Schwedische Musikwochen

Der Zufall hat dafür gesorgt, dass in dem Monat nach meinen Ferien in Schweden zwei meiner Lieblingsbands aus diesem Land Konzerte in der Schweiz spielten.

Shout Out Louds | KUFA, Lyss | 25.04.18

Mein letztes Konzert der Laut Raus Schreier ist noch nicht so lange her, das war im Oktober in Winterthur. Dieses in Lass war aber ziemlich gegensätzlich. Was wohl in erster Linie daran lag, dass es in Lass stattfand. Und an einem Mittwochabend sich offensichtlich nur wenige Menschen in die KUFA begeben. Zumindest an diesem Mittwochabend. Da zudem noch die Vorband krankheitsbedingt ausfiel, spielten die Laut Raus Schreier im kleinen Club der KUFA, vor ungefähr 60 bis 80 Besuchern. Von denen die meisten die Band vorher wohl noch nicht kannten. Zumindest wurde relativ wenig mitgesungen. Mit mehr als 15 Jahren Bühnenerfahrung machte der Band das alles aber nichts aus und sie spielten ihre wunderbaren Lieder wie gewohnt mit viel Freude. Und auch wenn das Publikum bis auf ein paar Ausnahmen recht zurückhaltend war, so war es doch ein feines Konzert. Und das kleinste Shout Out Louds-Konzert, das ich bisher erlebt habe.

No Fun At All + Not On Tour | Kiff, Aarau | 30.04.18

Sehr viel mehr Energie wurde dafür an dem Konzert in Aarau erzeugt. Alter Falter, das war eine ganz andere Kategorie, nicht nur bezüglich der Anzahl an Besuchern.

Not On Tour war die Vorband und hatten ein kleines Problem. Sie spielen sehr schnelle und wuchtige Punksongs, unter normalen Umständen zumindest. Nur mussten sie an diesem Abend ohne Drummer auskommen und kamen dementsprechend nervös auf die Bühne. Mit einem Kugelschreiber und einer Bierflasche in den Händen der Sängerin als Ersatz für den Schlagzeuger rockten sie ihre Songs dann zwar nicht so laut, aber trotzdem sehr energiegeladen und humorvoll in die Ohren der Konzertbesucher. Eine sicherlich spezielle, aber sehr lustige und sehr gute Darbietung. Das machte viel Spaß und die Nervosität in der Band verflog dann auch schnell wieder.

Danach also No Fun At All, ein Traum von mir, der sich endlich erfüllte. Vor vielen, vielen Jahren träumte ich mal bei einem NFAA-Konzert zu sein und es war so eindrücklich, dass ich dieses Erlebnis auch unbedingt in der Realität erfahren wollte. Aus diversen Gründen hat es aber nie geklappt, bis zu diesem Tag. Und auch wenn die Besetzung der Band mittlerweile eine andere ist, hat sich der Traum doch erfüllt. Denn es war dieses extrem druckvolle und energiegeladene Konzerterlebnis, von dem ich geträumt hatte. Und trotz all der Aggression genauso spaßig und freudebringend. Ganz gleich ob die alten Hits oder neue Songs gespielt wurden, die Band haute diese mit viel Wucht ins Publikum, wo sie gnadenlos und ohne Rücksicht auf Verluste abgefeiert wurden. Welch ein großer Spaß. Und dieser Ausflug in die Punkszene war obendrein sehr beruhigend. Denn viel hat sich dort in den letzten Jahren nicht geändert. Man geht zusammen ab, man feiert die Musik, man passt aufeinander auf, man trägt noch Bandshirts und das Erlebnis ist wichtiger als Videos oder Fotos. Deshalb sollte man Bands wie No Fun At All und ihre Fans immer ein bisschen im Herzen tragen.

Tonight I have to cheese it.


Nach langer Zeit sind die Short Out Louds endlich, endlich wieder auf Tour. Im Video oben noch in Wien, ein paar Tage später in der Schweiz. Wo ich sie am Samstag auch erleben durfte.

