Ausflug zur Chummlihütte

Heute hatte ich mir in den Kopf gesetzt, bis zur Chummlihütte unterhalb des Morgetepasses zu fahren. Auf knapp 1’800 Meter Höhe und damit über der Baumgrenze. Um überhaupt in die Nähe zu kommen, stand ein langer Aufstieg Richtung Gantrisch an.

Ausblick auf das Guggershorn.
Blick auf Schwefelbergbad und Ochse.

Als die Baumgrenze erreicht war und die Luft immer dünner wurde, war jeder weitere Höhenmeter hart erkämpft. Und dann kurz unterhalb der Hütte ging es nicht mehr weiter, zumindest nicht mit dem Bike. Da lag tatsächlich noch immer Schnee und ich musste das Bike kurz schieben, um ein paar Minuten später endlich den wunderbaren Ausblick auf den Morgetepass genießen zu können.

Blick auf die Chummlispitz.
Blick auf Birehubel.
Blick Richtung Gantrisch 100 Höhenmeter unter der Chummlihütte.
Kleines Hindernis kurz vor der Chummlihütte.
Frische Blumen und Blick Richtung Morgetepass.
Die Chummlihütte mit Chummlispitz im Hintergrund.
Der Gantrisch von der Chummlihütte aus gesehen.
Blick zum Morgetepass mit noch mehr Blumen.

Allerdings war es oben durch den Wind doch recht kühl, deswegen machte ich mich bald wieder an die Abfahrt, zunächst allerdings zu einem Zwischenstopp am Gantrischseeli.

Blick auf das Gantrischseeli.
Gantrischseeli mit Gantrisch und Chummlispitz im Hintergrund.

Weiter ging es dann entlang der Gürbe. Und zwar vom Gürbefall runter nach Burgistein, wo allerdings der Zug ohne Vorwarnung plötzlich so viel Verspätung hatte, dass ich doch mit dem Bike weiter entlang der Gürbe bis nach Hause gefahren bin.

Die Tschingelflue mit Gürbefall.

Auffahrt zum Niederhorn und Abfahrt in den Sonnenuntergang

Am Auffahrtstag habe ich mich zum ersten Mal seit Beginn der Coronakrise wieder in den Zug gesetzt und bin mitsamt Bike Richtung Berge gefahren. Genauer gesagt bis nach Thun, von dort ging es aus eigener Kraft weiter entlang der viel zu stark befahrenen Straße nach Interlaken.

Habkern in der prallen Sonne.

Und dann ging es nur noch bergauf, bei Sonnenschein und dementsprechend schweisstreibend zunächst bis nach Habkern und danach weiter bis auf das Niederhorn.

Rast am Brünnli mit Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau.
Beste Aussicht nach dem langen Anstieg, auch wenn sich Eiger, Mönch und Jungfrau mehr in Wolken hüllen.

Oben am Niederhorn war es so ruhig wie noch nie. Da die Bergbahn nicht fährt und das Berghaus geschlossen ist, fehlt der menschengemachte Lärm. Zwar hatte es ein paar Wanderer, aber auch die genossen größtenteils lieber die Ruhe. Nur ein verrückter Krähenvogel wollte unbedingt auf sich aufmerksam machen und flog mehrmals so knapp über meinen Kopf hinweg, dass es so klang, als würde ein Gleitschirmflieger neben mir landen wollen.

Ausblick am Niederhorn mit verrücktem Krähenvogel.
Blick hinab ins Justital und auf den Sichle-Pass.
Blick vom Niederhorn auf das Sigriswiler Rothorn.
Letzter Blick vom Niederhorn auf den Thunersee vor der Abfahrt.

Nach all der Ruhe oben hatte ich wenig Lust auf die volle Strasse und die vielen Menschen in Thun und im Zug. So entschied ich mich, den Weg nach Hause mit dem Bike zurückzulegen. Ziemlich verrückt, denn dieser Weg war noch sehr weit und ich sehr müde. Der Weg führte mich von Beatenberg nach Steffisburg mit Ausblick auf das Zulgtal und dann weiter entlang der Aare. Bis ich wenige Minuten vor Sonnenuntergang wieder an der Haustür stand und über 100 Kilometer und 2’200 Höhenmeter in den Beinen hatte.

Schöner Baum und schöne Aussicht bei Beatenberg.

Tausche Pollen gegen Schnee

Der Ententeich unterhalb vom Gantrisch ist noch ohne Enten.

Das 2020er-Jahr ist in vieler Hinsicht verrückt. Abgesehen vom Virus scheinen auch die Jahreszeiten ein wenig durcheinander geraten zu sein. Zunächst hatte es keinen richtigen Winter, zumindest hier unten nicht. Und dann beginnt der Frühling so früh und heftig, dass meine Heuschnupfenzeit fast einen Monat eher als sonst beginnt. So bleibt nur die Option, in die Berge zu flüchten, eben so weit hinauf, wie der Restschnee das Biken zulässt.

