Nada Surf im Doppelpack

Nada Surf | Huxley’s Neue Welt, Berlin | 18.04.16

Nada Surf Numero 18 ??

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Kaum zu glauben, aber tatsächlich hatte ich noch nie zuvor ein Nada Surf-Konzert in Berlin besucht. Aber auch daran kann nun ein Haken gemacht werden. Ist ja auch egal wo diese Band gerade spielt, gut sind sie immer. Nicht wirklich gut war die kitschig-schlagereske Musik der Vorband Farewell Dear Ghost, vorgetragen mit unpassend übertriebenen Posen. Aber auch das ging vorbei und Geschmäcker sind zum Glück verschieden.

Das Nada Surf-Konzert ansich war in meiner Wahrnehmung eines der entspanntesten bisher. Zum einen war noch genug Platz in der Halle, so dass man tanzen und hüpfen konnte, ohne die Besucher in direkter Umgebung zu sehr zu belästigen. Und ich empfand die gespielten Songs insgesamt ein bissl ruhiger als beim Konzert in Köln. Zum Kochen kam die Stimmung dann aber im nun schon etablierten Zugabenblock mit „Hyperspace“, „Popular“, „Always Love“ und „Blankest Year“. Nachdem dieser abgefeiert wurde und sich einige Besucher schon auf den Heimweg machten, standen die vier Musiker plötzlich noch einmal auf der Bühne. Ganz am Rand, so nah wie möglich am Publikum. Und spielten ohne jede elektrische Verstärkung, anfangs kaum wahrnehmbar, „Blizzard of ’77“. Als aber das Publikum langsam einstimmte und das Lied in sich aufnahm und verstärkte, entstand ein wunderbarer Moment, der für viele lächelnde Gesichter und Gänsehaut sorgte. Mit dem ebenfalls akustisch dargebotenen „I like what you say“ wurde das Publikum dann in die Berliner Nacht entlassen.

Nada Surf | Muffathalle, München | 21.04.16

Drunken Nada Surf

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Laut setlist.fm spielten Nada Surf in Berlin und München exakt die gleiche Setlist. Trotzdem waren die Konzerte komplett verschieden. Was vor allem am höheren Alkoholpegel in der Muffathalle lag. Im Publikum und auch bei der Band. Besonders Bassist Daniel war redselig wie nie, nachdem er in Köln und Berlin auf der Bühne kein einziges Wort gesagt hatte. Aber an diesem Abend erzählte er Anekdoten aus der Bandgeschichte, widmete in herzzerreißender Art und Weise einen Song seinem Bruder, lobte München in den höchsten Tönen usw. Und zusammen mit Matthew wurde immer wieder das Erstaunen darüber geäußert, was für eine große Halle man doch gerade rockte. Wobei es kurz vor 20 Uhr noch so aussah, als würde sich das Publikum nicht so zahlreich einfinden. Aber als Nada Surf dann spielten, nach der nicht weiter erwähnenswerten Vorband, der selben wie in Berlin, war die Halle voll und die Stimmung von Anfang an sehr energiegeladen. Diese Energie steigerte sich von Lied zu Lied und es wurden selbst die ruhigeren Lieder ausgelassen gefeiert. Besonders beeindruckend war das inbrünstige Mitsingen bei „Inside of love“. Neben der obligatorischen Tanzeinlage bei diesem Lied wurde der Refrain so laut und intensiv mitgesungen, dass die Band lächelnd diesen Moment auskostete. Auch die akustische Zugabe gab es, wenn auch nicht ganz so intim wie in Berlin. Insgesamt war es ein wunderbares und ganz besonderes Konzert, das einfach nur glücklich machte.

