Tourgedanken (Abscheu und Ekel)

tdf_logoIn den letzten Tagen habe ich tatsächlich mal wieder ein bissl Tour de France geschaut. Weil ist ja die 100. und eigentlich ist in den letzten Jahren ja auch viel getan worden gegen das verdammte Dopingproblem. Und man muss dem Ganzen auch eine Chance geben und nicht alles verteufeln. Aber die heutige Etappe hat das alles vernichtet. Diese kranke Aufführung hat mich nur noch angeekelt. Wie da das Team Sky auf das Grab des Radsports spuckt, ist einfach widerlich. Ich hatte das Gefühl, auch den Kommentatoren und Experten bei Eurosport ging es nicht anders. Zumindest bilde ich mir ein, dies zwischen dem Gesagten herausgehört zu haben. Schade finde ich diese Verhunzung einer so wunderbaren Veranstaltung heuer vor allem auch für die deutschen Fahrer, die ja große Leistungen gezeigt haben. Hoffentlich sauber, aber zumindest mit mehr Respekt als die Vorstellung heute. Wer noch Zahlen zum Nachvollziehen meines Ekels braucht, gern. Froome hat heute die drittschnellste Zeit an diesem Anstieg, schneller als die schnellste Zeit von Jan Ullrich und schneller als die meisten Fahrten eines Lance Armstrong.

AX-3-DOMAINES (BONASCRE), ALL-TIME TOP 100 LIST
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Saisonende

Zum letzten Mal in diesem Jahr gibt es hier was zum Thema Radsport/Doping. Mittlerweile muss man es ja schon genau so schreiben. Nur müsste man dann konsequenterweise diesen Zusatz hinter nahezu jede Sportart setzen. Aber im Allgemeinen reicht es ja, eine Sache zu verteufeln.

ARD und ZDF haben sich ja nun entschieden, die Tour de France 2009 nicht zu übertragen. Ansich nicht weiter tragisch. Denn die Berichterstattung bei diesen Sendern war, ehrlich gesagt, kaum zu ertragen. Gar nicht mal weil das Dopingproblem gern in den Vordergrund gerückt wurde, sondern weil die Moderatoren zum Großteil vom Radsport in etwa so viel Ahnung hatten, dass sie gerade mal wussten, dass ein Fahrrad nicht mehr als zwei Räder hat.
Ärgerlich dagegen ist, wie dieser Ausstieg nun begründet wird. Es ist nämlich so, die Tourberichterstattung auf diesen Sendern hatten stetig sinkende Zuschauerzahlen, seit Jahren schon. Klar, ist ja auch kein Ulle mehr da. Und deswegen war die Übertragung im Grunde nicht mehr das Geld wert, was beide Sender dafür bezahlen mussten. In nächsten Jahr wird die Anzahl der deutschen Tourteilnehmer auch sehr klein sein. Denn es gibt nur noch ein deutsches Profiteam und dieses ist auch nicht unbedingt für Erfolge gut genug. Man wäre gern eher ausgestiegen, war aber vertraglich noch gebunden. Auch jetzt ist man noch vertraglich zur Übertragung verpflichtet, bis 2011. Aber indem man das Doping als Grund anführt, versucht man aus diesen Verträgen juristisch zu entkommen.

„Der sportliche Wert der Tour de France hat sich aufgrund der gehäuften Dopingfälle und der daraus gewonnenen Erkenntnisse erheblich reduziert. Damit ist auch der programmliche Wert stark gesunken.

Das sind die Worte, mit denen der ARD-Vorsitzenden Fritz Raff den Ausstieg begründet. Da stellt sich doch die Frage, welchen sportlichen Wert dann eine Tour vor 10 Jahren hatte. Als man noch voller Elan und ohne jede Kritik übertrug. Und trotzdem eigentlich klar war, dass flächenmäßig gedopt wurde. Nur wurde dies eben nicht überprüft. Verlogener geht es wohl kaum noch. Das schlimme ist eben, dass dadurch eine ganze Sportart in Misskredit gezogen wird. Und plötzlich jeder Depp, allen voran natürlich unsere Politiker, eine Meinung dazu hat. Ohne jeden Einblick und Verständnis.