Vorband war The Hanged Man, drei junge Musiker, die von den Laut Raus Schreiern persönlich zur Tour eingeladen wurden. Konnten also so schlecht nicht sein. Und tatsächlich, das war echt feine Musik, sehr abwechslungsreich und wirklich gut anzuhören. Zudem hatten sie sichtlich Spaß auf der Bühne.

Die Shout Out Louds gibt es nun schon eine recht lange Zeit und sie haben sicher hunderte Konzerte gespielt. Und das letzte Album ist schon vier Jahre alt. Deswegen ist es wenig verwunderlich, dass das neue Album ein wenig anders klingt als die Vorgänger. Man kann ja nicht immer das Debüt wiederholen. Die neue Lieder sind ruhiger, zurückhaltender und vielleicht ein bisschen reifer. Und so war auch der Auftritt. Einige alte Songs wurden in neuem Gewand präsentiert, eben etwas zurückhaltend. Überhaupt war die Mischung aus neuen, alten und uralten Lieder perfekt. Und das ganze Konzert macht ordentlich Spaß, wie eben bisher jeder Auftritt dieser Band. Zumindest soweit ich das dank meiner Anwesenheit beurteilen kann. Da die Band auch bereits nach den ersten Songs dem Publikum gegenüber erklärte, dass sie zwar noch nicht wissen, was sie nach dem Konzert machen würden und auf Tipps hoffen. Aber sie Raclette zum Abendessen hatten und es ihnen darum sehr gut gehe und man sich keine Sorge um sie machen müsse. Demzufolge konnte bedenkenlos die Musik abgefeierte werden. Inklusive einem Ausflug des Sängers ins Publikum. Und eines der schönsten Bilder dieses Abends war jenes beim letzten Song „Impossible“, als Sängerin und Keyboarder der Vorband spontan mit auf die Bühne kamen und freudestrahlend mitgesungen haben.

Eines steht aus meiner Sicht jedenfalls fest, auch wenn die Laut Raus Schreier mittlerweile eine routinierte und erfahrende Band sind, schreiben sie noch immer großartige Songs und spielen feine Konzerte, die sehr viel Freude machen. Isso.

Nach 10 Jahren zurück auf dem Immergut.

Ist echt schön hier in Neustrelitz, kannste nüscht sagen.

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Nach 10 Jahren war ich wieder im beschaulicher Neustrelitz. Zum Immergut-Festival, welches zu seinem 18. Geburtstag ein paar von mir heiß geliebte Bands eingeladen hatte. Deswegen nahm ich den mittlerweile recht weiten Weg bis ins Wolfsland Brandenburg auf mich.

Die Älteren werden sich vielleicht erinnern, vor 10 Jahren hatte ich eine Immergut-Top Ten-Liste erstellt. Die Nummer Eins damals ist die Gleiche wie 2017, nämlich die Shout Out Louds. Heiliger Bimbam, war das Konzert. Das Gefühl, wenn alle hüpfen und plötzlich der Boden unter den Füßen verschwunden ist, werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Es ist nämlich so, dass die Shout Out Louds im Zelt spielten. Und das Publikum wahnsinnig euphorisch jedes Lied abfeierte. Und dabei so heftig sprang, dass der Zeltboden auf und ab schwang. Aber nicht nur ein bitzli, sondern sicher einen halben Meter. Und wenn man nicht mitsprang oder versuchte, da die Masse mal wieder neben dem Takt sprang, gegen den Rhythmus der Meute zu hüpfen, war der Boden weg. Man hatte einfach nichts mehr unter den Füßen, während der Oberkörper zwischen den Mitmenschen klemmte. Lustig. Und dazu die weltbeste Sommermusik. Meiner Meinung nach machen die Shout Out Louds schon immer den besten Soundtrack für den Sommer. Schade dass das neue Album erst im September veröffentlicht wird. Denn die gespielten neuen Songs waren schon sehr vielversprechend.

Platz Zwei in meiner Liste hat meine Herzensband, die Broken Social Scene, erreicht. Leider war ihr Auftritt durch technische Probleme und ein paar unpassende Aktion im Publikum (Junggesellinenabschied, Pogo von betrunkenen Burschen) getrübt. Aber die Band spielte neue und vor allem viele ältere Lieder. Und es ist fein zu spüren, wie lebendig auch Songs, die schon lange auf der Welt sind, sich live anfühlen.

