Album des Jahres Zwanzigfünfzehn

Meine Last.fm-Album-Charts für 2015
Meine Last.fm-Album-Charts für 2015

Es wird mal wieder Zeit die Alben des Jahres vorzustellen, wie in den letzten Jahren auch geschehen. Wieder waren die Äffchen bei Last.fm fleißig und haben alle von mir gehörten Lieder fein mitgezählt und ausgewertet. Und wieder einmal stellt das Ergebnis mein persönliches Empfinden sehr gut dar.

Second-SightHey Rosetta! – Second Sight

Meine absolute Lieblingsneuentdeckung des Jahres waren ganz klar diese großartigen Musiker aus Neufundland. Streng genommen wurde das Album im Jahr 2014 veröffentlicht und dürfte deswegen nicht Album des Jahres werden. Aber da ich Spätzünder die Band erst im März entdeckt habe, sie mich sofort bezaubert hatten und mir obendrein das großartigste Konzerterlebnis des Jahres bescherten, kann nur dieses Album zum Album des Jahres 2015 gekürt werden. Stellvertretend auch für „Seeds“ und „Into Your Lungs…“, die beiden älteren Alben der Band, die mindestens genauso grandios wie das aktuelle sind.

We-Were-HereBOY – We Were Here

Sehr gern erinnere ich mich noch an den Auftritt bei der KulturArena 2012, als ich dachte, selbst wenn das zweite Album ein Flop werden oder nie entstehen würde, diese Band war hier und hat wundervolle Momente in die Welt gezaubert. Und nun kam das zweite Album doch ans Licht und ist großartig geworden. Anders als das Debüt, tiefer, bunter, mit einer größeren Bandbreite. Und nicht jeder Song ist ein Hit, alles ist ein bisschen weniger persönlich, dafür professioneller. Und trotzdem ein großartiges Album. Fehlt nur noch ein zugehöriges Konzert, das hat sich dieses Jahr leider nicht ergeben.

We-Loved-Her-DearlyLowell – We Loved Her Dearly

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich diese Künstlerin eigentlich entdeckt habe. Wahrscheinlich war es einer der Newsletter für Mainstage, von denen ich Dutzende täglich erhalte. Imponiert hat mir zunächst die Stimme, die musikalische Bandbreite und, nachdem ich mich weiter mit ihr auseinander gesetzt hatte, die Geschichte dieser Frau. Nachlesen kann man das in meiner Rezension bei der Mainstage. Schon erstaunlich dass es ein Album mit elektronischer Musik so weit nach oben geschafft hat, aber es hat sich in den Gehörgängen festgesetzt und beim Hören viel Freude bereitet. Deswegen hoffe ich, dass es bald ein zweites Lowell-Album geben wird. 

FreedomRefused – Freedom

Die Überraschung des Jahres! Also nicht nur die Qualität des Albums, sondern vor allem die Tatsache, dass es überhaupt wieder ein Refused-Album gab. Völlig unverhofft erschien es. Vielleicht nicht mehr ganz so hart und gnadenlos wie damals, aber meiner Meinung macht es das noch besser. Und thematisch ist es das relevanteste Album des Jahres. Bei all dem kranken Mist, der 2015 passierte und noch immer auf dieser Welt stattfindet, war es ein gutes Gefühl, dieses Album zu hören und zu wissen, dass es auch Menschen mit Verstand da draußen gibt. Gerade nach den Anschlägen in Paris und den teilweise grotesk-dummen Reaktionen danach war ich sehr dankbar für dieses Album.

KintsugiDeath Cab For Cutie – Kintsugi

Das Album selbst ist meiner Meinung nach kein Meisterwerk, aber besser als der Durchschnitt allemal. Aber die Platzierung hier steht eben auch für die wunderbaren Konzertmomente, die Death Cab mir dieses Jahr beschwert haben. Und dafür, dass diese Band live einfach wahnsinnig gut sind. Viel kraftvoller und spielfreudiger als es die Aufnahmen manchmal vermuten lassen. Und eine Band, die schon so viele großartige Lieder hervorgebracht hat. Die live eben noch immer gern abgefeiert werden. Von solchen Bands gibt es eben auch nicht viele und all das steckt für mich eben auch in diesem Album.

