1. Shout Out Louds

Nachdem ich das neue Album im Vorfeld immer und immer wieder angehört hatte und es mit jedem Mal großartiger fand, freute ich mich auf diesen Auftritt natürlich am meisten. Und meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Es ist so wunderbar wie viel Energie in dieser Musik steckt. Jedes Lied war ein Highlight für sich. Es war so eine Freude zu hüpfen, zu tanzen und zu singen. Auch wenn ich danach, da mit Pullover und Regenjacke bekleidet, total durchgeschwitzt war. So poppig diese Musik auch ist, sie macht sehr viel Spaß und verbreitet Freude. Und das hat man im Publikum auch gespürt, vom ersten bis zum letzten Ton. Einfach großartig.

2. Naked Lunch

Und wieder muss das aktuelle Album der Band erwähnt werden. Weil es einfach sehr groß ist und mir einiges bedeutet. Angekündigt war der Auftritt ja als Monta vs. Naked Lunch und beide Bands sollten sich gegenseitig covern. Im Nachhinein muss man sagen, zum Glück war dem nicht so. Denn so konnte ich zum ersten Mal diese Band live erleben. Und die Umsetzung der Songs gelang den drei Musikern sehr gut. Wenn man sich das Album anhört, kann man sich das gar nicht recht vorstellen. Aber live steckt dann viel Energie dahinter, mehr als man den Liedern sonst zutraut. Aber auch viel Ruhe in den richtigen Augenblicken. Und das waren dann auch die Momente, in denen ich mit geschlossenen Augen im Publikum stand und die Musik genossen habe.

3. Superpunk

Nur an dritter Stelle, weil mir schon vorher klar war, dass dies ein großartiger Auftritt werden würde. Und so war es dann auch. Eigentlich muss man da gar nicht mehr dazu sagen. Entweder kennt man die Jungs und weiß, was da so abgeht, oder man hat etwas verpasst im Leben. Aber etwas zu den neuen Songs, die gespielt wurden. Einige klangen noch recht unfertig, aber z.B. „Partys in München“ wusste schon sehr zu überzeugen. Man kann sich also getrost auf das neue Album freuen. Und eine dazugehörige Tour, um das Tanzbein zu schwingen.

4. Malajube

Eine Band aus der Heimat meiner Verwandtschaft, Montreal in Kanada. Eine Band, die mich überrascht hat. Ich wusste vorher nichts über sie, außer dass sie eben aus Kanada kommen. Aber ich habe dann schnell festgestellt, dass sie ja auf Französisch singen. Wovon ich kein Wort verstehe, aber das macht nichts. Denn die Musik ist wirklich gut, sehr gute Rockmusik. Nichts gewöhnliches, aber auch nichts zu schräges. Und der Kontrast zwischen der rockigen Musik und der weichen französischen Sprache hat mich sehr fasziniert. Da will man die Texte auch gar nicht mehr verstehen, denn es funktioniert auch so.

5. Sir Simon Battle

Der junge Herr aus Berlin und seine Band. Ein sehr sympathischer Auftritt, auch wenn, ganz ehrlich gesagt, die Ansagen irgendwann doch genervt haben. Aber der war wohl wirklich so aufgeregt, dass er außer „Grüße“ und „Mokka oder Rotwein“ keinen richtigen Satz sagen konnte. Eigentlich ja ganz lustig. Und die Musik passte auch irgendwie dazu, sehr leicht und beschwingt. Leider hat das Wetter nicht so richtig dazu gepasst, Sonnenschein wäre angebrachter gewesen.

6. Someone Still Loves You Boris Yeltzin

Eigentlich sehr nette Rockmusik aus Amerika, aber eben auch nicht mehr als das. Ich weiß nicht genau warum die teilweise so hochgejubelt werden. Sie sind sicher nicht schlecht, aber neu ist das alles nicht. Und man hat das Gefühl, da steckt noch sehr viel mehr Potential in dieser Band. Was ja eine echt gute Sache ist. Aber hoffentlich benennen sie sich vorher um.

7. Architecture in Helsinki

Die verrückten Australier. Das war schon ganz lustig und nett und erheiternd. Aber mehr halt nicht. Lag sicher auch daran, dass wir uns das Spektakel nur von weiter hinten angeschaut haben. Naja, Spektakel ist wohl auch übertrieben.

8. Friska Viljor

Ja, ich weiß, für die meisten ist das die Nummer Eins. Aber das war der erste Auftritt, den ich überhaupt an dem Wochenende gesehen habe. Und dazu war es mir einfach zu voll in dem Zelt und so hab ich ihn Vorfreude auf Superpunk das Ganze von draußen beobachtet. Und da habe ich sehr wohl mitbekommen, dass es sehr gut abging und der Auftritt sehr gut ankam. Aber ganz ehrlich, meine Musik ist das nicht. Es ist zwar ganz nett, mehr aber auch nicht. Aber das ist eben meine persönliche Meinung.

9. Monta

Schon ein sehr toller Auftritt, der auch (leider) ans Herz gegangen ist. Aber eben auch nichts Neues und nichts Herausragendes. Trotzdem gut, und nur das sollte zählen.

10. Der Rest

Mehr habe ich gar nicht gesehen, glaube ich. Oder nur bruchstückhaft. Aber ist ja auch egal, denn am Wichtigsten waren für mich die Menschen, die ich getroffen habe. Sehr nette und liebe Menschen. Auch wenn ich manchmal einfach allein sein musste, ich hoffe das nimmt mir niemand übel.

Leider muss ich noch sagen, dass sich mir nicht erschließen konnte, warum das Immergut so gut sein soll. So ein Hochgefühl wie nach dem Haldern hat sich bei mir nicht eingestellt. Damals lag das hauptsächlich am Publikum und diesmal natürlich auch. Vielleicht ist das ja dieses Jahr beim Haldern auch schon ganz anders, aber so eine Liebe zur Musik, wie sie damals zu spüren war, habe ich auf dem Immergut nicht gefunden. Trotzdem war es ein sehr schönes Wochenende, mit toller Musik, sehr netten Leuten und akzeptablem Wetter. Nur die Essenauswahl sollte unbedingt noch verbessert werden.