Platz Drei belegen Die Sterne. Sie spielten direkt vor den Shout Out Louds und machten fast genauso viel Spaß. Ich kann mich kaum an eine Zeit erinnern, als es die Band noch nicht gab. Aber trotz ihrer hundert Jahre langen Geschichte, erfinden sie sich immer wieder neu und machen auch live richtig viel Freude. Mein lieber Herr Gesangsverein.

Auf Platz Vier steht eine junge Frau mit großer Stimme und großer Gitarre, die mir bisher völlig unbekannt war. Es war ein wunderschönes Bild, die Julien Baker auf der Bühne im Birkenhain, mitten im Grünen, das Publikum sitzt vor der Bühne und lauscht gespannt. Und diese Frau singt mit viel Hingabe so düstere und traurige Lieder, dass man sie am liebsten sofort trösten möchte.

Das war es dann aber auch schon. Der Rest war entweder wenig beeindruckend bis unbedeutend oder ich habe die Auftritte verpasst. Denn den Samstag habe ich, nachdem ich mich beim Joggen um den See verlaufen hatte, hauptsächlich im Wald verbracht. Inmitten Unmengen an Mückenschwärmen. Und ich bin dort einem Wolf begegnet. Und das war wirklich beeindruckend.

Was ist das für 1 Jahr vong Music her!? Oh oh.

Man entschuldige bitte die Überschrift, aber ich muss meiner Freude irgendwie Ausdruck verleihen. Denn das Jahr Zwanzigsiebzehn verspricht großartiges, auch in der Musikwelt.

Zunächst sind da die Shout Out Louds, die seit Jahren keine Konzerte mehr gespielt haben. Dabei war ihr Musik für mich immer der perfekte Soundtrack für wunderbare Sommertage. Und nun sind die wieder da, haben ein neues Album eingespielt und ein neues Lied bereits veröffentlicht. Und es klingt wieder nach Sommer.

https://www.youtube.com/watch?v=c3eq-LlO20E

Ebenfalls zurück ist meine liebste Lieblingsband. Wobei Band nicht korrekt ist, die Broken Social Scene ist das weltbeste Kollektiv grandioser Musiker. Auch diese haben ein neues Album eingespielt und bereits ein Lied veröffentlicht. „Halfway Home“ erzeugt bei mir eine Flut an positiven Gefühlen. Ich kann es kaum erwarten, die Musik live zu hören. In gut einem Monat ist es schon soweit, auf dem wunderbaren Immergut. Wo auch die Shout Out Louds spielen werden. Liebe, Liebe, Liebe!

Im BSS-Kollektiv ist auch wieder die wunderbare Feist dabei, die ebenfalls ein neues Album in den nächsten Tagen veröffentlichen wird. Und dann sind da noch die Stars, die weltbeste Liveband. Und es ist fast schon wie im Traum, aber auch diese Musiker werden demnächst ein neues Album veröffentlichen. Und dann sicher auch wieder auf Tour nach Europa kommen.

Album des Jahres Zwanzigdreizehn

Jahrescharts Alben 2013
Jahrescharts Alben 2013
Dieses Jahr kann ich die 2013 veröffentlichten und von mir mehrfach gehörten Alben an einer Hand abzählen.