Somewhere down, down, down in the ocean of sound…

Death Cab for Cutie | Huxleys Neue Welt, Berlin | 09.11.15

Ben & Dave // Berlin, Germany // Photo by @racheldemy #DCFCTour

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Mann des Abends war ganz klar Ben, der Sänger dieser Band. Er war nicht gut drauf. Bis dahin war mir noch nicht bewusst, wie viel ein einzelner Mensch schwitzen kann. Dazu ging einiges schief. Technische Probleme hier und da. Nach ein paar Liedern machte ich mir ernsthafte Sorgen, ob dieses Konzert wie geplant bis zum Ende gespielt werden würde. Aber Mann des Abends zog es durch. Machte noch Witze über seinen Zustand. Und hatte irgendwie trotzdem Spaß. Und der Rest der Band ebenso. Zwar war die Freude nicht so groß wie noch beim Auftritt auf dem Open Source Festival, aber vor allem gegen Ende wieder deutlich spürbar. Das Konzert sollte schließlich gebührend abgeschlossen und über die Bühne gebracht werden.

Fasziniert hat mich einmal mehr, was für eine großartige Liveband Death Cab doch sind. Und wieviel Wucht sie erzeugen können. Diese Kraft in den Tönen zu spüren, das war ein eindringlich gutes Gefühl. Ganz besonders ist mir noch „Doors unlocked and open“ in Erinnerung. Ein Song, der auf dem Album eher leicht daherkommt, wird live zu einem echten Brett. Unmittelbar davor wurde „A movie script ending“ gespielt. Und wenn mich nicht alles täuscht, durfte ich dieses Lied an diesem Abend zum ersten Mal genießen. Für mich etwas ganz besonderes, denn es ist das erste Lied, das ich von dieser Band gehört habe. Auf einem Immergut-Sampler, den ich mir nur besorgt hatte, weil dieser das einzige zu dieser Zeit veröffentlichte Lied der Bolzplatz Heroes enthielt. Und der dafür sorgte, dass ich mir später alle Death Cab-Alben kaufen musste.

Planetarium im Doppelpack

Stars + Children | Luxor, Köln | 20.01.15

Unter Umständen können sich Momente wiederholen. Diesmal waren die Umstände das Konzert der Stars Ende Zwanzigzwölf und nun Anfang Zwanzigfünfzehn, jeweils im Luxor/Köln. Wieder war es ein großartiges Konzert, wieder war der Sound grottig, wieder hat es mich nach vorn vor die Bühne gezogen (diesmal bei „Take me to the riot“) und wieder fühlte sich jemand dadurch gestört. Und wieder musste ich den letzten Zug erwischen. Doch diesmal war ich schlauer. Um mich nicht wieder zwei Jahre dafür ärgern zu müssen, das Konzert nicht bis zum Ende erlebt zu haben, hatte ich in weiser Voraussicht noch mehr Tickets für diese Tour gekauft. Unterschiede zum Auftritt anno Zwanzigzwölf gab es aber auch. Es wurden neue Lieder gespielt, die erstaunlich gut ankamen und mitgesungen wurden. Und es gab eine andere Vorband, namens Children aus Berlin, ein Drittel davon sogar bekannt aus dem Stereofysh Orchestra.

Stars + Children | Bi Nuu, Berlin | 22.01.15

Stars im Bi Nuu/Berlin (Ölgemälde)
Stars im Bi Nuu/Berlin (Ölgemälde)

Zwei Tage darauf begab ich mich nach Berlin. In großer Vorfreude, waren die Konzerte in Berlin in den letzten Monaten doch ausnahmslos großartige Momente gewesen, fest eingebrannt in meinem Gedächtnis. Und dieses Konzert machte keine Ausnahme. Keine zwei Lieder dauerte es, bis mir die innere Stimme befahl, mich direkt vor die Bühne zu begeben. Um aus nächster Nähe mitzuerleben, wie Sängerin Amy und Sänger Torquil ihre Lieder voller Inbrunst und mit einer großen Portion Theatralik darboten. All die Emotionen wurden mit einer großen Menge an Kraft und Energie freigelassen. Rausgeschleudert. Und aufgezogen von denen, die sich darauf einließen. Ganz gleich ob positive oder negative Gefühle. Ob Wut, Enttäuschung, Liebe oder Freude.

Put your hands up if you know you’re gonna lose.

