Wiederauferstehung

Klappradl

Das ist mein allererstes Rad. Mit dem bin ich als junger Bursche durch die Gegend gedüst und habe allerlei Unfug angestellt. Das haben wir heute mehr oder weniger zufällig vom Heuboden geholt und ich muss sagen, es hat sich gut gehalten. Ein paar Rostflecken hier und da, aber alles noch funktionstüchtig. Natürlich auch die super Klingel, die ich damals von meinem Taschengeld im Landwarenhaus gekauft habe. Ja, sowas gab es damals. Taschengeld. Nee, Landwarenhaus natürlich. Da gab es alles zu kaufen, was es im Konsum nicht gab. Also alles außer Essen und Trinken. Dafür so aufregende Dinge wie Feuersteine, Taschenmesser, Schrauben und Stundenpläne. Was vergleichbares gibt es ja heute nicht mehr.
Ich bin mir übrigens sicher, dass da damals ein anderer Sattel dran war. Denn die Benutzung so eines Omasattels (der gehört wirklich meiner Omi) hätte mir meine Coolness nie erlaubt.

Außerdem waren wir heute im Frühling unterwegs. Sehr schön war das anzusehen. Und jetzt bitte ich um Vorschläge, was man in folgendem Bild in dem Fels erkennen kann. Für mich schaut das ein wenig wie der Kopf eines Panters aus, aber da gibt es sicher noch mehr Möglichkeiten.

Frühlingsaussicht

Kulturelle Arena-Nachbetrachtung

And now for something completely different. Ich habe einen kleinen Konzertbericht geschrieben. Klein deswegen, weil wenig Zeit und so. Finden kann man den hier. Es geht dabei natürlich um die Kulturarena, besser gesagt den Abschluss dieser mit der Amsterdam Klezmer Band. Hatte ich ja auch schon mal hier erwähnt. Mitten in der Nacht, unter Alkoholeinfluss. Aber mal was zur Kulturarena. Ich bin ja wirklich froh und dankbar dafür, dass ich diese Veranstaltung so oft besuchen durfte. Weil es meinen Horizont doch sehr erweitert hat. Schade nur, dass ich doch auch viel verpasst habe. Weil neben dem Arbeiten oft einfach die Kraft bei mir gefehlt hat. Aber eben, kann man jetzt auch nicht mehr ändern. Gibt schlimmeres.

Stattdessen mag ich lieber was zum Thema der neuen Umfrage erzählen. Milch also. Weil damals, als der kleine Danny noch in der Grundschule war, da gab es noch Schulmilch. Kennt ihr sowas auch? Bei meinem Bruder gab es das nach der Wende auch noch, aber das war anders. Da gab es Milch in Tetrapacks. Bei uns gab es damals die Milch in Glasflaschen. Auf denen kein richtiger Deckel war, sondern nur eine Kappe aus Alufolie. So wurde die Milch ja grundsätzlich in der DDR verkauft. War natürlich doof, wenn die Alufolienkappen (Haha, das erinnert mich jetzt aber an was anderes.) kaputt waren. Und zwei Schüler mussten jeden Tag den Kasten Milch aus der Kantine holen. Ich war immer in der ersten Woche nach den Ferien dran, weil mein Nachname ja mit B beginnt (Hätte jetzt niemand gedacht, gell.) und ich deswegen ganz oben im Klassenbuch stand.
Ist aber alles gar nicht so interessant. Aber es gab damals drei Geschmacksrichtungen. Schoko, Erdbeer und Vanille. Interessant war dabei, dass die Vorlieben für bestimmte Geschmacksrichtungen von der Herkunft des Kindes abhängig waren. War wirklich so, ich schwör. Es gab Schoko- und Erdbeer-Dörfer. Und dabei ist auch kein Kind aus der Reihe getanzt. Womit das zusammengehangen haben könnte, darüber könnt ihr gern mit mir spekulieren. Für die beste Idee gibt es einen Spekulatius. Wahlweise auch mit Schoko-Geschmack.

Happy Geburtstag Herr-B.de bzw. herr-b.com!