The-RaceStereofysh – The Race

Die wunderbaren Zander-Geschwister sind nicht nur total liebe Menschen, die ich sehr sehr gern mag, sondern machen eben auch verdammt gute Musik. Und nach der grandiosen Record Release-Party gehört das Album auf jeden Fall zu meinen Alben des Jahres. Und macht die Liste ein bisschen bunter. Außerdem ist es dasjenige Album, dem man die viele Liebe, die in seine Entstehung gesteckt wurde, am allermeisten anhört. Klingt komisch, ist aber so. Hoffentlich gibt es im nächsten Jahr wieder ein, zwei oder mehr Gelegenheiten, die Musik wieder live zu hören. Denn das ist jedesmal ein großer Genuss.

True-BrewMillencolin – True Brew

Irgendwie hat es mich im letzten Jahr auch wieder zurück zur Musik meiner Jugend gezogen. Unter anderem wegen diesem Album. Durch Zufall hatte ich entdeckt, dass Millencolin ein neues Album haben. Kurzentschlossen wurde es gekauft und erstaunt festgestellt, dass es fast wie früher klingt. Schneller Gute Laune-Punk, der mich damals oft in die Schule begleitet hatte. Also habe ich diese Reise in die Vergangenheit gern mitgemacht und mir die Musik um die Ohren gehauen. Und nun habe ich durchaus Lust auf so ein kleines, wildes Punkkonzert. Aber nur mit guter Musik, wie eben die von Millencolin.

Drug-For-The-Modern-AgeKopecky – Drug For The Modern Age

Auch so eine Entdeckung des Jahres. Ich mag die Musik dieser Band wirklich sehr. Und ihren Ansatz, ernste und tiefgründige Texte mit leichter, poppiger Musik zu verbinden. Das funktioniert bei ihnen wunderbar. Dieses Album kann ich dementsprechend nur jedem empfehlen und mit Sicherheit wäre es weiter oben in meinen Charts gelandet, wenn da nicht die Geschichte mit der abgesagten Tour gewesen wäre. Ich hatte mich schon sehr auf den Auftritt im feinen Privatclub gefreut, aber leider hat die Band ihre Reise nach Europa kurzfristig gestrichen. Bleibt nur die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr endlich klappt.

Fvey-(Deluxe-Limited-Edition)Shihad – FVEY

Dieses und das Stereofysh-Album sind die einzigen, die ich dieses Jahr als physischen Datenträger erstanden habe. Aber das nur als Randbemerkung. Auf dem Album zu hören ist harte Rockmusik, wie ich sie eben mag. Und weil das so ist, habe ich dieses Album im Rahmen einen Crowdfunding-Aktion erstanden. Und damit dazu beigetragen, dass es in Europa überhaupt erschienen ist. Und insgeheim hoffe ich halt schon, dass die Band auch endlich mal wieder hier Konzerte spielen wird. Denn um eine Schlussfolgerung aus diesem Album zu ziehen, das Rocken haben sie im Laufe der Jahre nicht verlernt.

Das nicht erwähnte Stars-Album war im letzten Jahr schon dabei und kann deswegen nicht wiedergewählt werden. Insgesamt gesehen steht es aber über allem und vor allem das wahnsinnig großartige Konzert in Berlin hat dieser Musik die beste Bühne geboten. Die Erinnerung daran erzeugt heute noch Gänsehaut im Nacken und Grinsen im Gesicht.

Damit ist der Schlussstrich unter mein Musikjahr Zwanzigfünfzehn gezogen. Leider ein Jahr mit viel zu wenig Konzertbesuchen. Vor allem aus gesundheitlichen Gründen. Bleibt die Hoffnung auf das nächste Jahr. Immerhin haben Nada Surf bereits ein neues Album, namens „You Know Who You Are“, und eine ausgiebige Tour angekündigt. Gute Aussichten also.

Zum Schluss noch die Links zu meinen Rezensionen von drei der hier erwähnten Alben bei der Mainstage, zur weiteren Lektüre und Probehören der feinen Musik. Bitteschön. Weiterlesen Album des Jahres Zwanzigfünfzehn

Album des Jahres Zwanzigvierzehn

Jahrescharts Alben 2014
Jahrescharts Alben 2014

Das Musikjahr Zwanzigvierzehn stellt glücklicherweise einen besseren Jahrgang als das Vorgängerjahr dar. War Zwanzigdreizehn die Anzahl guter Alben noch sehr überschaubar und ließ den Appetit auf neues Material von den Stars oder der Broken Social Scene riesig werden, so gab es dieses Jahr die Befriedigung dieser Bedürfnisse und ein paar Überraschungen noch obendrein.

