Musikalische Retrospektive

In den letzten Wochen durfte ich einige musikalische Highlights erleben, deswegen wird es Zeit, endlich die Konzertagenda zu aktualisieren. Und ein paar Worte zu diesen Erlebnissen zu formulieren.

Gurtenfestival | Bern | 11.-14.07.18

Vor etwas mehr als einer Woche konnte ich das Gurtenfestival für mainstage.de besuchen, deswegen gibt es dort natürlich auch einen Bericht von mir.

https://mainstage.de/gurtenfestival-11-14-07-2018-bern-schweiz/

Es war eine schöne Zeit oben am Gurten, aber teils auch recht anstrengend. Weil das Publikum zum Teil anstrengend war. Ich habe das Gefühl, die Ignoranz der Konzertbesucher ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Da stehen Menschen vor der Bühne und unterhalten sich teilweise so laut, dass man die Musik kaum mehr wahrnehmen kann. Wenn die Band dann einen ihrer Hits spielt, geht man kurz mit, um dann wieder endlos zu quatschen, Selfies zu machen oder sich anderweitig die Zeit zu vertreiben. Was wie ein Witz klingt ist leider Realität, mehrmals habe ich dies so erlebt. Dazu kamen die vielen Glimmstängel-Abhängigen, die ihren Qualm unter den Menschen verteilen. In Sachen Tabakprävention ist die Schweiz leider noch sehr rückständig.

Aber eben, es hat auch viele schöne Momente. Und einige eindrückliche Auftritte. Für mich waren die Highlights Leoniden, Aurora und Prophets of Rage. Mehr dazu im Bericht auf mainstage.de. Die anderen Momente hatten weniger mit der Musik, als mit den Kühen oben am Gurten zu tun.

Die Gurten-Highländer und im Hintergrund das Gurtenfestival.
Die Gurten-Highländer und im Hintergrund das Gurtenfestival.

Foo Fighters | Stade de Suisse, Bern | 13.06.18

Ein weiteres musikalisches Highlight war das Foo Fighters-Konzert hier in Bern. Lang hatte ich gehadert, ob ich mir so ein Stadion-Konzert tatsächlich antun sollte. Aber eben, es sind halt die Foo Fighters, die weltbeste Rockband. Also kaufte ich mir für sehr viel Geld ein Ticket und reihte mich in die Menschenmenge im Stadion ein. Und bereute es nicht. Zwar gingen der Auftritte der Supportbands Wolf Alice und The Kills mehr oder weniger unter. Aber mit den ersten Takten von den Foo Fighters kämpfte ich mich nach vorn in den Moshpit und hatte dort eine sehr gute Zeit.

Stereofysh | Freudenzimmer, Berlin | 29.06.18

Und dann war ich noch in Berlin, denn der Stereofysh lud zum Konzert ein. Zwar ohne Moshpit, dafür aber mit Orchester auf der Bühne. Und mir fällt es echt schwer Worte zu finden, die beschreiben, wie wunderschön dieser Abend war. So schön war es, die Lieder vom Ohana-Album endlich live zu erleben. Und dann mit diesem grossartigen Orchester-Sound. Der allen Beteiligten vor und auf der Bühne sichtbar große Freude bereitete. So grandiose Momente, ähnlich wie damals beim prachtvollen Abend im Prachtwerk.

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Zweiundzwanzigmal Sportfreunde

Man mag es kaum glauben, aber fast drei Jahre sind schon vergangen, seit meinem letzten Sportfreunde-Konzert. Damals noch im versnobten Düsseldorf und die Erinnerungen daran sind nicht wirklich positiv. Es wurde Zeit, dies endlich aufzuarbeiten. Und nach meinem Umzug ins wunderbare Bern bot sich dazu natürlich das Konzert im Bierhübeli an. Und auch wenn das Konzert so typisch für Bern eher ruhig und gemütlich ablief, so war es doch ein schönes und hinterlässt im Gegensatz zum Auftritt in Düsseldorf viel schönere Erinnerungen. Mehr zu diesem Ereignis kann und sollte man bei Mainstage nachlesen.

https://mainstage.de/sportfreunde-stiller-13-01-2017-bierhuebeli-bern/

Musikalische Lektüre für den Sommerabend

Eine Info für Musikliebhaber: Ich habe heute ein paar Worte über aktuelle Alben, die mir ans Herz gewachsen sind, verfasst und veröffentlicht. Natürlich auf der Mainstage-Seite. Diese Worte warten nun darauf, gelesen zu werden.

Ende der Durchsage.

„The Race“ im Zug

Stereofysh – Igor

Leider bleibt mir aktuell nur wenig Zeit um Sätze über Musik zu formulieren und auf der feinen Mainstage-Seite zu veröffentlichen. Deswegen habe ich heute die Zugfahrt genutzt, um ein wenig über die Record Release Party vom Stereofysh-Debütalbum zu schreiben. Finden kann man diese Worte auf der schon erwähnten feinen Mainstage-Seite.

