Highfield 2006

Freitag

Zum ersten Mal gab es das Highfield für die Herren B. in Luxusausgabe. Anreise mit dem Auto, geschlafen wurde in dicken Schlafsäcken und auf einer bequemen Luftmatraze (zumindest der Ältere durfte das) und wir waren nicht allein da und hatten einen Pavillon zur Verfügung. Luxus pur also.

Leider änderte dies aber nichts an der Tatsache, dass noch Schulferien waren und sich deswegen viele Kinder auf dem Festival tummeln. Ich habe ja nichts gegen junge Menschen, aber Leute, die sich auf Konzerten nicht benehmen können, gehen mir schon gehörig gegen den Strich. Und davon gab es sehr viele heuer. Man hätte in die Festivalinfo neben der Mitteilung darüber, dass man die Eintrittskarten gegen Bändchen eintauschen muss, vielleicht auch noch die 10 wichtigsten Regeln zum Konzertbesuch abdrucken sollen. Sowas wie: Du sollst dich nicht mit verschränkten Armen mitten ins pogende Publikum stellen. Oder du sollst deinen Vordermann nicht ständig in den Rücken schlagen, wenn du Angst hast er könnte dir auf die Füße hüpfen. Oder bleib einfach zu Hause, wenn du noch keinen Alkohol verträgst. Oder sowas in der Art.

Aber mal zur Musik.

Trashmonkeys

Trashmonkeys
Trashmonkeys

Ein ziemlicher mieser Auftakt. Das klang alles wie schonmal gehört und außerdem war es sehr eintönig. Und es hat geregnet. Dann wurde das Wetter wieder besser.

The Futureheads

The Futureheads
The Futureheads

Die waren ganz nett. Rockmusik eben, aber auch nicht mehr. Also ab auf den Campingplatz und Pavillon aufbauen und Verpflegung auf dem Tisch platzieren.

Dann aber schnell wieder zurück aufs Gelände, wegen

The Weakerthans

The Weakerthans
The Weakerthans

Von denen hatte ich bisher nur Gutes gehört, kannte aber kein einziges Lied. Leider. Denn die waren wirklich gut, hat mir sehr gefallen der Auftritt. Sehr angenehme Musik, abwechslungsreich, mit einer angenehmen Stimme und zum Abschluss sogar mit Bläserunterstützung. Die kam von der:

Broken Social Scene

Broken Social Scene
Broken Social Scene

Da waren dann plötzlich ganz viele Menschen auf der Bühne. Aber es war trotzdem geordnet, irgendwie. Die Musik war natürlich sehr vielschichtig und die einzelnen Songs auch recht unterschiedlich. Aber sehr schön, das auf jeden Fall.

Panic! at the Disco

Panic! at the Disco
Panic! at the Disco

Aber die haben mich komplett enttäuscht. Alles klang irgendwie gleich und von besonderer Spielfreude oder ähnlichem auf der Bühne war auch nichts zu spüren. Langweilig. Also vertrieb man sich die Zeit eben mit anderen Sachen.

Fratzen
Fratzen

Coheed & Cambria

Coheed & Cambria
Coheed & Cambria

Leider waren die nur halb so gut wie beim letzten Mal. Es war einfach ein wenig eintönig. Dafür waren die Haare des Sängers doppelt so lang.

Beatsteaks

Beatsteaks
Beatsteaks

Das Bild zeigt wohl am Besten, was los war. Der absolute Wahnsinn. Aber zuerst musste das „Embryo-Schubsen“ überstanden werden. Unglaublich wie dumm sich manche bei so einem Auftritt verhalten können. Aber irgendwann hatte ich dann einen schönen Platz im Publikum gefunden, wo ich viel Platz zum Rumspringen hatte und mir keine Deppen im Weg waren. Und da konnte ich den Auftritt dann auch genießen. Eine tolle Mischung haben die Beatbuletten geboten. Alter Lieder, neuerer Songs und auch einen vom nächsten Album. Der klang aber eher noch mittelprächtig, muss aber nichts heißen. Wahrscheinlich der beste Auftritt des Highfields 06. Ja, doch, kann man schon so sagen. Zumindest der, der am meisten Staub aufgewirbelt hatte.

Samstag

Himmel
Himmel

Von der Sonne geweckt kam es uns so vor als wären wir die Einzigen, die diese Nacht gut schlafen konnten. Aber damit sind wir ohne Problem zurecht gekommen.
Auf der Bühne haben wir dann Wolfmother gesehen. Das war aber nicht so spannend, deswegen folgendes. Man beachte bitte die gelbe Tonne samt Inhalt.

Tonnenmensch
Tonnenmensch

Danach CKY. Naja, schon peinlich was die Amis heute alles als Rock bezeichnen. Dann aber eine Band, auf die ich wirklich gespannt war.