  1. Anna Aaron – Neuro: Logischerweise mein Album des Jahres. Weil es einfach das beste Album des Jahres ist, in all seiner Vielfalt und dem Mut, der in diesem Stück steckt. Aber auch, weil die Lieder live nochmals so viel besser sind, die Musiker sich so grandios entwickelt haben und ich sie so wahnsinnig gern live gesehen habe. Beim großartigen Konzert in Berlin, in kleinem Kreis in Köln und natürlich daheim in der KulturArena. Und natürlich verbinde ich mit diesem Album auch das allerbeste Interview des Jahres, wahrscheinlich das Gespräch mit dem größten Tiefgang in diesem Jahr, trotz megagroßer Aufgeregtheit meinerseits. All das zusammen macht aus Neuro mein Album des Jahres, mit großem Abstand.
  2. Stars – No One is Lost: Irgendwie schaffen es die Stars halt immer wieder, das Leben in Musik zu packen. Mit allen Höhen und Tiefen. Bei diesem Album mehr Höhen als Tiefen, auch ein Grund weshalb ich mich so sehr auf die Konzerte freue. Nur noch drei Wochen, dann kann dieses Album endlich gebührend zelebriert werden.
  3. Beatsteaks – Beatsteaks: Das Album für den Start in den Tag. Wenn last.fm noch nach Zeitpunkt des Hörens auswerten würde, würde genau dies dabei rauskommen. Ich hab es oft am Morgen gehört, um gut in den Tag zu kommen. Das Album ist kein großes Meisterwerk, es ist aber wahnsinnig sympathisch, wie die Beatsteaks selbst eben auch. Und nach einigen Enttäuschungen von dieser Band war ich überrascht, wie gut das Album bereits nach den ersten Durchläufen gefallen konnte. Gut gemacht, Beatbulletten.
  4. Kevin Drew – Darlings: Zwar kein neues Broken Social Scene-Album, aber fast so gut. Kevin Drew hat ein gutes Herz und packt seine Gedanken in große Songs. Außerdem ist Feist mit dabei und überhaupt, dieses Album gehört in jedes Musikherz.
  5. LaBrassBanda – Kiah Royal: Das wurde in einem Kuhstall aufgezeichnet. Und das hört man. Das Muhen. Ich mag das sehr. Die Musik ist aber auch wunderbar.
  6. INSTRUMENT – Read Books: Großartige, wunderbar vielschichtige Rockmusik. Wurde von mir auch rezensiert. Und wäre sicher auch weiter vorn gelandet, wenn ich die Musik denn auch mal live hätte erleben können. Leider wurde das Konzert abgesagt und eine andere Möglichkeit hat sich nicht ergeben. Sehr schade.
  7. Clueso – Stadtrandlichter: Da steckt ganz viel Heimat drin. Und Kindheitserinnerungen. Das hat der Clueso echt gut gemacht. Leider sind die Konzerte zu groß und damit zu unattraktiv für mich, um auch da freizudrehen.
  8. Heidi Happy – Golden Heart: Der Start war schwierig mit diesem Album. Aber nach dem Konzert in Leipzsch und vor allem dem zweitbesten Interview des Jahres, fand ich den Zugang zu diesem Werk. Und kann es jetzt nur weiterempfehlen. Damit zukünftig mehr Besucher zu den Konzerten kommen und ich nicht mehr frustriert direkt im Anschluss ans Konzert einen Bericht in meinen Rechner auf dem Hotelbett kloppen muss.
  9. Mighty Oaks – Howl: Ich bin noch immer der Meinung, dass die EP besser war. Gut ist das Album trotzdem. Und der zugehörige Auftritt in der KulturArena war halt auch grandios.

Das Album, welches ich jetzt ausgelassen habe, ist von 2013. Und ich habe es lange nicht mehr gehört und kann deswegen nichts drüber schreiben. Aber gut ist es trotzdem und wird genauso wie all die anderen weiterempfohlen von mir.

Ich wünsch mir für Zwanzigfünfzehn übrigens ein neues Nada Surf-Album plus Tour. Das wäre ne feine Sache.

Album des Jahres Zwanzigdreizehn

Jahrescharts Alben 2013
Jahrescharts Alben 2013
Dieses Jahr kann ich die 2013 veröffentlichten und von mir mehrfach gehörten Alben an einer Hand abzählen.