Die Pflanzen blühen und gedeihen, wo der Schnee weg ist.
Ein paar Meter weiter oben konnten sich erst die Krokusse durchsetzen.
Der Blick auf die Nünenenflue.

Also bin ich gestern bis Obernünenen gefahren, auf 1’705 Meter. Genau dort verlief die Grenze zwischen Winter und Frühling. Von unten war die Wiese saftig grün und diverse Blumen blühten, von oben beanspruchte der Schnee sein Restterritorium und dazwischen suchten sich die Krokusse ihren Platz.

Der Gantrisch heute mit Wolkenmütze.
Auf dem Weg zum Leiterenpass liegt noch etwas Schnee.

Die Verhältnisse am Leiterenpass waren ziemlich genau so wie Anfang Juni im letzten Jahr. Es war damals sogar ebenfalls der neunte Tag des Monats, fällt mir gerade auf.

Blick zurück gut 200 Meter tiefer, mit Plastebison in der Pollenwiese.

Diese Tour gestern war nicht mein erster Ausflug in diesem Jahr Richtung Gantrisch. In den letzten Wochen war ich recht oft da oben und habe auch ab und an mein Bike durch den Schnee getragen. Und mich immer ein Stück höher gekämpft. Deswegen hier noch ein Bonusbild vom Gantrischseeli, von meiner Tour eine Woche vorher.

Schneereste am Gantrischseeli

Auffahrt zum Gantrischseeli

Ausblick auf die Berge 400 Meter nach dem Start.
Ausblick auf die Berge 400 Meter nach dem Start.

Nach vielen grauen Maitagen kam pünktlich zum Auffahrtstag endlich mal wieder die Sonne raus. Was liegt dann näher, als Auffahrt wörtlich zu nehmen und eine Tour hinauf in die Bergwelt zu wagen.

Schneereste auf dem Weg zum Gurnigelpass.
Schneereste auf dem Weg zum Gurnigelpass.
Frühblüher auf 1'400 Meter Höhe.
Frühblüher auf 1’400 Meter Höhe.

Oberhalb von 1’200 Meter Höhe ist der Schnee erst seit kurzem auf dem Rückzug und so gibt es dort noch Schneefelder, aber auch Frühblüher auf den Wiesen.

Am Ufer des Gantrischseelis.
Am Ufer des Gantrischseelis.
Idylle am Gantrischseeli.
Idylle am Gantrischseeli.

Oben auf 1’600 Meter Höhe am Seeli war es recht frisch und ein paar Meter weiter oben begann die Schneedecke, aber es bot sich auch ein sehr feines Panorama.

Blick zurück aufs Gantrischseeli.
Blick zurück aufs Gantrischseeli.
Die ersten Kühen, die schon die Höhenluft genießen dürfen.
Die ersten Kühen, die schon die Höhenluft genießen dürfen.

Eine schnelle Abfahrt später ist der Schnee schon wieder weit weg, die Luft ist warm, überall blüht es und die Pollen kitzeln wieder in der Nase.

Frühlingswiese und Blick zum Thunersee und aufs Oberland.
Frühlingswiese und Blick zum Thunersee und aufs Oberland.
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Flucht in die Sonne am Niederhorn

Grauer Ausblick auf Thun nach zwei Stunden Kletterei.
Grauer Ausblick auf Thun nach zwei Stunden Kletterei.

Seit Tagen ist es hier unten grau und trist, während oben in den Bergen die Sonne scheint. Heute kamen noch frostige Temperaturen dazu, weswegen nur noch die Flucht hinauf übrig blieb.

Der erste Blick auf den blauen Himmel im Justital.
Der erste Blick auf den blauen Himmel im Justital.

Die Flucht aus dem Nebel gestaltete sich als sehr zäh. Weil die Nebeldecke erst auf 1’500 Meter zurückwich und die Sonnenstrahlen freigab. Das bedeutet über zweieinhalb Stunden Kletterei.

Das wunderschöne Berner Oberland-Panorama über dem Nebel.
Das wunderschöne Berner Oberland-Panorama über dem Nebel.

Der Blick vom Niederhorn auf das Nebelmeer.
Der Blick vom Niederhorn auf das Nebelmeer.

Das riesige Nebelmeer.
Das riesige Nebelmeer.

Oben in der anderen Welt waren zwar viele Menschen unterwegs, aber angesichts der wunderbaren Aussicht auf die Berge und das Nebelmeer kann man dies auch niemanden verdenken. Leider sind die Tage schon so kurz, dass man die Sonnenwelt nicht so lange wie gewünscht geniessen kann. Und so verschluckte uns dann bald wieder das graue und kalte Nebelmeer.

Die letzten Sonnenstrahlen kurz vor der Rückkehr in den Nebel.
Die letzten Sonnenstrahlen kurz vor der Rückkehr in den Nebel.