Maximilian Hecker & Band im Orange House/München am 31.10.2006

Wie soll man das in Worte fassen, was da passiert ist? Kann man sich das überhaupt vorstellen, wenn man es noch nicht selbst erlebt hat? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur eines, dieses Konzert war etwas ganz besonderes. Denn es hat mir deutlich gemacht, was Musik bewirken kann. Sehr beeindruckend. Aber dazu später mehr.

Dass der Abend was besonderes werden würde, stand schon vorher fest. Schon allein deswegen, weil ich den Maximilian Hecker endlich mal live erleben würde. Und dazu mit dem einzigen Menschen zusammen, mit dem ich das gewollt hätte. Von der Vorband haben wir nicht viel gesehen. Dann kam der Maxl mit Band auf die Bühne und man begab sich weiter nach vorn. Ohne Rücksicht. Was dann alles passiert ist, kann ich nicht genau beschreiben. Aber einige Bruchstücke.

Es war das dritte oder vierte Lied, ein sehr ruhiges Stück, am Piano gespielt. Man steht da, versinkt langsam in der Musik, lässt sich treiben. Dann urplötzlich, nach dem letzten Ton, schmettert es einem ein „Ja, servus!“ um die Ohren. Und so ging es dann immer weiter. Herrlich witzige Ansagen zwischen den Liedern. Ein Wechselbad der Gefühle. Aber die beste Art, diese Musik zu präsentieren. Meiner Meinung nach. Weil es genauso ehrlich ist wie die Lieder auch. Manchmal fällt es einem zwar schwer von daher, wo die Musik einen hin getragen hat, wieder zurück zu kommen. Und trotzdem lacht man herzlich.

Es gab so viele Dinge, die hätten stören können. Die vielen Menschen, die sich unbedingt die ganze Zeit unterhalten mussten. Der dadurch recht hohe Geräuschpegel im Raum. Der bebende Fußboden vom Konzert unterhalb des Clubs. Und tausend andere kleine Dinge. Die mich bei jedem anderen Konzert sehr genervt hätten. Aber hier konnte man völlig in der Musik aufgehen. Man musste nur die Augen schließen und war in einer ganz anderen Welt. So stand ich dann auch die meiste Zeit mit geschlossenen Augen da. Und fand es herrlich.

Absoluter Höhepunkt war cold wind blowing. Unglaublich. Es haut einem die Musik regelrecht um die Ohren. Und der Körper reagiert darauf. Mein Herz raste wie schon lange nicht mehr. Der Brustkorb bebte. Ich rang nach Luft. Und dies nur wegen der Musik. Das war etwas, was ich noch nie bei einem Konzert erlebt hatte. Mir war eigentlich vorher nicht richtig klar, was Musik auslösen kann. Bis ich es selbst gespürt habe.

Und so war jedes Lied etwas besonderes. Egal ob ganz ruhig am Piano mit zerbrechlicher Stimmer oder schnell mit voller Unterstützung der Band. Einfach herrlich. Und am schönsten war es, wie schon gesagt, mit geschlossenen Augen. Wenn man in einer anderen Welt war. Weit weg von allem. Wo man einfach mit der Musik allein sein konnte. Vielleicht sogar eins mit den Tönen.

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