Saisonabschluss am Gantrisch

Nachdem es an den letzten beiden Wochenenden bereits Schnee am Gurnigel gegeben hat und der Sommer wohl direkt in den Winter übergehen möchte, konnte ich zum Glück noch den letzten schönen Tag vor der nächsten Kaltfront nutzen, um die wahrscheinlich letzte Biketour der Saison zum Gantrisch zu unternehmen.

In der Abfahrt Richtung Schwefelbergbad.
Herbstliches Gantrischseeli.

Zunächst ging es Richtung Schwefelbergbad und von dort zum Gantrischseeli über verlassene Kuhweiden. Allerdings hatte es doch noch eine Kuhherde dort oben und ich musste freundlich um Durchlass bitten. Der mir auch gewährt wurde.

Blick zum Morgetepass.
Die Chummlihütte.

Nach einer kurzen Rast am stark besuchten Gantrischseeli ging es vorbei an den Resten des Schnees bis zur Chummlihütte. Hier war es viel ruhiger und angenehmer. Allerdings zogen dann doch noch Wolken auf und es wurde kühl, so dass ich mich schnell wieder auf den Weg hinab machte.

Die Tschingelflue und dahinter Berge in den Wolken.

Während der Abfahrt blieben der Gantrisch und die umliegenden Gipfel weiter in den Wolken stecken, aber Richtung Thunersee bot sich ein wunderbarer Ausblick auf Eiger, Mönch und Jungfrau.

Ausblick auf das schneebedeckte Dreigestirn.
Gesamtstrecke: 81.28 km
Maximale Höhe: 1801 m
Gesamtanstieg: 2453 m

Bikewochen 2020

Im August habe ich sehr viel Zeit auf dem Bike verbracht, denn es war Ferienzeit und ich habe zwei große Mehrtagestouren absolviert. Die Berichte und Bilder dazu sind nun auch hier zu finden, bitte hier entlang:

Ausflug auf das Jungfraujoch

Nach der anstrengenden Bikewoche durch das Berner Oberland ging es zur Abkühlung hinauf auf das Jungfraujoch. Zum ersten Mal in meinem Leben. Die Coronakrise hat manchmal auch positive Auswirkungen, zum Beispiel dass solche Touristenmagnete wie das Jungfraujoch nicht mehr so überlaufen sind. Dazu kam, dass wir einen Tag mit sehr schlechter Wettervorhersage erwischt hatten, was dazu führte, dass wir oben viel Platz und Ruhe hatten.

Ausblick auf den Konkordiaplatz.
Blick hinab über den Guggigletscher, leider mit vielen Wolken.
Der Mönch aus der Nähe.
Blauer Himmel auf dem Weg zur Mönchsjochhütte.
Der Mönch von der Südseite.
Die Hundehütte am Mönchsjoch.

Schlussendlich hatten wir aber doch Glück mit dem Wetter. Der Ausblick Richtung Thunersee und Bern blieb zwar in den Wolken versteckt, aber oben hatte es doch mehr Sonne als erwartet. Besonders eindrücklich war aber die Stille im ewigen Eis. Ein wenig hat mich das an die Zeit in Lappland erinnert. In der Mönchsjochhütte hatte es noch viele freie Plätze und erst beim Rückweg zum Jungfraujoch wurde das Wetter schlechter und es begann zu schneien.

Die Mönchsjochhütte.
Schneefall auf dem Weg zurück zum Jungfraujoch.

Auffahrt zum Niederhorn und Abfahrt in den Sonnenuntergang

Am Auffahrtstag habe ich mich zum ersten Mal seit Beginn der Coronakrise wieder in den Zug gesetzt und bin mitsamt Bike Richtung Berge gefahren. Genauer gesagt bis nach Thun, von dort ging es aus eigener Kraft weiter entlang der viel zu stark befahrenen Straße nach Interlaken.

Habkern in der prallen Sonne.

Und dann ging es nur noch bergauf, bei Sonnenschein und dementsprechend schweisstreibend zunächst bis nach Habkern und danach weiter bis auf das Niederhorn.

Rast am Brünnli mit Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau.
Beste Aussicht nach dem langen Anstieg, auch wenn sich Eiger, Mönch und Jungfrau mehr in Wolken hüllen.

Oben am Niederhorn war es so ruhig wie noch nie. Da die Bergbahn nicht fährt und das Berghaus geschlossen ist, fehlt der menschengemachte Lärm. Zwar hatte es ein paar Wanderer, aber auch die genossen größtenteils lieber die Ruhe. Nur ein verrückter Krähenvogel wollte unbedingt auf sich aufmerksam machen und flog mehrmals so knapp über meinen Kopf hinweg, dass es so klang, als würde ein Gleitschirmflieger neben mir landen wollen.