Album des Jahres Zwanzigvierzehn

Jahrescharts Alben 2014
Jahrescharts Alben 2014

Das Musikjahr Zwanzigvierzehn stellt glücklicherweise einen besseren Jahrgang als das Vorgängerjahr dar. War Zwanzigdreizehn die Anzahl guter Alben noch sehr überschaubar und ließ den Appetit auf neues Material von den Stars oder der Broken Social Scene riesig werden, so gab es dieses Jahr die Befriedigung dieser Bedürfnisse und ein paar Überraschungen noch obendrein.

  1. Anna Aaron – Neuro: Logischerweise mein Album des Jahres. Weil es einfach das beste Album des Jahres ist, in all seiner Vielfalt und dem Mut, der in diesem Stück steckt. Aber auch, weil die Lieder live nochmals so viel besser sind, die Musiker sich so grandios entwickelt haben und ich sie so wahnsinnig gern live gesehen habe. Beim großartigen Konzert in Berlin, in kleinem Kreis in Köln und natürlich daheim in der KulturArena. Und natürlich verbinde ich mit diesem Album auch das allerbeste Interview des Jahres, wahrscheinlich das Gespräch mit dem größten Tiefgang in diesem Jahr, trotz megagroßer Aufgeregtheit meinerseits. All das zusammen macht aus Neuro mein Album des Jahres, mit großem Abstand.
  2. Stars – No One is Lost: Irgendwie schaffen es die Stars halt immer wieder, das Leben in Musik zu packen. Mit allen Höhen und Tiefen. Bei diesem Album mehr Höhen als Tiefen, auch ein Grund weshalb ich mich so sehr auf die Konzerte freue. Nur noch drei Wochen, dann kann dieses Album endlich gebührend zelebriert werden.
  3. Beatsteaks – Beatsteaks: Das Album für den Start in den Tag. Wenn last.fm noch nach Zeitpunkt des Hörens auswerten würde, würde genau dies dabei rauskommen. Ich hab es oft am Morgen gehört, um gut in den Tag zu kommen. Das Album ist kein großes Meisterwerk, es ist aber wahnsinnig sympathisch, wie die Beatsteaks selbst eben auch. Und nach einigen Enttäuschungen von dieser Band war ich überrascht, wie gut das Album bereits nach den ersten Durchläufen gefallen konnte. Gut gemacht, Beatbulletten.
  4. Kevin Drew – Darlings: Zwar kein neues Broken Social Scene-Album, aber fast so gut. Kevin Drew hat ein gutes Herz und packt seine Gedanken in große Songs. Außerdem ist Feist mit dabei und überhaupt, dieses Album gehört in jedes Musikherz.
  5. LaBrassBanda – Kiah Royal: Das wurde in einem Kuhstall aufgezeichnet. Und das hört man. Das Muhen. Ich mag das sehr. Die Musik ist aber auch wunderbar.
  6. INSTRUMENT – Read Books: Großartige, wunderbar vielschichtige Rockmusik. Wurde von mir auch rezensiert. Und wäre sicher auch weiter vorn gelandet, wenn ich die Musik denn auch mal live hätte erleben können. Leider wurde das Konzert abgesagt und eine andere Möglichkeit hat sich nicht ergeben. Sehr schade.
  7. Clueso – Stadtrandlichter: Da steckt ganz viel Heimat drin. Und Kindheitserinnerungen. Das hat der Clueso echt gut gemacht. Leider sind die Konzerte zu groß und damit zu unattraktiv für mich, um auch da freizudrehen.
  8. Heidi Happy – Golden Heart: Der Start war schwierig mit diesem Album. Aber nach dem Konzert in Leipzsch und vor allem dem zweitbesten Interview des Jahres, fand ich den Zugang zu diesem Werk. Und kann es jetzt nur weiterempfehlen. Damit zukünftig mehr Besucher zu den Konzerten kommen und ich nicht mehr frustriert direkt im Anschluss ans Konzert einen Bericht in meinen Rechner auf dem Hotelbett kloppen muss.
  9. Mighty Oaks – Howl: Ich bin noch immer der Meinung, dass die EP besser war. Gut ist das Album trotzdem. Und der zugehörige Auftritt in der KulturArena war halt auch grandios.

Das Album, welches ich jetzt ausgelassen habe, ist von 2013. Und ich habe es lange nicht mehr gehört und kann deswegen nichts drüber schreiben. Aber gut ist es trotzdem und wird genauso wie all die anderen weiterempfohlen von mir.

Ich wünsch mir für Zwanzigfünfzehn übrigens ein neues Nada Surf-Album plus Tour. Das wäre ne feine Sache.

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