Gedankenblitz

Mir ist gerade so eine Idee in den Kopf geschossen. Das perfekte Gadget (so nennt man das heutzutage) für das Konzertpublikum von heute. Nämlich ein riesiges Mobiltelefon. Am besten aufblasbar, damit man es nicht am Einlass abgeben muss. Und dann, wenn während eines Konzerts alle ihr Handy rausholen, um zu filmen und die Videos dann auf youtube hochladen zu können, hält man sein riesiges Handy hoch und ist die coolste Sau von allen. Wenn das mal nicht eine großartige Idee ist. Vielleicht kann man ja noch Lichteffekte und so Sachen einbauen. Und ich bin mir sicher, das funktioniert immer. Egal ob auf einem riesigen Festival oder Coldplay-Konzert oder im kleinen Club. Möchte jemand mit mir diese Idee realisieren?

Konzertpublikum 2.0

Ich muss nochmals auf diesen, von mir proklamierten, Begriff zurück kommen. Denn am Samstag lief die Sendung „30 Jahre Rockpalast“, mit einem sehr interessantem Konzept. Leider habe ich nur das Ende gesehen, aber egal. Es wurden nämlich verschiedene Live-Mitschnitte eines Songs aus unterschiedlichen Jahren zusammen geschnitten. Also es wurde ein Song gezeigt, in diesem Fall einer von Silverchair, zuerst ein Stück von einem Konzert von 1998, dann ein Stück von 2000, dann von 2002 und so weiter. Das wirklich Interessante dabei war für mich das Publikum. Man hat deutlich gesehen, wie sehr sich das Konzertpublikum in den letzten 10 Jahren verändert hat. Fand ich jedenfalls. Während früher noch die Musik im Mittelpunkt stand und regelrecht abgefeiert wurde, blieb am Ende nur noch das „Jump, Motherfuckers!“ von Daniel Johns, dem Sänger von Silverchair im Ohr. Das Publikum blieb trotz der Aufforderung aber eher regungslos und man sah nur hier und da ein Fotohandy aufblitzen.

Today i stay in bed.

Ich präge jetzt mal ein neues Schlagwort: Konzertpublikum 2.0

Alles was angeblich irgendwie neu und anders ist, wird ja heute mit 2.0 bezeichnet. Man muss sich dieses Publikum nun so vorstellen. Hauptsächlich besteht es aus Jungen, denen gerade die ersten Schamhaare gewachsen sind. Die der Meinung sind die besten Konzerten sind die, wo am meisten gepogt wird. Aber nicht der Pogo wie wir ihn kennen. Der Pogo 2.0 (Ha, noch was Neues!) besteht darin, möglichst rücksichtslos in andere Leute zu springen und/oder andere Menschen möglichst heftig durch die Gegend zu schubsen. Selbst wenn diese einen Kopf größer und doppelt so alt sind. Der weibliche Teil des Publikums 2.0 dagegen holt bei jeder Gelegenheit das Handy raus, um Fotos oder besser Videos zu machen, um diese dann ins Internet stellen zu können. Gemein ist allen Mitgliedern des Publikums 2.0, dass man nur auf Konzerte geht, um Spaß zu haben. Dabei ist es völlig irrelevant, wer spielt und was das für Musik ist. Hauptsache man schmeißt sich ordentlich durch die Gegend oder macht genügend Videos.

So, das sollte man vielleicht wissen, bevor man diesen Bericht von mir liest. Und bitte nicht falsch verstehen, das Konzert an sich war wirklich großartig und vor allem die Songauswahl absolut spitze. Und wenn ich mal so alt bin um ein Sportfreunde-Konzert von einer Tribüne aus zu genießen, ist mir das Publikum 2.0 auch egal.

Immerhin sind wir trotz Unwetter und Überschwemmungen heil nach Hause gekommen, ist ja auch schon was.

Lied des Tages: Lunik – melody

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