Tour de Schnellstraße

Wenn ich den Radweg direkt neben der Schnellstraße in Jena entlang fahre, geht immer der Rennfahrer mit mir durch. Schnellstraße ist übrigens unsere „Stadtautobahn“. Und daneben ist eben der Radweg. Der wahrscheinlich meist frequentierte Radweg der Stadt. Besonders im Sommer. Und eben, wenn ich da entlang fahre, sind plötzlich alle Radfahrer Konkurrenten. Was ich da schon für epochale Rennen bestritten habe! Und meist großartige Siege errungen, klar. Andere Fahrer einfach abgeschüttelt. Oder überholt und stehen gelassen. Großmütige in die Schranken verwiesen, indem ich mich ins Hinterrad deren verbissen und sie dann doch überholt habe. Und oft bis zum letzten Schweißtropfen kämpfte.

Nur leider werden diese Wettkämpfe immer mehr von sogenannten Joggern behindert. Also Menschen, die glauben, sie würden ihrer Gesundheit mit Laufen etwas Gutes tun. Ist ja noch halbwegs okay. Was mir aber völlig suspekt ist, sind Jogger bzw. Joggerinnen in Jeanshosen. Suspekter geht es gar nicht.

Benennt eine Straße nach mir!

Ich habe ja nun bald wieder mal Geburtstag. In exakt 5 Wochen. Panik! Falls mir da jemand wirklich eine Freude machen will, hier mein Wunsch: Ich hätte gern einen eigenen Radweg. „Jaaa, nee, is klar.“ Aber doch, das geht wirklich. Hat sich zumindest schon mal jemand ausgedacht. Ein Rücklicht, das eine Radwegmarkierung auf die Straße projiziert.

Der Light Lane-Entwurf
Der Light Lane-Entwurf

Falls das bis dahin noch nicht realisiert werden kann, wäre ein nicht virtueller, eigener Radweg auch okay. Meine Reifenspuren sieht man eh schon überall. Ist wirklich so, könnt ihr glauben. Müsste eben nur noch jemand ein paar Striche drumherum ziehen. Also, falls mir jemand dann eine Freude machen will…

Weltverbesserung

Es gibt viele Dinge auf dieser Welt, die ich nicht verstehe. Sehr viele. Eine Sache aus dieser Kategorie ist, weshalb so viele Radfahrer nicht kapieren, dass sie gefälligst die rechte Seite einer Straße bzw. eines Weges zu benutzen haben. Rechtsfahrgebot hieß das offiziell in der Fahrschule. Und das gilt eben nicht nur für Auto-, sondern auch für Radfahrer. Und trotzdem gibt es sie haufenweise, die radelnden Geisterfahrer. Dabei spielt Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Alkoholkonsum keine Rolle. Selbst Mütter mit ihren Kindern schaffen es nicht, die richtige Straßenseite zu benutzen. Ich versteh’s einfach nicht. Heut hätte mich beinahe eine Rentnerin über den Haufen gefahren und es war nicht das erste Mal, dass es zu so einem Zwischenfall kam.

Hier in Jena ist es leider so, dass Radwege absolute Mangelware sind. Überhaupt ist das Radfahren hier sehr unbequem und teilweise echt gefährlich. Und wenn mal Radwege gebaut wurden, dann die absolut unsinnigste Variante. Also dass Radweg und Gehweg zusammen gelegt werden. Was eben wirklich die dämlichste Lösung ist. Das sollte eigentlich auch schon bis zu den verantwortlichen Stadtplanern und Politikern durchgedrungen sein. Denn erstens schaffen solche Radwege nur unnötige Berührungspunkte zwischen Radfahrern und Fußgängern. Auch wenn die beiden Bereiche farblich abgetrennt sind, schaffen es die Fußgänger doch immer wieder, den Radweg zu blockieren. Egal wie breit der gesamte Weg ist. Und zweitens werden Radfahrer auf solchen, von der eigentlichen Fahrbahn abgetrennten Wegen schnell von den Autofahrern übersehen. Da muss noch nicht mal Absicht dahinter stecken. Deswegen sind extra Fahrstreifen für Radfahrer die beste Lösung. So wie es sie beispielweise in der Schweiz überall gibt. Und in Jena wäre an vielen Stellen sogar mehr als genügend Platz für sowas. Aber es passiert nichts. Keiner scheint auf die Idee zu kommen, solche Fahrstreifen einrichten zu lassen. Obwohl der Radfahreranteil am Verkehrsaufkommen hier recht hoch ist und immer weiter steigt. Dafür werden dann lieber mal Gehwege für Radfahrer freigegeben. Wie am Löbdergraben. Wer auf die Idee gekommen ist, gehört auf ein Fahrrad gesetzt und dazu gezwungen, den ganzen Tag diesen Weg auf und ab zu fahren. Bis demjenigen klar wird, dass dort Gefahrenpotential geschaffen wurde, das eher an einen Schildbürgerstreich erinnert. Ja, und dann sind da eben noch die Radwege, auf denen einem immer Geisterfahrer entgegen kommen. Was denken sich die Menschen eigentlich dabei? Denken die überhaupt?

Noch was anderes:

1. Hurra: I love the weakis so much. Heute auf dem Weg zur Arbeit „one great city!“ im Ohr. Und genau an der Stelle, wo ich über die doofen Straßenbahnschienen fahren muss und immer ordentlich durchgeschüttelt werde, kam die Textzeile: „I hate Winnipeg.“

2. Hurra: Rivella-Nachschub wurde bestellt, endlich!

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