Unglaublich, aber wahr, diese kleine Netzseite wird heute 3 Jahre alt. Schon über 20.000 Besucher haben sie in diesem Zeitraum angeschaut, vermute ich zumindest. Genau kann ich das gerade nicht sagen, weil ich gar nicht da bin. Und weil ich nicht im Internet drinne bin zurzeit, muss die Seite leider ohne mich feiern. Aber dafür mit euch, wer auch immer das hier liest. Und weil ich kein Kinderbild von der lieben Seite habe, muss eben eines von mir herhalten. Jippie und alles Gute, liebe Seite!

9. November

Ich weiß ja noch genau, wie das vor 18 Jahren so war. Weil dieser Einschnitt in mein Leben (und nicht nur meines) damals sehr heftig war.

Die Eltern waren abends in der Kirche. Nicht weil sie an Gott glauben, sondern weil da ein Orgelkonzert war und man sich in dieser Zeit desöfteren in Kirchen aufhielt. Mein Bruder und ich wurden dann geweckt und die Mutter erzählte uns, die Grenzen wären offen und solche Sache. Begriffen habe ich es das auf die Schnelle damals nicht. Erst als wir dann im nächsten Tag in der Schule drüber geredet haben.

Zwei Tage später, am 4. Geburtstag meines Bruders, unternahmen wir dann den ersten Versuch einer Reise in den Westen. Wir sind aber Richtung Süden gefahren, Richtung Bayern. Weit kamen wir nicht, denn wir waren nicht die Einzigen mit dieser Idee. So standen wir den ganzen Tag im Stau. Eine ganz neue Erfahrung, schließlich waren früher die Autobahnen bei uns eher leer bis ganz leer. Und so ging es, wenn überhaupt, nur im Schritttempo voran. Mein Bruder durfte so auch mal lenken, das fand er natürlich großartig. Als es Nacht wurde und wir noch gut hundert Kilometer von der Grenze entfernt waren, drehten wir um (damals gab es noch keine Mittelleitplanken) und fuhren wieder nach Hause.

Ein paar Tage später gelang es uns dann aber doch und wir fuhren nach Erlangen, so wie das halb Jena damals getan hat. Dort gab es dann Begrüßungsgeld, Bananen und aber auch aufregende Dinge. Ananas im Stück und nicht in der Dose. Und viele unbekannte Obstsorten, vor allem diese Kiwis mit den Haaren dran waren damals sehr interessant für uns.

Ja, so war das damals.

Tag der deutschen Einheit

Ich sollte hier vielleicht mal wieder was schreiben, glaub ich. Auch wenn es nicht viel Neues gibt. Und mir auch die Motivation fehlt.

Konzertmäßig gibt es eh nichts zu berichten. Und das wird sich voraussichtlich erst Ende des Monats ändern. Darauf freue ich mich schon sehr. Aber ob es dann dazu auch einen Bericht gibt, wage ich zu bezweifeln. Ich will das lieber voll und ganz genießen. In mich aufsaugen. Ja.

Heute war mein erster Arbeitstag. Seit ein paar Wochen. Und ich war froh darüber. Nicht weil die Arbeit so toll ist und ich die vermisst hätte. Nein, ich war froh über die Ablenkung. Und meine Zeit ohne Rivella ist vorbei. Zum Glück. Das Zeug tut gut. Ist natürlich nur eine Einbildung meinerseits, aber besser als nichts. Ich habe es echt vermisst. Vor allem wegen dem Gefühl, das mit dem Geschmack verbunden ist.

Morgen ist übrigens Tag der deutschen Einheit. Soll der Onkel Danny euch was dazu erzählen, Kinners? Also ich kann mich noch ganz gut an diese Zeit erinnern. Das war sehr aufregend für uns. Die Wende. Ich bin damals in die 6. Klasse gekommen. 1990. In den Sommerferien sind wir von der Schule aus an die Ostsee gefahren. Das besondere an der Fahrt war, dass wir zum ersten Mal mit Westgeld ausgestattet waren. Wo genau wir da waren, weiß ich nicht mehr. Irgendwo an der Ostsee. Da haben wir Ärger mit den Älteren bekommen, weil wir von denen eine Kassette mit unserer Musik überspielt hatten. Unsere Musik war rumtrommeln auf diversen Gegenständen und eigenartigen Laute dazu. Und eines Tages waren wir am Strand und der Mann unserer Klassenlehrerin hatte eine Bild-Zeitung. Da stand dann drin, dass man sich auf den 3. Oktober als Datum für die Wiedervereinigung geeinigt hatte. Mehr verbinde ich mit diesem Tag aber nicht. Es gab viele wichtigere Daten zur Wendezeit. Dieser 3. Oktober war einfach nur ein festgelegtes Datum. Ohne wirklichen Bezug. Man hätte lieber den Tag des Mauerfalls wählen sollen, das dachte ich mir schon damals. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