Dass man dafür weiter fleißig Sportarten sendet, wie Fußball, Biathlon oder eben rund um die Uhr von Olympia berichtet, ist einfach nicht nachvollziehbar. Einen sehr guten Kommentar von Pit Weber mit vielen Fakten dazu gibt es hier.

Übrigens, der ganze Kampf gegen das Doping im Radsport kam vor ein paar Jahren erst so richtig in Gang, weil es einige unerklärliche Todesfälle junger Radsportler gab. Diese Todesfälle gab es aber in ähnlicher Häufigkeit auch bei Fußballern. Was wurde dort getan, außer ab und an ein Benefizspiel zu veranstalten?

Tourgedanken – Schlussstrich

Österreich hat es nicht leicht in diesen Tagen. Nicht wegen den Fußballergebnissen und auch nicht, weil sich mal wieder ein Prominenter tot gefahren hat. Sondern weil der Sommertraum verpufft. Der Sommertraum des österreichischen Radsports. Was mir sehr leid tut. Besonders für Menschen wie meinem Freund Karim. Nicht leid tut es mir dagegen um jeden erwischten Doper. Selbst wenn man sich darüber im Klaren ist, dass die Fahrer doch nur die armen Schweine des Radsports sind.

Mit Bernhard Kohl hat es nun auch den zweiten Dopingfall im Team Gerolsteiner. Man muss aber mal bedenken, in welcher Situation die Fahrer dieser Mannschaft waren. Es war lange vor der Tour bekannt, dass Gerolsteiner als Sponsor im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung steht. Und die Tour de France war die letzte Chance der Fahrer, sich noch mal gut zu präsentieren. Entweder um bei einem anderen Team einen Vertrag für die nächste Saison zu bekommen oder aber um mit einer guten Teamleistung einen neuen Sponsor zu finden und so das Team zu retten. Es ist im Radsport ja nicht so wie im Fußball, wo ein Spieler das Geld in den Hintern geblasen bekommt und er sich seinen Verein danach aussuchen kann, wo er möglichst viele Spiele absolvieren kann. Nein, im Radsport geht es um Existenzen. Ein Jahr Verdienstausfall kann sich, abgesehen von den paar Spitzenfahrern, keiner leisten. Und wie schwer der Kampf um den Arbeitsplatz sein kann, das kennen einige sicher aus eigener Erfahrung. Trotzdem ist Doping hier kein Ausweg, logisch.

Die wirklich traurige Nachricht kam aber gleich im Anschluss. Denn Bernhard Kohl ist der letzte Dopingfall der Tour de France 2008. Wer also, wie ich, auf echte Aufklärung und Aufdeckung gehofft hat, kann seine Hoffnungen wieder begraben. Fakt ist, es werden keine weiteren Blutproben untersucht. Das Ganze lief jetzt folgendermaßen ab. Es gab eine Liste von 14 Fahrern, die auffällige Blutwerte während der Tour hatten. Wer alles auf dieser Liste steht, ist nicht bekannt. Und die Proben dieser Fahrer wurden mit einem neuen Test nochmals untersucht und dabei drei Fahrer des Dopings überführt. Einen schalen Beigeschmack hat das Ganze, weil nicht klar ist, wer diese Liste erstellt hat, nach welchen Kriterien und wer alles auf dieser Liste war. Man wüsste ja schon gern, ob beispielsweise Fahrer der CSC-Mannschaft dabei waren, also der Mannschaft, die ja die Tour dominiert hat.

