Lobpreisung

Ich möchte mal mein Fahrrad loben. Dieses tapfere Ding. Denn es ist schon ungewöhnlich, wie es all die Belastungen verkraftet. All den Regen, den Schnee, das Eis, die Kälte, den Dreck, den Matsch und den Schlamm (Wieso gibt es eigentlich im Winter so viele Baustellen?). Mein Fahrrad aber läuft ohne zu Murren. Nichts quietscht, es setzt keinen Rost an, alles flutscht einwandfrei und selbst die Bremsen funktionieren problemlos. Ist ja nicht selbstverständlich sowas. Letztens sah ich wieder ein Fahrrad, wo der komplette Antrieb total verrostet war. Sowas ist ungesund und unschön. Bei meinem Fahrrad sieht das anders aus.
Klar, es bekommt ja auch die beste Pflege, die ich bieten kann. Nach einem Arbeitstag mit Schnee oder Regen bekommt zuerst das Fahrrad eine warme Dusche, danach erst ich. So muss das auch sein. Und deswegen hält mein liebes Rad auch so tapfer durch. Im Gegensatz zu mir, ich bin krank.

Lichtspiele

Am Wochenende wird ja die Zeit umgestellt. Auf wieder normal. Das hat für mich dann den Vorteil, dass ich am Morgen erstmal kein Licht mehr am Fahrrad brauche. Der Nachteil ist natürlich, dass es eher dunkel wird. Aber früher oder später brauch ich eben wieder Licht am Fahrrad, egal ob für den Hin- oder Rückweg. Und warum nicht gleich was richtiges installieren. So wie auf dem folgenden Video. Für 50% mehr Gehalt würde ich dann sogar mit dem Firmenlogo rumfahren. Und das ist richtig hässlich.

http://www.youtube.com/watch?v=DLtbeU8FJW0

Weltverbesserung

Es gibt viele Dinge auf dieser Welt, die ich nicht verstehe. Sehr viele. Eine Sache aus dieser Kategorie ist, weshalb so viele Radfahrer nicht kapieren, dass sie gefälligst die rechte Seite einer Straße bzw. eines Weges zu benutzen haben. Rechtsfahrgebot hieß das offiziell in der Fahrschule. Und das gilt eben nicht nur für Auto-, sondern auch für Radfahrer. Und trotzdem gibt es sie haufenweise, die radelnden Geisterfahrer. Dabei spielt Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Alkoholkonsum keine Rolle. Selbst Mütter mit ihren Kindern schaffen es nicht, die richtige Straßenseite zu benutzen. Ich versteh’s einfach nicht. Heut hätte mich beinahe eine Rentnerin über den Haufen gefahren und es war nicht das erste Mal, dass es zu so einem Zwischenfall kam.

Hier in Jena ist es leider so, dass Radwege absolute Mangelware sind. Überhaupt ist das Radfahren hier sehr unbequem und teilweise echt gefährlich. Und wenn mal Radwege gebaut wurden, dann die absolut unsinnigste Variante. Also dass Radweg und Gehweg zusammen gelegt werden. Was eben wirklich die dämlichste Lösung ist. Das sollte eigentlich auch schon bis zu den verantwortlichen Stadtplanern und Politikern durchgedrungen sein. Denn erstens schaffen solche Radwege nur unnötige Berührungspunkte zwischen Radfahrern und Fußgängern. Auch wenn die beiden Bereiche farblich abgetrennt sind, schaffen es die Fußgänger doch immer wieder, den Radweg zu blockieren. Egal wie breit der gesamte Weg ist. Und zweitens werden Radfahrer auf solchen, von der eigentlichen Fahrbahn abgetrennten Wegen schnell von den Autofahrern übersehen. Da muss noch nicht mal Absicht dahinter stecken. Deswegen sind extra Fahrstreifen für Radfahrer die beste Lösung. So wie es sie beispielweise in der Schweiz überall gibt. Und in Jena wäre an vielen Stellen sogar mehr als genügend Platz für sowas. Aber es passiert nichts. Keiner scheint auf die Idee zu kommen, solche Fahrstreifen einrichten zu lassen. Obwohl der Radfahreranteil am Verkehrsaufkommen hier recht hoch ist und immer weiter steigt. Dafür werden dann lieber mal Gehwege für Radfahrer freigegeben. Wie am Löbdergraben. Wer auf die Idee gekommen ist, gehört auf ein Fahrrad gesetzt und dazu gezwungen, den ganzen Tag diesen Weg auf und ab zu fahren. Bis demjenigen klar wird, dass dort Gefahrenpotential geschaffen wurde, das eher an einen Schildbürgerstreich erinnert. Ja, und dann sind da eben noch die Radwege, auf denen einem immer Geisterfahrer entgegen kommen. Was denken sich die Menschen eigentlich dabei? Denken die überhaupt?