you’ll never walk alone

So, nachdem ich das Buch schon lesen durfte, möchte ich nun hier meine Meinung dazu kundtun.

Erstmal kurz zum Inhalt. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen, der neben der ihm schon angehörigen Leidenschaft zum Fußball, dank seines großen Bruders, die zweite Liebe seines Lebens entdeckt, die Rockmusik. Und er seinem Bruder dabei hilft, eine schon verloren geglaubte Liebe wieder zu erlangen. Diese drei Dinge: Fußball, Rockmusik und Bruderliebe, bilden eine verwobene Einheit, welche die Kindheit des Protagonisten darstellt.

Was das besondere an diesem Buch ist, es nimmt einen mit auf eine Reise in die eigene Kindheit. Jedenfalls wenn man diese in einer Zeit erlebt hat, als man sich zum Fußball spielen noch nicht vor den Computer gesetzt hat. Und man entdeckt so viel Dinge und Begebenheiten, die man vielleicht schon lange wieder vergessen hatte. Und selbst wenn ich fünf Jahre jünger als der Flo bin; auf der anderen Seite der deutsch- deutschen Grenze aufgewachsen bin; wir „Club- Cola“ oder Maracuja- Brause statt Sinalco getrunken haben; ich nur einen Lederball hatte, wenn mein Opi einen aus der Saale gefischt hatte und dann auch nur so lange, bis wir den wieder in dieselbe geschossen haben; meine fußballerische Karriere viel kürzer war, geschuldet der Tatsache, dass ich meine Brille in der Kabine lassen musste, da diese nicht zu Bruch gehen durfte; niemals jemand von uns ein eigenes Fußballtrikot hatte; ich von den erwähnten Bands damals noch gar nichts wusste; ich der große Bruder bin, der dem kleinen seinen Musikgeschmack vorgelebt hat; ich als Junge nie in einem Stadion war, sondern nur auf unserem Sportplatz und ich das Lied „there is a light that never goes out“ gar nicht im Original kenne, sondern nur als Cover von Nada Surf (es aber trotzdem sehr schätze, wenn auch erst seit kurzem)… trotz all dem wird da ebenso meine Geschichte erzählt, meine Kindheit. Und die Kindheit aller Jungen, die mit aufgeschrammten Knien und grasbefleckten Hosen zwei Stunden zu spät nach Hause kamen, weil auf dem Bolzplatz mal wieder die Weltmeisterschaft ausgespielt werden musste. Oder die schon immer die weltbesten Luftgitarre Spieler waren, bevor es überhaupt einen Wettbewerb in dieser Disziplin gab.

Und dies alles wird in einer sehr lebendigen, humorvollen Sprache beschrieben, dass es eine wahre Freude ist. Der Autor pflegt bei den Wortspielen eine ebenso hohe Spielkultur, wie damals auf dem Fußballplatz. Die Metaphern werden wie Übersteiger eingesetzt, und trotz aller Schönspielerei wird am Ende doch das wichtige Tor gemacht. Und die Liebeserklärung an die Musik im vierten Kapitel ist so ein Moment. Ich habe in keiner Musikzeitschrift oder ähnlichem jemals etwas so leidenschaftliches und mitreißendes gelesen. Das sind Gänsehautmomente, so als würden die Bolzplatz Heroes „most important souvenir“ zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf die perfekte Art und Weise spielen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Dieser Roman ist der Alfons Zitterbacke der Fußballmusikwelt.

you’ll never walk alone von Florian Weber bei Amazon

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