  1. Shout Out Louds – Optica: Mit großem Abstand Album des Jahres 2013. Völlig verdient. Ich habe es schon beim ersten Hörgenuss gemocht und mag es auch heute noch sehr. Eigentlich erschien es zur falschen Jahreszeit, weil es viel besser zum Sommer passt. Aber es hat sich bis zur warmen Jahreszeit gehalten, ja sogar bis in den Herbst hinein waren die Klänge im Kopf. An einer Rezension hatte ich mich damals auch versucht. Und dann war da noch dieses schöne Konzert der Lautrausschreier zu Ostern, welches leider das einzige von mir besuchte in diesem Jahr blieb.
  2. Kings of Leon – Mechanical Bull: Völlig unerwartet hat mir dieses Album beim ersten Hören gefallen. In die letzten Alben der Burschen musste ich mich immer erst reinhören. Mechanical Bull ist viel besser, als ich es dieser Band noch zugetraut hätte. Klar sind die Texte teils echt platt, aber Musik können sie halt doch machen.
  3. Teitur – Story Music: So wunderwunderschöne Musik. Teils etwas verwirrend. Aber dank dem wundervollen Konzert habe sich auch letzte Zweifel über die Qualität der Lieder verflüchtigt. Wer das genauer verstehen möchte, dem empfehle ich meinen Konzertbericht hier.
  4. Bora York – Dreaming Free: Das Projekt hatte ich hier ja vorgestellt und ich mag die Musik noch immer sehr. Mein Geheimtipp Zwanzigdreizehn.
  5. Lunik – Encore: Kein echtes Album, deswegen reichen auch fünf Finger, siehe erster Satz. Aber eben das letzte Lebenszeichen dieser Band, mit der ich sehr schöne Zeiten verbinde. Bitte hier nachlesen.
  6. Sportfreunde Stiller – New York, Rio, Rosenheim: Dazu hab ich damals hier alles geschrieben. Ich mag das Album noch immer, aber ich höre die Sportfreunde-Musik eher selten aus der Konserve. Live ist es einfach schöner, auch weil dann dieses besondere Gefühl, dass die Sportfreunde ausmacht, dabei ist.

Recht überschaubar, meine Liste. Aber ich habe, abgesehen von diesen Alben, einfach nichts gefunden, was mich begeistern konnte. Ob das an meinen Ansprüchen, der wenigen zum Musikhören verfügbaren Zeit oder Ignoranz lag, kann ich nicht einschätzen. Und bitte komm mir keiner mit Arcade Fire, mit denen konnte ich noch nie was anfangen. Hoffentlich kommt nächstes Jahr was neues von der Broken Social Scene und/oder den Stars. Dann kann ich wenigstens aus diesen dann das Album des Jahres bestimmen.

Album des Jahres Zwanzigzwölf

Jahrescharts 2012
Jahrescharts 2012
Uih, schnell, bevor das Zwanzigzwölf rum ist, noch fix das Album des Jahres bekannt geben. Zur Verifizierung meiner Wahl ziehe ich wieder meine last.fm-Jahrescharts heran. Wie schon Zwanzigelf und Zwanzigzehn. Weiterlesen Album des Jahres Zwanzigzwölf

Album des Jahres Zwanzigelf

Jahrescharts 2011
Jahrescharts 2011
Das Jahr ist bald Geschichte und es wird wieder Zeit, das Album des Jahres hier zu verkünden. Da es letztes Jahr so gut geklappt hatte, ziehe ich wieder meine Hörstatistik von last.fm als Entscheidungsträger heran.