The Dresden Dolls

The Dresden Dolls
The Dresden Dolls

Aber naja, was soll ich sagen. Es klang live einfach viel zu dünn mit nur Keyboard und Schlagzeug. Vielleicht klingen die auf CD besser, ich weiß es nicht. Aber müssen sie wohl, sonst würden die ja nicht so viele toll finden. Höhepunkt war aber eindeutig die Coverversion von „every day i love you less and less“. Das ließ die Vorfreude auf die Kaiser Chiefs weiter steigen, aber es wollte ja alles anders kommen. Aber dazu später mehr.

Dann Danko Jones. Komischer Typ, komische Ansagen, stupide Musik. Nichts für mich.

Kettcar

Kettcar
Kettcar

„Hallo, wir sind Tomte aus Hamburg.“- War ja klar dass dies kommen musste, nach dem Auftritt von Tomte im letzten Jahr. Auch sonst kann man beide Auftritte gut miteinander vergleichen. Es war wieder der angenehmste Auftritt des gesamten Highfields, weil die Leute hier waren um die Musik zu genießen. Ok, der Thees ist sicher gesprächiger als der Marcus auf der Bühne. Aber das macht nichts. Lange in Erinnerung bleiben wird wohl das Bild, wie die Band unter Jubel die Bühne betritt und offensichtlich gar nicht begreifen kann, dass dieser einzig und allein ihnen gewidmet ist. Diese grinsenden Gesichter, das war Freude pur. Und so ging das den ganzen Auftritt über weiter. 45 Minuten grenzenlose Spielfreude. Und zum Abschluss „Balu“ mit ihr im Arm. Zum Weinen schön.
Und ich wusste in diesem Moment bereits: das war es, schöner kann es nicht mehr werden.

Less than Jake haben wir uns geschenkt und damit DEN Auftritt des Wochenendes verpasst. Meinte jedenfalls mein Bruder, als er total fertig und überdreht wieder auf dem Campingplatz erschien. Ich möchte das an dieser Stelle nur mal erwähnen. Wir hatten währenddessen aber auch viel Spaß.

Die Broties a.k.a. Fettes Brot haben wir auch gesehen, aber wohl schon zu oft. Denn es war langweilig. Dann kam eine Unwetterwarnung per SMS, man hatte also aus dem Hurricane gelernt. Und dann kam es auch, das Unwetter. Mit ein bisschen Sturm und viel Regen. Wir hatten schnell noch unsere Sachen einigermaßen sicher verstaut und harrten der Dinge unter unserem Pavillon.

Unwetter
Unwetter

Auf dem Bild kann man erkennen, wie das Wasser am Dach runter läuft. Was aber nur halb so schlimm aussieht, wie es wirklich war. Lustig war es trotzdem. Bis dann langsam die Füße nass wurden. Naja, okay, selbst da war es noch lustig. Und wir bekamen sogar Besuch, vom Bademeister und von einem netten Mädel aus dem Allgäu. Man beachte auf den folgenden Bilder aber auch, wie sehr sich das Dach des Pavillons unter den Wassermassen ausbeult.

Unwetter
Unwetter
Unwetter
Unwetter
Unwetter
Unwetter

Schade war nur, dass wir die Kaiser Chiefs verpasst haben. Sehr schade. Denn die haben trotzdem gespielt und nach allem was ich bis jetzt gehört habe, muss es ein Wahnsinnsauftritt gewesen sein. Ärgerlich.

Sonntag

Nach dem Aufstehen wurde erstmal die Lage gecheckt. Sachen waren noch alle trocken, geschlafen hatten wir auch gut, der Schlamm auf dem Campingplatz hielt sich auch noch in Grenzen. Also alles halb so schlimm.

Virginia Jetzt!

Ich fand es zum Davonrennen, was ich dann gezwungenermaßen auch tat. Viele andere dagegen fanden es toll, für die gibt es ein paar Bilder.

Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt!

TV on the Radio

TV on the Radio
TV on the Radio

Mir hat das schon ganz gut gefallen. Wobei ich jetzt sagen muss, auf CD klingt es noch besser. Vielleicht war es einfach zu früh für die. Der ganz links hat sich übrigens nicht einmal umgedreht.

Danach haben wir erstmal gepackt und alles ins Auto verstaut.