  1. Shout Out Louds – Optica: Mit großem Abstand Album des Jahres 2013. Völlig verdient. Ich habe es schon beim ersten Hörgenuss gemocht und mag es auch heute noch sehr. Eigentlich erschien es zur falschen Jahreszeit, weil es viel besser zum Sommer passt. Aber es hat sich bis zur warmen Jahreszeit gehalten, ja sogar bis in den Herbst hinein waren die Klänge im Kopf. An einer Rezension hatte ich mich damals auch versucht. Und dann war da noch dieses schöne Konzert der Lautrausschreier zu Ostern, welches leider das einzige von mir besuchte in diesem Jahr blieb.
  2. Kings of Leon – Mechanical Bull: Völlig unerwartet hat mir dieses Album beim ersten Hören gefallen. In die letzten Alben der Burschen musste ich mich immer erst reinhören. Mechanical Bull ist viel besser, als ich es dieser Band noch zugetraut hätte. Klar sind die Texte teils echt platt, aber Musik können sie halt doch machen.
  3. Teitur – Story Music: So wunderwunderschöne Musik. Teils etwas verwirrend. Aber dank dem wundervollen Konzert habe sich auch letzte Zweifel über die Qualität der Lieder verflüchtigt. Wer das genauer verstehen möchte, dem empfehle ich meinen Konzertbericht hier.
  4. Bora York – Dreaming Free: Das Projekt hatte ich hier ja vorgestellt und ich mag die Musik noch immer sehr. Mein Geheimtipp Zwanzigdreizehn.
  5. Lunik – Encore: Kein echtes Album, deswegen reichen auch fünf Finger, siehe erster Satz. Aber eben das letzte Lebenszeichen dieser Band, mit der ich sehr schöne Zeiten verbinde. Bitte hier nachlesen.
  6. Sportfreunde Stiller – New York, Rio, Rosenheim: Dazu hab ich damals hier alles geschrieben. Ich mag das Album noch immer, aber ich höre die Sportfreunde-Musik eher selten aus der Konserve. Live ist es einfach schöner, auch weil dann dieses besondere Gefühl, dass die Sportfreunde ausmacht, dabei ist.

Recht überschaubar, meine Liste. Aber ich habe, abgesehen von diesen Alben, einfach nichts gefunden, was mich begeistern konnte. Ob das an meinen Ansprüchen, der wenigen zum Musikhören verfügbaren Zeit oder Ignoranz lag, kann ich nicht einschätzen. Und bitte komm mir keiner mit Arcade Fire, mit denen konnte ich noch nie was anfangen. Hoffentlich kommt nächstes Jahr was neues von der Broken Social Scene und/oder den Stars. Dann kann ich wenigstens aus diesen dann das Album des Jahres bestimmen.

Tanzverbot auf Schwedisch

Shout Out Louds im UT Connewitz
Shout Out Louds im UT Connewitz

So ganz verstanden habe ich es noch nicht, was es mit diesem Tanzverbot auf sich hat. Aber Fakt ist, hier war es menschenleer am Karfreitag. Gefühlt zumindest. Deswegen fuhr ich Richtung Osten, nach Leipzig, wo kein Tanzverbot herrschte. Dort spielten die wunderbaren Shout Out Louds, unterstützt von den Mighty Oaks. Weiterlesen Tanzverbot auf Schwedisch

Album des Jahres Zwanzigzehn

Meine Album-Jahrescharts
Meine Album-Jahrescharts
Dieses Jahr mache ich es mir ganz einfach und nehme meine persönliche Hörstatistik von last.fm heran. Denn ich habe, ganz im Gegensatz zu 2009, dieses Jahr hauptsächlich aktuelle Musik gehört. Und da schau her, Album des Jahres ist völlig unüberraschend das grandiose Forgiveness Rock Record.

