Gute Laune-Zwang

Es gibt eine neue Umfrage hier. Zu einem ganz aktuellen Thema. Dazu mal eben folgendes:

Ich lief heute durch die Stadt. Freie Tage sind schön, aber das nur nebenbei. Was mir dabei auffiel, war die hohe Anzahl trübe dreinblickenden Gesichtern. So viele Menschen mit leerem Blick. Mit grauen Augen. Mit trägem Ausdruck. Fast nirgendwo ein Lächeln. Klar, das hängt sicher auch mit der Jahreszeit zusammen. Und dem Wetter. Aber mal ehrlich, kann es so viele miese Leben geben? Oder machen die meisten Menschen sich das Leben nur selber schwer? Obwohl oder gerade weil sie nicht wissen, wie gut es ihnen eigentlich geht. Weil man bei all dem Ärger über Kleinigkeiten den Blick auf das Ganze verloren hat. Oder noch nicht gefunden. Denn das Leben funktioniert genau andersrum. Man muss sich an den kleinen Dingen erfreuen können, um das große Ganze zu überstehen. Um überhaupt bewusst zu leben. Klingt abgedroschen, ist aber so. Finde ich. Kinder können das noch. Sich über jede Kleinigkeit freuen. Eine wunderbare Eigenschaft. Also muss diese Fähigkeit ja noch in jedem Menschen stecken. Versucht also bitte, diese nicht zu verlieren. Um euch nicht selbst das Leben schwer zu machen. Weil das Grau mit Farbe durchsetzt werden muss. Finde ich. Und bin damit hoffentlich nicht allein.

Lustig fand ich dann die Vorstellung, dass all die missmutigen Gesichter beim Fasching, so heißt das hier, plötzlich lustig sind. Freiwillig? Kann ich nicht einschätzen. Ich weiß nur, dass das Grau danach bald wieder auf diesen Menschen zu sehen sein wird.

Härtetest

Was für ein Tag. Es ist so, in meinem Bereich sind rund 350 Briefe pro Tag normal. Gestern waren es über 400 und ich habe es trotzdem gut geschafft. Und war dementsprechend stolz auf mich. Heute morgen dann hatte ich plötzlich 740(!!!) Briefe vor mir liegen. Und es ist ja nicht nur das Verteilen ansich, die Dinger müssen ja auch transportiert werden. Heute wog der Rucksack sicher 15 bis 20 Kilo. Ihr könnt ja mal 15 1 Liter-Flaschen in einen Rucksack packen, um das nachfühlen zu können. Und der Rucksack hat es auch nicht überlebt. Mitten in der Tour ist das Ding futsch gegangen und man musste mir einen neuen Rucksack bringen. So ein beschissener Tag war das heute. Zum Glück hat mir mein Bruder beim Austeilen geholfen. Mein Lieblingsbruder. Sonst wäre ich noch bis Mitternacht unterwegs. Oder würde total erschöpft irgendwo liegen.

Auf dem Heimweg mussten mich dann auch noch zwei so Möchtegern-Radfahrer ärgern. Auf Fitnessrädern, den hässlichsten Fahrrädern die es gibt. Die absolut keinen Stil haben und nur auf asphaltierten Radwegen gut funktionieren. Pfui. Zuerst hängen sich die zwei Typen, in ihren, man muss es so sagen, unglaublich schwulen, ganzkörperkondomähnlichen Anzügen, an mein Hinterrad. Um meinen Windschatten auszunutzen. Mich, also meine Energie, auszunutzen. Nachdem ich schon den ganzen Tag unterwegs war und kaum noch geradeaus fahren konnte. Ich bin dann extra langsam gefahren, aber die hingen weiter an mir dran. Lutscher nennt man sowas in der Fachsprache und solche Typen werden eigentlich auf der Stelle verprügelt. Die waren aber zu zweit und ich hatte keine Kraft mehr. Dann, urplötzlich, fahren die doch an mir vorbei, beschleunigen aber volle Kanne und wollen mich abhängen. Das ist das mieseste, was man als Radfahrer machen kann. Erst lutschen und dann dem anderen den eigenen Windschatten nicht bieten wollen. Das ist unterste Schublade, solche Typen fressen auch kleine Kinder und quälen Hunde. Und an dieser Stelle sei gesagt: Wir können gern ein Rennen fahren, dann aber unter fairen Umständen. Megadeppen! Die sind dann übrigens nur bis zur nächsten Kneipe gefahren.

Schön dagegen war heute eine andere Begegnung. Am Kindergarten. Die Kinder, so 2 oder 3 Jahre alt, spielten draußen und ich war gerade nebenan am Briefkasten. Da kamen 4 Kinderchen auf mich zu, hatten sich alle bei der Hand genommen und sagten ganz lieb und zurückhaltend „Hallo“. So herzig.
Und viel besser als so verwöhnte Öko-Gören. Schrecklich sind solche Kinder. Und die enstehen ja meist aus Radfahrer-Familien. Schlimme Sache. Wenn ich mal Kinder haben sollte, auch wenn das sehr unwahrscheinlich ist, dann werden die ordentlich erzogen. Mit strengen Regeln und viel Liebe, damit nicht so vorlaute Arschlöcher dabei rauskommen.

So, jetzt möchte ich nur noch sterben. Oder schlafen. Je nachdem. Eine Massage wäre auch sehr fein, der Rücken schmerzt wirklich sehr. Bekomm aber eh keine. Deswegen schau ich mich mal nach Dopingmitteln um. Also falls jemand Tipps diesbezüglich hat, immer her damit.

Gute Nacht!

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