Nada Surf

Voller Vorfreude im Bauch ging es dann zum Auftritt „meiner Ehefrau“. Und ehrlich, ich hatte nicht viel erwartet, aber selbst das wurde vom Publikum noch unterboten. Ich glaube die Leute, die die Band schon kannten, konnte man an zwei Händen abzählen. Oder sie haben sich alle sehr gut verstellt. Ich war mal wieder so ziemlich der Einzige, der rumgehüpft ist. Um mich rum fast nur junge Mädchen mit Kamera in der Hand, die offensichtlich auf die Sportfreunde gewartet haben. Das ergab dann so bizarre Szenarien wie folgendes: die Mädels schauen sich um… oh, da klatscht einer… dann müssen wir jetzt wohl auch klatschen. Gefolgt von einem vorsichtigen Im-Takt-Klatschen. Sowas wie Stimmung kam eigentlich erst bei „always love“ und vor allem bei „blankest year“ auf, was aber auch schon der letzte Song war. Trotzdem war es schön die Jungs mal wieder live gesehen zu haben. Achtung, es folgen Bilder.

Nada Surf
Nada Surf
Nada Surf
Nada Surf
Nada Surf
Nada Surf
Nada Surf
Nada Surf

Sportfreunde Stiller

Sportfreunde Stiller
Sportfreunde Stiller

Ziemlich genau fünf Jahre war es her, auch an einem Sonntag auf dem Highfield, da habe ich die Sportfreunde zum ersten Mal live gesehen. Und vieles hat sich seitdem geändert. Damals war noch eine einzigartige Stimmung im Publikum. Man sprang umher, sah nur fröhliche Gesichter um sich herum. Man lag sich mit völlig wildfremden Menschen in den Armen und sang die Lieder aus voller Kehle mit. Und man passte aufeinander auf, damit sich niemand verletzte. Und so klischeehaft es auch klingen mag, alle waren glücklich und zufrieden nach so einem Konzert.
Und heute? Erstmal zu Beginn diese grauenhaften „Sporties“-Gesänge. Wer hat sich diese Bezeichnung eigentlich ausgedacht? Wer hat das verbrochen? Was dann folgte war eigentlich regelrecht poetisch, oder hätte es sein können. Ein Regenschauer setzte ein und man sang: „Egal ob’s regnet, stürmt oder schneit. Wir sind bereit, wir sind bereit.“ Aber kaum einer im Publikum hatte Augen und Ohren für diesen Moment. Ehrlich gesagt, dem Großteil des Publikums war die Musik und die Texte das ganze Konzert über reichlich egal. Die wollten nur ihren Spaß haben, in welcher Form auch immer. Da hätte die Musik auch vom Band kommen können, denen wäre es egal gewesen. Was haben sich die Zeiten geändert. Dabei gaben sich die Drei auf der Bühne wirklich alle Mühe. Und haben auch einen tollen Auftritt abgeliefert. Nur war das dem Großteil des Publikums völlig egal. Dann diese schlimmen „Schland“-Gesänge. „Stuttgart ist viel schöner als Berlin“ oder „Finale, Finale“. Die WM ist vorbei. Schluss, aus, Ende. Geschichte. Sind diese Leute zu dumm das zu verstehen? Es geht bei einem Sportfreunde-Konzert nicht um Fußball, sondern um Musik. Ich war jedesmal so dankbar wenn Flo den nächsten Song angespielt hatte und uns damit von diesen Gesängen befreit hat. Am schlimmsten waren dann aber die Typen, die sich ohne Rücksicht in Andere mit angewinkelten Armen reingehauen haben. Hallo? Das ist doch kein Hardcore- Punkkonzert. Als ich diese total verbissenen Gesichter dieser Deppen gesehen habe, hatte ich endgültig genug. Es kam vieles zusammen. Die „Schland“- Prolls, dass bei „novanta quattro“ keiner mitsingen konnte und dann diese Hardcore- Deppen. Ich habe mich einfach umgedreht und bin gegangen. Und dabei immer nur gedacht: ‚Heute sind die Sportfreunde für mich gestorben‘. Traurig, aber wahr. Ich habe keine Lust mehr auf ein Konzert dieser Band, zumindest nicht in Deutschland.

Mando Diao

Die haben mich echt überrascht. Mal wieder. Auf dem Hurricane hatte ich sie schon kurz gesehen und fand es richtig schlecht. Diesmal waren sie aber wirklich gut. Und vor allem, mir haben die neuen Lieder gefallen. Was ich vorher wirklich nicht erwartet hatte. Höhepunkt war trotzdem der Regenbogen am Ende direkt über der Bühne. Wunderschön.

Mando Diao
Mando Diao
Mando Diao
Mando Diao
Mando Diao
Mando Diao

Dann wurde es langsam dunkel und kalt. Gentleman haben wir uns trotzdem angeschaut und es war so wie immer, nur das die Sonne nicht schien. Massive Attack waren auch ganz nett, aber mir war kalt. Naja, und irgendwann sind wir dann wohl nach Hause gefahren. Da wurde mir dann wieder warm.

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