  1. Teitur – Let the Dog Drive Home: Es steht in der Statistik zwar nicht oben, aber wenn man fair ist und die Counts des letzten Jahres hinzu zählt, auch in Anbetracht der Tatsache, dass das Album offiziell erst Anfang 2011 erschien, ergibt sich diese Platzierung. Völlig gerechtfertigt, denn es ist noch immer ein gern gehörtes und gehaltvolles Album. Dieses wird sicher noch sehr lange Zeit zu meinen Lieblingsalben zählen.
  2. Memphis – Here Comes A City: Dieses Album its so wunderbar simpel und randvoll mit schwer zu fassender Schönheit, dass ich es immer und immer wieder höre. So großartig. Wer es nicht kennt, hat mit Sicherheit etwas verpasst. Aber ich habe ja schon damals Bescheid gesagt.
  3. Clueso – An und für sich: Es überrascht mich schon, dass ich dieses Album so oft gehört habe. Es hat diesen Platz verdient, daran besteht kein Zweifel. Der Clueso ist zwar manchmal etwas schlicht, hat aber ein feines Werk erschaffen. Und eigenartigerweise habe ich immer auf dem Heimweg, wenn der Zug sich Erfurt näherte, ein großes Bedürfnis nach diesem Album verspürt.
  4. Death Cab for Cutie – Codes and Keys: Auch diese Platzierung ist überraschend. Es kam mir nicht so vor, dass ich dieses Album so oft gehört habe. Aber last.fm kennt mich eben besser. Und es war ja auch eines der sehr wenigen Konzerte, die ich dieses Jahr erlebt habe.
  5. Send more cats – , please.: Und dies war das andere Konzert, die grandiose Geburtsfeier des Albums. Das war etwas ganz besonderes. Sowas bleibt im Herzen.
  6. Foo Fighters – Wasting Light: Das beste Rockalbum der letzten Jahre. Und das von so alten Säcken wie den Foos. Das zeigt aber auch, wie kaputt die Rockmusik momentan ist. Die Jugend wird gnadenlos an die Wand gespielt und die Foo Fighters hauen einfach mal ein Hammeralbum raus. So kann’s auch gehen.
  7. Beatsteaks – Boombox: Hat mich nicht wirklich überzeugt, aber ich hab es zum Joggen wohl recht oft gehört. Hat mich bestimmt auch schneller gemacht, zumindest wenn ich vom Hund verfolgt wurde.
  8. Anna Aaron – Dogs in Spirit: Diese Stimme ist der pure Wahnsinn. Ich freue mich schon darauf, diese mal live hören zu dürfen. Sehr interessant auch der Ansatz, mit dem die junge Frau an dieses Album herangegangen ist.
  9. Boy – Mutual Friends: Aufsteiger des Jahres, ganz klar. Eine Entdeckung, die außer mir noch sehr viele andere Musikliebhaber gemacht haben. Und diese beiden Frauen haben es auch verdient mit ihrer Musik Aufmerksamkeit zu erhalten. Mal schauen wie das weiter geht.
  10. Heidi Happy – Hiding With the Wolves: Eher zufällig habe ich entdeckt, dass die bezaubernde Heidi Happy auch ein neues Album zur Welt gebracht hat. Und sehr schönes. Etwas weniger verspielt als die Vorgänger. Aber gerade dadurch ein Meisterwerk.
  11. Feist – Metals: Dieses Album ist schwierig. Etwas sperrig. Ziemlich kühl und irgendwie wie ein kühler Tag bei stürmischen Wetter unter freiem Himmel. Und deswegen so großartig.

Die anderen Alben sind älteren Ursprungs, aber deswegen nicht weniger gut. Und falls es jemanden interessiert, Coldplay sind auf Platz 37. Das Album ist sicher nicht schlecht, aber es hat mich nicht gepackt. Richtig schlecht sind aber Tim Bendzko und Lana Del Rey. Die Hypes des Jahres, die, wenn es denn Gerechtigkeit gibt, ganz schnell wieder verschwinden. Können beide nicht singen, so dass ihre trotzigen Versuche in meinen Ohren Schmerzen hervorrufen. Wobei die eine mit ihren aufgespritzten Lippen zumindest eine Erklärung für diesen Makel hätte. Meine Hoffnung besteht darin, dass spätestens beim Erscheinen des Debütalbums von Frau Del Rey auch der/die Letzte merkt, dass er/sie von Universal an der Nase herum geführt wurde.

Zum Abschluss noch was Schönes, gleichzeitig auch der Bogen von den neuen zu den alten Jahrescharts. Anna Aaron mit ihrer Version von „Use Somebody“.

Album des Jahres Zwanzigzehn

Meine Album-Jahrescharts
Meine Album-Jahrescharts
Dieses Jahr mache ich es mir ganz einfach und nehme meine persönliche Hörstatistik von last.fm heran. Denn ich habe, ganz im Gegensatz zu 2009, dieses Jahr hauptsächlich aktuelle Musik gehört. Und da schau her, Album des Jahres ist völlig unüberraschend das grandiose Forgiveness Rock Record.