Hinter der Ankündigung, dass es keine weiteren Tests geben wird, könnte man auch schnell gewisse Absichten entdecken wollen. Aber ich denke der Grund dafür ist ziemlich profan. Diese Tests kosten viel Geld und Geld ist im Kampf gegen das Doping sehr knapp. Klar, die UCI, also der Weltradsportverband, hält das Geld dafür so knapp wie möglich. Schließlich leben diese Menschen vom Radsport und jeder Dopingfall gefährdet diesen. Und unsere Medien, also ARD und ZDF, denken lieber über einen Ausstieg von der Radsportübertragung nach. Was natürlich mit finanziellen Einbußen beispielsweise für den Tourveranstalter verbunden wäre. Geld, das in der Dopingbekämpfung dann fehlt. Stattdessen konzentriert man sich bei der Berichterstattung dann lieber auf Sportarten, wo es weniger Dopingfälle gibt. Weil dort weniger dagegen getan wird. Mehr Doppelmoral geht kaum, und das mit öffentlichen Geldern. Schade dass so etwas möglich ist.

Übrigens, der Herr Kretzschmar, dieser coole ehemalige Handballer mit den vielen Tattoos, hat sich jüngst für die Freigabe von Doping ausgesprochen. Wie bescheuerte diese Idee ist, darauf möchte ich nicht weiter eingehen. Aber es zeigt ganz gut, in was für einer Welt diese Profisportler leben. Meiner Meinung nach kann die Lösung nur lauten: Abschaffung des Profisports.

Nachtrag zu den Tourgedanken

Die Tour de France 2008 ist zwar schon längst absolviert, bestimmt aber trotzdem noch die Schlagzeilen. Nicht in sportlicher Hinsicht, sondern beim Thema Doping. Und ich will mich ja jetzt nicht als Besserwisser hinstellen… ach doch, klar will ich das. Ich hatte es ja schon vorher gewusst. Hätten mal alle auf mich gehört. Selber schuld.
Jedenfalls wurden meine Vorurteile dem Herrn Stefan Schumacher gegenüber bestätigt. Denn es gibt wohl einen offiziellen Dopingfall Schumacher. Und ich muss ehrlich sagen, ich bin sehr froh, die Erfolge dieses Menschen damals ohne jede Emotion hingenommen zu haben. So muss ich heute nichts bereuen. Sollen solche Typen halt weiter betrügen, irgendwann kommt es halt doch raus. Hoffentlich. Zweiter Dopingfall ist übrigens der Herr Piepoli aus der, zum Glück nicht mehr existenten, Arschloch-Mannschaft.

Nun fragt man sich schon, ob man diese Funde positiv oder negativ beurteilen soll. Ob man nun den Radsport komplett beerdigen soll. Oder doch das positive an der Sache sehen? Fakt ist, dass hier auf ein Medikament getestet wurde, das vorher nicht nachweisbar war. Und die Fahrer hatten zu Beginn der Tour keine Ahnung, dass auch auf diese Verbindung getestet werden würde. Eine sehr ungewöhnliche Sache, wenn man sich den angeblichen Kampf des Dopings in der Vergangenheit mal genauer betrachtet. Und etwas, was momentan nur im Radsport möglich erscheint. Deswegen ist es für mich ziemlich klar, es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt Doper zu überführen, die sich damals allzu sicher waren. Genau diese Konsequenz braucht es, um überhaupt einen Kampf gegen das Doping zu führen. Und nicht diese Alibi-Tests aus vergangenen Zeiten. Ich hoffe man erwischt so noch mehr Betrüger.

Tourgedanken (Nummer hab ich vergessen, die letzten sind’s halt)

So, die Tour de France 2008 ist nun Geschichte. 145 Fahrer sind bis nach Paris gekommen. 35 sind auf der Strecke geblieben, aber den meisten davon geht es gut. Bis auf einen verwirrten Italiener, der, seit man in seinem Körper Stoffe gefunden hat, die da nicht hin gehören, nur noch dummes Zeug von sich gibt. Aber das hat er wohl auch schon vorher.

