Petsch Moser- Reforma

Es wurde langsam Zeit. So genau weiß ich gar nicht mehr, warum es so lange gedauert hat. Ich habe mir das Album irgendwann im Sommer angehört auf der Wohnzimmer-Homepage. Und es hat mich damals überhaupt nicht berührt. Das fand ich sehr traurig. Auch hat mir „Gustav K.“ auf dem PLUS nicht gefallen. Vor allem aber klang es so ganz anders als das, was man vorher von den Pemos kannte. Aber nun habe ich das Album doch, endlich.

Man braucht schon eine Weile um sich rein zu hören. Denn sie haben sich verändert, ganz klar. Aber dann passiert es wieder. Man entdeckt Stellen in den Liedern, die Gefühle auslösen. Die etwas spüren lassen. Manchmal eine einfache Gänsehaut, manchmal geht es noch viel tiefer. Und man hört es immer wieder an und findet immer mehr solche Stellen. Und dann ist man endlich drin, im neuen Petsch Moser-Album.

Schon die ersten drei Lieder nehmen einen mit an die Stellen im Leben, die man so gut kennt. Wo mal was passiert ist. An Stellen, an die man sich gern oder nur sehr ungern erinnert, die aber in einem drin stecken. Und so geht es dann mit ein paar Ausnahmen weiter. Aber meine persönlichen Highlights im Moment sind „Festes Land“ und „Die wahren Bedürftigen“. Und auch wenn man mal im ersten Moment denkt, Stopp, irgendwie passt doch da Musik und Text gar nicht zusammen. Es passt eben doch, auf eine ganz besondere Weise. Und schon allein dies macht das Album zu etwas besonderem. Aber auch zu etwas, was man nicht nebenbei mal hören kann und sollte. Ganz sicher nicht. Am besten hört man sich das Ganze wohl live an. Aber das ist mir leider verwehrt geblieben. Schade.

Aber noch etwas fällt auf. Zumindest mir. Das ist eine Sache, die mich beim Hören sehr beschäftigt. Ich weiß nicht was damals passiert ist und welche Gründe der Ausstieg hatte. Aber für mich ist Petsch Moser ohne Remy nicht mehr das, was es vorher war. Wenn ich nur an „Kranker Mann“ denke. Ich kenne keine andere Band, die solche Themen in so einer Art und Weise verarbeitet. Und genau das ist es, was diese Band für mich zu etwas besonderem gemacht haben. Schließlich ist „Fehler“ nicht nur ein Lied, das mich sehr berührt. Nein, dieses Lied hat mein Leben verändert. Aber diese Band existiert leider nicht mehr. Ohne Remy sind Petsch Moser sicher noch eine sehr gute Band, aber nur eine von vielen. Das finde ich persönlich sehr schade.

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