  1. Broken Social Scene – Forgiveness Rock Record: Wer möchte, kann hier nochmals meine Meinung zum Album nachlesen. Diese Meinung hat sich nicht geändert. Und wer versuchen möchte zu verstehen, warum die anderen Alben der Broken Social Scene in meinen Charts auftauchen, dem empfehle ich dringend die Lektüre dieser beiden Konzertberichte. Solch großartige Erlebnisse, die noch immer in meinem Herzen sind.
  2. Teitur – Let the Dog Drive Home: So wunderschön, aber da Veröffentlichung und Tour erst 2011 anstehen wohl eher das Album des nächsten Jahres.
  3. Stars – The Five Ghosts: Völlig zurecht steht dieses Album auf diesem Platz. Und ich will noch immer nichts weiter drüber schreiben, lieber im Herzen behalten. Das Konzert hat das Album noch weiter aufgewertet, nur eine Begleitung hat noch gefehlt.
  4. Memphis – A Little Place In The Wilderness: Kein aktuelles Album, trotzdem oft gehört. Aus einem ganz einfachen Grund: Diese Musik ist perfekt. Und so wunderschön. Ich kann sie immer hören, egal wie meine Stimmung ist. Und dies ist einzig und allein mit diesem Album möglich.
  5. Kings of Leon – Come Around Sundown: Wie sehr mir dieses Album gefällt, habe ich ja schon hier erwähnt. Ich finde es noch immer beeindruckend, dass die Bengel nach einem Reinfall so ein Album abliefern konnten.
  6. Clueso – Clueso & Stüba Philharmonie: Für mich die schönste Version des Cluesoschen Schaffens. Sind natürlich auch viele Lieder drauf und da ich Alben immer am Stück anhöre, ergibt das viele Scrobbels.
  7. Metric – Fantasies: Eigentlich Album des Jahres 2009, aber von mir erst später entdeckt.
  8. Jason Collett – Rat a Tat Tat / To Wit To Woo (Deluxe Bundle): Spätzünder. Ich fand es nach mehrmaligem Hören eher langweilig. Bis mir klar wurde, wie großartig Herr Collett hier mit verschiedenen Stilen spielt. Es ist wie eine Zeitreise. Und dennoch ist die Musik aktueller als so manch anderes, was in letzter Zeit erdacht wurde. Eine sehr gehaltvolle Liedsammlung, die ich jedem hiermit ans Herz legen möchte. Ebenso wie Pony Tricks. Dies ist eine kleine EP, auf der Herr Collett anlässlich seiner Tour einige seiner Lieder in ein ruhiges, zurückhaltend instrumentiertes Gewand gekleidet hat. Ganz wunderfein.
  9. Shout Out Louds – Work: Ich habe eine ganz Weile gebraucht, um mich mit dem Album anzufreunden. Aber jetzt klingt es noch immer nach Sommer und Natalies Garten. Das mag ich daran.
  10. Eels – End Times: Um ehrlich zu sein, ich kann mich gar nicht dran erinnern dieses Album so oft gehört zu haben. Eels-Alben brauchen aber auch immer eine ganz bestimmte Stimmung, um ihre Wirkung beim Hören zu entfalten.
  11. Die Sterne – 24/7: Meiner Meinung nach hat diese Band mit dem Riss und dem Neu(er-)finden alles richtig gemacht und ich wünsche mir, dass sich der Mut auch auszahlt. Bitte unterstützen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich meine Vorhersage des letzten Jahres wirklich bewahrheitet hat. Da ich nicht einschätzen kann, welche Musik heute wirklich gehört wird. Ob die Schrammelmusik noch immer aktuell ist oder ob wenig musikalisch anspruchvolles wie Frittenbude und so noch immer so viele Anhänger findet. Ich für meinen Teil kann nur feststellen, dass mit fortschreitender Vergreisung meinerseits wachsendem Musikrepertoire in meinem Kopf mein Geschmack spezieller wird. Soll heißen, je mehr Musik ich kennenlerne, umso mehr sortiere ich nach gehaltvoller, vielschichtiger Komposition und simpler Umsetzung einer simplen Idee. Wobei letzteres einfach nicht mehr interessant für mich ist. Was nicht heißt, dass mir einfache Sachen wie reine Abgehmusik oder harter Rock gar nicht zusagen würden. Aber ich bin insgesamt anspruchsvoller geworden, glaube ich. Was ich aber total okay finde.

Hat es jemand bis hierhin geschafft meine Ausführungen zu lesen? Falls ja, mich würde auch andere Meinungen sehr interessieren. Was war euer Album des Jahres und vor allem warum? Was habe ich alter Mann verpasst?

