Königsetappe ohne Sieger

Nachdem sich die Tour de France am gestrigen Ruhetag endlich des Astana-Problems entledigen konnte, startete die heutige Königsetappe mit einiger Verzögerung. Einige Fahrer, die für einen glaubwürdigen Radsport eintreten wollen, blieben demonstrativ an der Startlinie stehen und ließen das gelbe Trikot und Konsorten allein starten. Um ein Zeichen zu setzen.

Die Etappe verlief dann bis zum letzten Anstieg relativ normal. Am Anstieg zum Col d’Aubisque holte die Gruppe des im Gesamtklassement führenden Quartetts unter anderem den bis dahin tapfer kämpfenden Carlos Sastre vom CSC-Team ein und flog dem Ziel entgegen. Kurz vor Etappenende geschah es dann. Hunderte Radsportfans blockierten die Straße und ließen weder Fahrer noch Begleitfahrzeuge durch. Man hatte einfach genug von diesem surrealen Schauspiel, man wollte so wie die Fahrer am Morgen ein Zeichen setzen. Man wollte nicht mehr den Fahrern zujubeln, deren Leistungen ohne medizinische Hilfsmittel nicht erklärbar ist. Denn die wahren Helden dieser Tour befanden sich weit abgeschlagen im Gruppetto. Fahrer denen man nach der Etappe deutlich ihre Qualen ansehen würde. Die Etappe wurde daraufhin annulliert, aber keiner dieser Fahrer beklagt sich, dass er die vielen Kilometer umsonst gefahren wäre.

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