: 42,80 km | 1.800 hm | 4:31:41 h Fahrzeit
  • 5. Etappe: 36,86 km | 1.367 hm | 4:23:43 h Fahrzeit

Gesamt: 223,05 km und 7750 hm

1. Etappe | Salwideli – Aeschiried


Obwohl zum Start die Sonne durch die Wolken kam, präsentierte sich die Gegend doch recht matschig. Und bereits kurz nach dem Start gab es die erste Überraschung, der Weg war gesperrt, weil die Brücke weggerissen wurde. Zum Glück ließ sich der Bach auch ohne Brücke überwinden. Nach dem ersten langen Anstieg auf ca. 1.800 Meter Höhe gab es die ersten schneebedeckten Berge am Horizont zu sehen. Danach folgte eine feine, zuweilen sehr anspruchsvolle Abfahrt hinunter nach Interlaken mit bestem Blick auf die Seen im Tal. Leider war diese Abfahrt verlustreich für unsere Gruppe und nach einem kurzen Zwischenstopp am Spital ging es von Interlaken weiter Richtung Aeschiried. Nach ein paar Trails und einer imposanten Hängebrücke konnten wir dort endlich die Räder von ihrer Schlammschicht befreien.

2. Etappe | Aeschiried – Kandersteg


Die einzig relevante Frage an diesem Tag war: „Wie lang würde es dauern, bis das Wasser in die Schuhe gekommen ist?“. Denn es regnete fast pausenlos und von unten wurde die Nässe ebenso von den Reifen empor geschleudert. So stundenlang bombardiert mit Wasser half auch die beste Regenbekleidung nichts mehr, irgendwann war alles durch. Nass bis auf die Haut kamen wir irgendwann in Kandersteg an. Und die Aussicht auf die nächsten Tage, für die kein Regen mehr vorhergesagt war, half durchaus bei der Regeneration.

3. Etappe | Kandersteg – Unterbäch


Diesen Tag hatten wir uns nach all dem Regen einfach verdient. Nach einem kurzen Abstecher ging es mit der Bahn in knapp 2000 Meter Höhe. Wo die Sonne durch die Wolken kam und die hochalpine Landschaft in eine der schönsten verwandelte. Mit viel Motivation ging es zum Daubensee. Und ein paar Meter später erstrahlte am Gemmipass ein Panorama, an dem man sich einfach nicht sattsehen konnte. So wunderschön. Sogar das Matterhorn war zu sehen. Tragend, schiebend und später fahrend ging es ebenso eindrucksvoll wieder hinab vom Gemmi. Abgerundet wurde der Tag dann noch von einigen feinen Trails und leckerstem Essen in Unterbäch.

4. Etappe | Unterbäch – Visperterminen


Der vierte Tag ist immer mein Durchhängetag. Obwohl ich am Morgen nichts davon spürte, war meine Taktik den ersten Anstieg so langsam wie möglich zu fahren. Was aber nicht sonderlich schlau war, denn irgendwie kam ich so den ganzen Tag nicht wirklich in Tritt. Besonders auf den teils kniffeligen Trails hatte ich immer wieder mal Probleme. Die Abfahrt von der Moosalp war aber auch sehr lang und anstrengend. Und gespickt mit grandiosen Trails. Was für ein Spaß. Spaß hatte ich trotz Hitze auch im folgenden Anstieg nach Visperterminen. Trotz Durchhänger lief der gut. Nur kurz vorm Ziel unterlief mir im Trail ein kleiner Fehler und mein Knie hatte eine Beule.

5. Etappe | Visperterminen – Gondo


Der grandiose Abschluss einer grandiosen Tour. Gleich am Morgen ging es lang und steil bergauf. Ich mag das sehr. Irgendwann waren wir auf über 2000 Meter Höhe und wieder im hochalpinen Gelände. Nach dem Gebidumpass folgte eine flotte und schöne Abfahrt. Der folgende Bistinepass wurde hart erkämpft, lange musste man das Rad schieben, weil es zum Fahren einfach zu steil war. Der 2386 Meter hohe Pass war auch der höchste Punkt unserer Tour. Und bot obendrein eine der besten Abfahrten. Grob schottrig, aber nicht zu steil und recht gut zu fahren. Weiter ging es danach auf der Via Stockalper und einem Trail, der nicht enden wollte. Wie im Rausch ging es Richtung Gondo-Schlucht, unterbrochen durch einen Halt zum Verzehr von leckersten Kuchen. Durch die imposante Gondo-Schlucht ging es auf dem Wanderweg, der auch mitten durch die Stollen des Forts Gondo führte. Überwältig und beeindruckt von den großartigen Trails fand die Tour in Gondo dann ihren Abschluss bei einem leckeren Abendessen.