  1. Broken Social Scene – Forgiveness Rock Record: Wer möchte, kann hier nochmals meine Meinung zum Album nachlesen. Diese Meinung hat sich nicht geändert. Und wer versuchen möchte zu verstehen, warum die anderen Alben der Broken Social Scene in meinen Charts auftauchen, dem empfehle ich dringend die Lektüre dieser beiden Konzertberichte. Solch großartige Erlebnisse, die noch immer in meinem Herzen sind.
  2. Teitur – Let the Dog Drive Home: So wunderschön, aber da Veröffentlichung und Tour erst 2011 anstehen wohl eher das Album des nächsten Jahres.
  3. Stars – The Five Ghosts: Völlig zurecht steht dieses Album auf diesem Platz. Und ich will noch immer nichts weiter drüber schreiben, lieber im Herzen behalten. Das Konzert hat das Album noch weiter aufgewertet, nur eine Begleitung hat noch gefehlt.
  4. Memphis – A Little Place In The Wilderness: Kein aktuelles Album, trotzdem oft gehört. Aus einem ganz einfachen Grund: Diese Musik ist perfekt. Und so wunderschön. Ich kann sie immer hören, egal wie meine Stimmung ist. Und dies ist einzig und allein mit diesem Album möglich.
  5. Kings of Leon – Come Around Sundown: Wie sehr mir dieses Album gefällt, habe ich ja schon hier erwähnt. Ich finde es noch immer beeindruckend, dass die Bengel nach einem Reinfall so ein Album abliefern konnten.
  6. Clueso – Clueso & Stüba Philharmonie: Für mich die schönste Version des Cluesoschen Schaffens. Sind natürlich auch viele Lieder drauf und da ich Alben immer am Stück anhöre, ergibt das viele Scrobbels.
  7. Metric – Fantasies: Eigentlich Album des Jahres 2009, aber von mir erst später entdeckt.
  8. Jason Collett – Rat a Tat Tat / To Wit To Woo (Deluxe Bundle): Spätzünder. Ich fand es nach mehrmaligem Hören eher langweilig. Bis mir klar wurde, wie großartig Herr Collett hier mit verschiedenen Stilen spielt. Es ist wie eine Zeitreise. Und dennoch ist die Musik aktueller als so manch anderes, was in letzter Zeit erdacht wurde. Eine sehr gehaltvolle Liedsammlung, die ich jedem hiermit ans Herz legen möchte. Ebenso wie Pony Tricks. Dies ist eine kleine EP, auf der Herr Collett anlässlich seiner Tour einige seiner Lieder in ein ruhiges, zurückhaltend instrumentiertes Gewand gekleidet hat. Ganz wunderfein.
  9. Shout Out Louds – Work: Ich habe eine ganz Weile gebraucht, um mich mit dem Album anzufreunden. Aber jetzt klingt es noch immer nach Sommer und Natalies Garten. Das mag ich daran.
  10. Eels – End Times: Um ehrlich zu sein, ich kann mich gar nicht dran erinnern dieses Album so oft gehört zu haben. Eels-Alben brauchen aber auch immer eine ganz bestimmte Stimmung, um ihre Wirkung beim Hören zu entfalten.
  11. Die Sterne – 24/7: Meiner Meinung nach hat diese Band mit dem Riss und dem Neu(er-)finden alles richtig gemacht und ich wünsche mir, dass sich der Mut auch auszahlt. Bitte unterstützen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich meine Vorhersage des letzten Jahres wirklich bewahrheitet hat. Da ich nicht einschätzen kann, welche Musik heute wirklich gehört wird. Ob die Schrammelmusik noch immer aktuell ist oder ob wenig musikalisch anspruchvolles wie Frittenbude und so noch immer so viele Anhänger findet. Ich für meinen Teil kann nur feststellen, dass mit fortschreitender Vergreisung meinerseits wachsendem Musikrepertoire in meinem Kopf mein Geschmack spezieller wird. Soll heißen, je mehr Musik ich kennenlerne, umso mehr sortiere ich nach gehaltvoller, vielschichtiger Komposition und simpler Umsetzung einer simplen Idee. Wobei letzteres einfach nicht mehr interessant für mich ist. Was nicht heißt, dass mir einfache Sachen wie reine Abgehmusik oder harter Rock gar nicht zusagen würden. Aber ich bin insgesamt anspruchsvoller geworden, glaube ich. Was ich aber total okay finde.

Hat es jemand bis hierhin geschafft meine Ausführungen zu lesen? Falls ja, mich würde auch andere Meinungen sehr interessieren. Was war euer Album des Jahres und vor allem warum? Was habe ich alter Mann verpasst?

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