Jeder Song wurde gefeiert. Die alten Hits ebenso wie die noch jungen Werke. Alles ging direkt ins Herz und entfaltete da seine Wirkung. Und am Ende war man zu Tränen gerührt. Am Ende von „No one is lost“ weinte Sänger Torquil, überwältigt von den Emotionen. Und vom Anblick der feiernden Menge vor der Bühne.

Nach dem Zugabenblock, als noch immer applaudiert wurde, kam Amy zurück auf die Bühne. Um zusammen mit dem Gitarristen und mit gesanglicher Unterstützung des Publikums „My favourite book“ darzubieten. Wobei, eher war es eine gemeinsame Darbietung mit dem Publikum. Ein wunderbarer und vielleicht einzigartiger Moment. Und der krönende Abschluss eines denkwürdigen Konzertes. Und im Wissen, dass es am nächsten Tag in München nicht so viel besser werde könnte, fiel die endgültige Entscheidung in Berlin zu bleiben und das Instrument-Konzert zu besuchen.

Instrumentarium im Doppelpack

INSTRUMENT + Pictures | Auster Club, Berlin | 23.01.15

Instrument im Auster Club/Berlin
Instrument im Auster Club/Berlin

Unter dem Weltrestaurant Markhalle in Berlin Kreuzberg, in welchem leckeres Essen und Bier aus dem Allgäu serviert wird, befindet sich der Auster Club. Dort fand man sich am vierten Freitag des Jahres 2015 ein, um feiner, handgemachter Musik zu lauschen. Zunächst gab es diese von einem einheimischen Musikerduo namens Pictures, dann wurde kurz umgebaut und die Band Instrument schnappte sich die bereitgestellten Instrumente. Der Einstieg mit drei aneinandergereihten Instrumentalstücken war etwas gewöhnungsbedürftig, aber gab musikalisch schnell die Richtung an. Diese vier Musiker weben einfach die feinsten Klangteppiche der Rockmusikwelt. Ich freute mich besonders darüber, nach langer Zeit endlich auch die Songs vom neuen Album live hören zu können. Von denen gab es natürlich einige auf die Ohren, aber auch alte Gassenhauer und Liebhaberstücke. Der Sound war im kleinen Club zwar nicht perfekt, aber ging trotzdem gut in den Gehörgang und mit teils sehr wilden Lichtgestaltung konnte man sich voll und ganz der Musik hingeben.

INSTRUMENT + Lord Gecko | Beatpol, Dresden | 24.01.15

Sehr fein war dieser Auftritt in Berlin, aber noch besser wurde es am nächsten Abend in Dresden. In den altehrwürdigen Beatpol, früher Starclub, wurde zur Musiksause eingeladen. Der vergleichsweise riesige Club war recht gut besucht. Support war die einzige Band dieser Konzertwoche mit googlebarem Namen. Den im Gegensatz zu den Stars, Instrument, Children und Pictures haben sich die drei Dresdner den eindeutigen Namen Lord Gecko verpasst. Bunt gekleidet und laut lärmend enterten sie den Raum und gingen quer durchs Publikum auf die Bühne. Spaßig war das, erinnerte mich ein wenig ans Bolzerkonzert damals in Dresden mit Mitropamusik als Support. Musikalisch war es eher so Mittelklasse.

Instrument im Beatpol/Dresden
Instrument im Beatpol/Dresden

Erstklassig waren dann aber Instrument. Auf der großen Bühne mit ordentlichem Sound war es ein echter Genuss, die Songs zu hören und zu spüren. Dafür hatte sich mein spontaner Ausflug nach Dresden allemal gelohnt. Wie schön es doch war, die Dynamik in den Liedern zu erleben und dazu an der eigenen Haut spüren zu können, wie viel Herzblut und Enthusiasmus in dieser Musik steckt. Einfach Weltklasse. Zum krönenden Abschluss gab es fast schon traditionell „Dazed & Confused“. Was halt wieder einmal so verdammt großartig dargeboten wurde, dass es mir unmöglich ist, passende Worte dafür zu finden. Das muss man selbst erlebt haben.