Alben 2009

Wie die aufmerksamen Besucher (falls es sowas geben sollte) schon bemerkt haben, gab es dieses Jahr keine Umfrage zum Album des Jahres. Zum einen weil ich den Bezug zur Musikwelt verloren habe. Zum anderen weil meiner Meinung nach 2009 ein ganz schlechter Jahrgang war. Was aufregendes ist nicht passiert. Zumindest scheint sich der Hype um die Schrammelmusik endlich zu legen. Ob die elektronischen Aufgüsse wie The Gossip oder dieses Mädchen mit dem schrecklichen Make-up und der nervigen Stimme… ich muss mal eben googeln… La Roux mein ich… ob diese wirkliche eine Umorientierung der allgemeinen Hörerschaft hervorrufen, bleibt noch zu beweisen. Aber irgendwas Neues muss ja kommen, denn wie gesagt, der Schrammelpop und -rock ist mittlerweile so öde, dass selbst eine DJ Ötzi-CD innovativer ist. Ich habe dieses Jahr recht oft Campusradio gehört und hatte meist Mitleid mit den Hörern. Da kommen massenhaft neue Bands, meist aus England, die alle gleich klingen. Aber eben, noch ein wenig Geduld und dann hat sich das auch erledigt.

Mein persönliches Musikjahr 2009 war klein, aber fein. Ich habe mir genau fünf aktuelle Alben gekauft. Okay, die Extras von Pale gibt es kostenlos, also waren es nur vier. Und Lonely Letters von Lunik sind ja alte Songs, die neu aufgenommen wurden. Die habe ich auch nur, weil es die für 1,45 Euro gab. Mehr ist das Album auch nicht wert, wenn man mal ehrlich ist. Aber dafür gab es ja die MiNa-Liedersammlung, meine erste Anschaffung des Jahres 2009, wenn ich mich recht erinnere. Und dann waren da noch Flowers, Birds and Home von der wunderbaren Heidi Happy und das Zweitwerk Wooden Arms von Patrick Watson. Beides sehr schöne Alben und die Musik ist auch großartig. Deswegen muss ich auch nicht lang überlegen, welches meine Alben 2009 sind. Aber wie schaut das bei euch aus? Habt ihr etwas Großartiges entdeckt? Oder eine alte Liebe neu aufgefrischt?

Apropos alte Liebe, für 2010 kündigt sich ja auch schon einiges an. Zum einen das neue Album „Work“ von den Laut Raus Schreiern (aka Shout Out Louds). Einen ersten, sehr vielversprechenden Song kann man sich hier auch schon runterladen. Zweitens waren die Luniklis im Studio und im ersten Quartal wird das neue Album „small lights in the dark“ erscheinen. Ich bin da schon sehr gespannt drauf, auch weil jedes Lunik-Album eine neue Entwicklung verspricht. Im Gegenteil dazu werden Nada Surf demnächst ein Cover-Album veröffentlichen. Da mag ich gar nichts weiter zu sagen. Nach dem Reinfall mit dem letzten Album weiß ich auch gar nicht, ob man von dieser Band noch was erwarten kann. Abgesehen von wunderbaren Konzerten, die aber von den alten Songs leben. Quo Vadis?

Alben 2007-Auswertung

Das Jahr 2007 ist nun Geschichte und damit auch die Umfrage zum Album des Jahres. Wirklich aussagekräftig ist das Ergebnis leider nicht. Das einzige, was man daraus ableiten kann, besonders aus den ersten beiden Plätzen, ist, woher die Leute kamen, die abgestimmt haben. Also so internetmäßig eben, von welchen anderen Seiten sie zur Umfrage geleitet wurden.
Erstaunlich finde ich den dritten Platz der Beatsteaks. Mit einem Album, das in meinen Ohren noch immer unfertig und unausgefeilt klingt. Ebenso erstaunlich, dass die süße und von allen so geliebte Kate Nash nur eine einzige Stimme bekommen hat. Musikalisch gesehen ist selbst diese eine Stimme noch zu viel, aber das Ergebnis steht halt im totalen Kontrast zu dem, was man immer so zu hören bekommt, wenn es um dieses Mädchen geht.

Mehr kann ich leider nicht zur Auswertung sagen, weil ich sehr viele der Alben gar nicht kenne. Aber weil ich ja so egoistisch bin, erzähle ich euch jetzt, welches meine Alben des Jahres 2007 waren.

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