Noch was anderes:

1. Hurra: I love the weakis so much. Heute auf dem Weg zur Arbeit „one great city!“ im Ohr. Und genau an der Stelle, wo ich über die doofen Straßenbahnschienen fahren muss und immer ordentlich durchgeschüttelt werde, kam die Textzeile: „I hate Winnipeg.“

2. Hurra: Rivella-Nachschub wurde bestellt, endlich!

Härtetest

Was für ein Tag. Es ist so, in meinem Bereich sind rund 350 Briefe pro Tag normal. Gestern waren es über 400 und ich habe es trotzdem gut geschafft. Und war dementsprechend stolz auf mich. Heute morgen dann hatte ich plötzlich 740(!!!) Briefe vor mir liegen. Und es ist ja nicht nur das Verteilen ansich, die Dinger müssen ja auch transportiert werden. Heute wog der Rucksack sicher 15 bis 20 Kilo. Ihr könnt ja mal 15 1 Liter-Flaschen in einen Rucksack packen, um das nachfühlen zu können. Und der Rucksack hat es auch nicht überlebt. Mitten in der Tour ist das Ding futsch gegangen und man musste mir einen neuen Rucksack bringen. So ein beschissener Tag war das heute. Zum Glück hat mir mein Bruder beim Austeilen geholfen. Mein Lieblingsbruder. Sonst wäre ich noch bis Mitternacht unterwegs. Oder würde total erschöpft irgendwo liegen.

Auf dem Heimweg mussten mich dann auch noch zwei so Möchtegern-Radfahrer ärgern. Auf Fitnessrädern, den hässlichsten Fahrrädern die es gibt. Die absolut keinen Stil haben und nur auf asphaltierten Radwegen gut funktionieren. Pfui. Zuerst hängen sich die zwei Typen, in ihren, man muss es so sagen, unglaublich schwulen, ganzkörperkondomähnlichen Anzügen, an mein Hinterrad. Um meinen Windschatten auszunutzen. Mich, also meine Energie, auszunutzen. Nachdem ich schon den ganzen Tag unterwegs war und kaum noch geradeaus fahren konnte. Ich bin dann extra langsam gefahren, aber die hingen weiter an mir dran. Lutscher nennt man sowas in der Fachsprache und solche Typen werden eigentlich auf der Stelle verprügelt. Die waren aber zu zweit und ich hatte keine Kraft mehr. Dann, urplötzlich, fahren die doch an mir vorbei, beschleunigen aber volle Kanne und wollen mich abhängen. Das ist das mieseste, was man als Radfahrer machen kann. Erst lutschen und dann dem anderen den eigenen Windschatten nicht bieten wollen. Das ist unterste Schublade, solche Typen fressen auch kleine Kinder und quälen Hunde. Und an dieser Stelle sei gesagt: Wir können gern ein Rennen fahren, dann aber unter fairen Umständen. Megadeppen! Die sind dann übrigens nur bis zur nächsten Kneipe gefahren.