Auch wenn nur einige Instrument-Songs mit Text versehen sind, so gibt es doch klare Aussagen und gerade in einer so gespaltenen Gesellschaft wie derzeit in Dresden war es wichtig, Stellung zu beziehen. Auch wenn die Diskussionen zum Thema Pegida nicht einfach sind.

Das war eine wahre Pracht.

Das Stereofysh Orchestra im Prachtwerk.
Das Stereofysh Orchestra im Prachtwerk.

Das letzte Wochenende verbrachte ich in Berlin. Und besuchte nach langer Zeit wieder mal ein Konzert, das wahrscheinlich letzte im Jahr Zwanzigvierzehn. Da braucht es schon aus dramaturgischen Gründen einen gebührenden Abschluss.

Den gab es dann auch. Einen prachtvollen. Denn schon das Konzert an sich war etwas besonderes. Stereofysh haben ein Orchester auf die Beine gestellt und in voller Pracht ihre Musik in prächtige Liveversionen umgewandelt und dem Publikum im feinen Prachtwerk präsentiert. Grandios. Mir persönlich taugt handgemachte Musik ja eh mehr als die aus dem Rechner. Und was hier auf die Beine gestellt und in die Ohren geblasen wurde, war tatsächlich eine wahre Pracht. Eine große Freude war das.

Für das Jahr Zwanzigfünfzehn kann man sich das Stereofysh schon vormerken, denn da wird noch einiges kommen. Also ich freu mich drauf.

Teitur, der Geschichtenerzähler

Was für ein lausiges Video! Schrecklich schlechte Bildqualität. Aber wenn man das ausblendet und die Nebengeräusche überhört und sich nur auf das Lied konzentriert, könnte man eine Ahnung davon erhaschen, wie wunderbar das Teitur-Konzert letzte Woche war. Eines der wenigen Konzerte, die mich vom ersten Ton an mit einer großen Zufriedenheit ausgefüllt haben. Und was ich sonst noch zum Konzert zu sagen habe, kann man hier bei der Mainstage nachlesen.

Sommer in Berlin

Berliner Fernsehturm
Berliner Fernsehturm

Letzte Woche war es sehr heiß in Berlin. An einem dieser heißen Abende durfte ich Stereofysh live erleben. Sehr fein war das. Bilder gibt es bei Facebook.
Zur Erklärung: Stereofysh sind die Geschwister Zander, bekannt u.a. von den Happy New Cats, unterstützt von Lars Dieterich.
Und da der Sommer nun begonnen hat und ein Sommerhit nicht schaden kann, zumindest nicht, wenn er gut ist, plädiere ich heuer für diesen hier:


Stereofysh – Summerboots

Happy New Cats

Send More Cats-Duo
Send More Cats-Duo
Letztes Wochenende begab ich mich nach Berlin, um meinen ersten Konzertbesuch des Jahres Zwanzigdreizehn zu zelebrieren. Inmitten der winterlichen Stadt, in der kleinen, feinen Junction Bar, luden die Send More Cats zum Livemusikhören ein. Besser gesagt die liebe Lysann und ihr Bruder spielten als Duo die feinen Send More Cats-Lieder, sowie einige Coverversionen bekannter und nicht so bekannter Songs. Das klang nicht nur wunderbar in den Ohren, sondern tat auch dem Herz und der Seele wohl. Neben Erinnerungen an alte Zeiten, als die Lysann und ich gemeinsam, zeitweise sogar direkt nebeneinander, die Schulbank drückten, kamen auch solche an das wunderbare Send More Cats-Konzert 2011 auf. Viel besser kann so ein Konzertjahr nicht beginnen.

Berlin – Jena Paradies – Rothenstein

Hier ein paar Bilder vom 17.11.2012, dem wohl schönsten Tag der letzten Wochen. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, deswegen sind all die Bilder mit dem iPhone 5 gemacht und per Instagram ansehnlich gestaltet worden. Gestartet bin ich im dichten Nebel in Berlin, während der Bahnfahrt riss dieser auf und in Jena schien die… » Galerie anschauen

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