Ausblick am Niederhorn mit verrücktem Krähenvogel.
Blick hinab ins Justital und auf den Sichle-Pass.
Blick vom Niederhorn auf das Sigriswiler Rothorn.
Letzter Blick vom Niederhorn auf den Thunersee vor der Abfahrt.

Nach all der Ruhe oben hatte ich wenig Lust auf die volle Strasse und die vielen Menschen in Thun und im Zug. So entschied ich mich, den Weg nach Hause mit dem Bike zurückzulegen. Ziemlich verrückt, denn dieser Weg war noch sehr weit und ich sehr müde. Der Weg führte mich von Beatenberg nach Steffisburg mit Ausblick auf das Zulgtal und dann weiter entlang der Aare. Bis ich wenige Minuten vor Sonnenuntergang wieder an der Haustür stand und über 100 Kilometer und 2’200 Höhenmeter in den Beinen hatte.

Schöner Baum und schöne Aussicht bei Beatenberg.
Gesamtstrecke: 104.02 km
Maximale Höhe: 1970 m
Gesamtanstieg: 2307 m

Saisonabschluss und Saisonhöhepunkt am Eiger

Im dritten Jahr ist die Tour hinauf zur Kleinen Scheidegg mittlerweile mein traditioneller Saisonabschluss. Einfach um Eiger, Mönch und Jungfrau, die ich so oft von meiner Wohnung aus bewundern kann, mindestens einmal pro Jahr aus nächster Nähe zu sehen. Und dann den Winter durch bei dem Anblick der Bergriesen den Gedanken im Kopf zu haben, dass ich dort mit dem Bike war.

Kuh wundert sich, was der Mensch da macht.
Kuh wundert sich, was der Mensch da macht.

Da dieser Sommer von meinem Unfall beeinträchtigt war, war diese Tour leider auch die einzige, die ich allein in den Bergen unternehmen konnte. Deswegen war es auch so wichtig, zumindest diese Tour noch zu machen, bevor der Schnee die Berge wieder bedeckt.

Start war Interlaken und nach ein paar kalten Kilometern durch das schattige Tal schien in Grindelwald endlich wieder die Sonne und die Kühe bevölkerten die Weiden. Der Aufstieg hinauf zur Brandegg lag dann allerdings wieder im Schatten.

Runterblick auf Grindelwald.
Runterblick auf Grindelwald.
Der Lieblingsbaum an der Brandegg.
Der Lieblingsbaum an der Brandegg.
Die imposante und wunderschöne Nordwand des Eigers.
Die imposante und wunderschöne Nordwand des Eigers.
Der Zug auf seinem Weg in den Berg hinein.
Der Zug auf seinem Weg in den Berg hinein.

Aber kurz unterhalb der Kleinen Scheidegg war dann die Sonne wieder erreicht und oben war es auch deutlich wärmer als unten im Tal. Anfangs war es auch sehr ruhig, bis eine Bahn ankam und die Touristenmassen ausspuckte. Der Lärmpegel stieg an und ich machte mich auf dem Weg weiter hinauf zur Rinderhütte.

Saftiges Gras und frische Blüten an der Rinderhütte.
Saftiges Gras und frische Blüten an der Rinderhütte.

An der Rinderhütte erwartete mich ein kleines Paradies. Fast schon surreal wuchs dort saftiges Gras und blühten Blumen, während ringsum das saftige Grün schon verschwunden und diversen Brauntönen gewichen war.

Der Trail auf der Lauberhorn-Piste unter den Stollen.
Der Trail auf der Lauberhorn-Piste unter den Stollen.

Der Trail an der Lauberhorn-Abfahrt war im Vergleich zum letzten Jahr noch besser ausgebaut. Leider habe ich aber die feine Abfahrt von Wengen nach Lauterbrunnen nicht mehr gefunden, aber sonst hätte die Zeit wohl auch nicht mehr ausgereicht. Denn die Tage sind eben doch schon recht kurz, weil der Saisonhöhepunkt leider sehr spät kam.

Blick zurück auf den Hundschopf.
Blick zurück auf den Hundschopf.
Der letzte Blick auf die weißen Bergriesen.
Der letzte Blick auf die weißen Bergriesen.
Gesamtstrecke: 53.6 km
Maximale Höhe: 2105 m
Gesamtanstieg: 1840 m
Download file: Lauberhornr_ndli_.gpx
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