Schön dagegen war heute eine andere Begegnung. Am Kindergarten. Die Kinder, so 2 oder 3 Jahre alt, spielten draußen und ich war gerade nebenan am Briefkasten. Da kamen 4 Kinderchen auf mich zu, hatten sich alle bei der Hand genommen und sagten ganz lieb und zurückhaltend „Hallo“. So herzig.
Und viel besser als so verwöhnte Öko-Gören. Schrecklich sind solche Kinder. Und die enstehen ja meist aus Radfahrer-Familien. Schlimme Sache. Wenn ich mal Kinder haben sollte, auch wenn das sehr unwahrscheinlich ist, dann werden die ordentlich erzogen. Mit strengen Regeln und viel Liebe, damit nicht so vorlaute Arschlöcher dabei rauskommen.

So, jetzt möchte ich nur noch sterben. Oder schlafen. Je nachdem. Eine Massage wäre auch sehr fein, der Rücken schmerzt wirklich sehr. Bekomm aber eh keine. Deswegen schau ich mich mal nach Dopingmitteln um. Also falls jemand Tipps diesbezüglich hat, immer her damit.

Gute Nacht!

Träumer

Sowas ist halt total typisch für mich. Ich war heute wieder mit dem Rad unterwegs. Plötzlich erwache ich aus meinen Tagträumen und es stellen sich mir nur zwei Fragen: Wo bin ich hier? Und wie bin ich hierher gekommen? Da es aber nur einen Weg weit und breit gab, war die zweite Frage schnell beantwortet. Und da dieser Weg direkt vor mir endete, blieb mir auch nichts weiter übrig als umzudrehen.

Aber zum Glück sind manche Deppen genauso reaktionsschnell wie dumm, sonst wäre ich gar nicht so weit gekommen. Sonst wäre ich höchstwahrscheinlich überhaupt nicht mehr irgendwohin gekommen. Glück gehabt, könnte man sagen. Ist aber Ansichtssache. Und über Glück sollte man am besten gar nicht erst anfangen nachzudenken. Ich zumindest.

Raubkopierer

1817 entwickelte der Deutsche Karl Freiherr von Drais seine Laufmaschine, auch „Draisine“ oder „Veloziped“ genannt, welche der Vorgänger des Fahrrads ist. Diese Erfindung wurde nach und nach in ganz Europa bekannt, so auch in England. Allerdings kannte man dort nicht die Originalmaschine, sondern nur die Zeichnungen von Herrn von Drais. Und der Herr war natürlich nicht dumm und hat als Schutz gegen Raubkopien seine ebenfalls sehr wichtige Erfindung, die Schleifbremse, in den Zeichnungen versteckt. Deswegen fuhren die Engländer lange Zeit Velozipede ohne Bremsen, was zu sehr, sehr vielen Unfällen führte.

Pale, Verletzungen, Wein und anderes

Ich habe eine Flasche leckeren Rotwein geöffnet und endlich den Bericht vom Palekonzert in der Moritzbastei fertig gestellt. Das Tolle daran, es gibt auch Bilder zu sehen. Prima.

Ich habe auch alle Seite hier so bearbeitet, dass diese jetzt auch mit dem Internet Explorer noch einigermaßen gut aussehen sollten. Hoffe ich zumindest. Aber man sollte dieses Programm echt nicht benutzen. Hört mal auf den Onkel Danny. Xenia, Lisl und wer sonst noch sowas tut. Mit Firefox sieht die Seite hier viel schöner aus, ehrlich.

Desweiteren habe ich heute mein Fahrrad geputzt. Das Rote. Aber anstatt mir dankbar dafür zu sein, hat es mich verletzt. So wie eigentlich immer. Naja, vielleicht ist es doch meine eigene Dummheit.

Ich warte jetzt darauf, dass mich „silly lily, funny bunny“ besucht und trinke deswegen weiter. Prost.

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