Sportfreunde Stiller in der Arena Leipzig

Ich bin noch immer am Überlegen, was ich zu diesem Abend schreiben soll. Der gemeine Besucher hätte es da sicher einfacher, der würde so etwas wie: „Das Konzi war der absolute Hammer. Geile Stimmung. Super Musik. Das „Schalalala“ war einmalig. Grandios. Sportis sind echt die Besten!“ meinen. Dem kann ich mich aber nur bedingt anschließen.

Eigentlich würde ich jetzt mit den Vorband, den wunderbaren Shout Out Louds, anfangen. Aber die gingen an dem Abend einfach komplett unter. Wurden vom Publikum ignoriert und der Sound war das Schlimmste, was ich je gehört habe. Dazu kam noch das Dutzend Fußballprolls, die zwischendrin irgendwelche Gesänge anstimmen musste, auch gern mal das Lied, und überhaupt sehr negativ aufgefallen sind. Man könnte natürlich auch sagen, sie hätte Stimmung gemacht. Eine eigenartige Stimmung, die sich auch während des Konzerts der Sportfreunde weiter aufbaute. Sehr aggressiv und alles andere als sportfreundlich. Bis sich dies dann in den besagten „Schalala“-Gesängen entlud. Es war ein eigenartiges Konzert. Das Publikum sang minutenlang „Schalalala“, immer wieder angestimmt. nur um sich selbst zu feiern. Die Sportfreunde waren sichtlich überfordert damit und Flo tat das einzig richtige und verließ kurz die Bühne. Geholfen hatte dies allerdings wenig. Irgendwann ging es dann weiter, aber die Luft war raus. Sowas habe ich noch nie erlebt und möchte es auch nie wieder erleben. So eine Ignoranz der Band und der Musik entgegen zu bringen ist schon allerhand.

Und dabei hat man sich alle Mühe gegeben. Die Songauswahl war einfach großartig. Gute neue Songs gemischt mit wunderbaren, älteren Liedern. Und auch die Darbietung ließ keine Wünsche offen. Die Sportfreunde waren so gut drauf wie fast immer. Selbst die Verspieler waren sehr selten. Die Idee mit den eingespielten Videos und Bildern war sicher auch toll. Nur hat man davon nichts gesehen, weil die Leinwände zu niedrig angebracht waren und vom Bühnenaufbau total verdeckt wurden. Der Sound war leider sehr mies, vor allem in der Mitte des Publikums. Man verstand beispielsweise absolut nicht, was gesprochen wurde. Aber in so einer Turnhalle ist das verständlich und vorn in der Nähe der Bühne war es dann zum Glück viel besser. Es hätte alles so schön sein können. Und die Freude war sehr groß als „Fast wie von selbst“, „Wie lange sollen wir noch warten“, „Wellenreiten“ (in einer wirklich tollen Akustikversion), „Wunderbaren Jahren“, „Spitze“ als Abschluss und vor allem aber das „Heimatlied“ gespielt wurden. Ich ließ mich gern von der Musik mitreißen, schwelgte in Erinnerungen, die ich mit diesen Liedern verbinde. Vor allem kamen die Bilder von den vielen tollen, erlebten Konzerten hoch. Bis ich jäh aus meinen Träumen gerissen wurde und realisierte, dass ich ja als Einziger abging.

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