Gewonnen hat ein Spanier. Er hat knapp eine Minute weniger für die 3559,5 Kilometer benötigt als der Zweitplatzierte Cadel Evans. Der Australier hat nahezu perfekt die Rolle des Jan Ullrich übernommen. Vielleicht etwas weniger talentiert, aber auch zu nett und zu wenig kämpferisch, um zu siegen. Dafür musste er auch dann mit einem großen Plüschkänguru zur Siegerehrung statt mit eigenen Kindern, wie der Sieger Carlos Sastre.

Dieser Augenblick, die Siegerehrung in Paris, ist etwas einzigartiges. Sicher nicht so pompös wie eine aufgeblasene Pokalübergabe bei einem Fußballturnier. Dafür sieht man den Fahrer einerseits ihre Freude und Erleichterung an. Darüber, die Strecke geschafft zu haben. Und natürlich den Stolz über das Geschaffte. Und dann sind da noch die privaten Momente, die nicht versteckt werden. Dann steht eben auch der kleine Sastre mit auf dem Podium und wirft den Plüschlöwen des Sponsors genussvoll zu Boden.

Apropos Löwe, eigentlicher Gewinner dieser Tour ist ja ein Österreicher. Der gekämpft hat wie ein Löwe. Das war schon Wahnsinn, was dieser Bernhard Kohl geleitet hat. Ohne jede Frage. Mal schauen wie es mit dem Burschen weiter geht. Und mit seinem Team. Ob es da weiter geht. Verdient hätten sie es ja schon irgendwie.

Aber die Tour de France 2008 ist Geschichte. Und damit ist auch meine Sportsaison 2008 vorbei. Tschö Sport.

Tourgedanken (7) – Gewichtsprobleme

Als die Moderatoren bei Eurosport heut die Körpergewichte der vier Fahrer in der Spitzengruppe diskutiert haben, hab ich ja so gedacht, eigentlich ist es doch alles ganz simpel. Rein physikalisch gesehen gewinnt bei so eine Etappe, wo das Ziel direkt nach einer endlosen Abfahrt gelegen ist, der schwerste Fahrer. Und genau so kam es dann auch.

Trotzdem möchte ich kein Radprofi sein, die armen Menschen wiegen ja alle gut 10 Kilo weniger als ich.

Tourgedanken (6) – Ruhe nach dem Sturm

Das war ja was gestern, da hat man sich aber wirklich ein Päuschen verdient heute. Also nicht ich, sondern all die Menschen bei der Tour. Wobei Ruhetag ja nur bedeutet, einen Tag am selben Ort zu bleiben. Und auch wenn die Etappe gestern im Großen und Ganzen nicht so spannend war, der Schlussanstieg nach Prato Nevoso entschädigte dafür. Auf dem Papier sieht der gar nicht so gefährlich aus. 11 Kilometer mit durchschnittlich 6,9% Steigung, da lach ich als Mountain Biker ja eigentlich drüber. Auch wenn ich da nie so schell hochfahren werde, dass ich in einer Kurve stürzen könnte. Wobei mir das mit den breiten Reifen eh nie passieren würde. Wobei mit dem MTB auf der Straße fahren ja auch total doof ist.

Jedenfalls gab es da gestern endlich mal wieder Radsport, der glaubwürdig erschien. Nicht so wie in den Pyrenäen oder bei der Tour 2007. Gestern wurde Mann gegen Mann gekämpft. Und der Bursche unter den Männern, also Cadel Evans, hat Schwächen gezeigt. Aber es war wohl auch nicht sein Wetter. Wobei ihm so ein konstanter Anstieg eigentlich eher liegen sollte als richtige Rampen. Aber immerhin hat er bis ans Limit gekämpft, das macht ihn doch sympathisch. Und auch sein Free Tibet-Shirt unter dem Trikot.
Aber auch die anderen Fahrer in diesem Kampf waren beeindruckend. Wobei ich bei den CSC-Fahrern doch so ein wenig Zweifel habe. Aber ich glaube, wenn die medizinische Hilfsmittel benutzen, dann so schlau, dass sie nicht ans Äußerste gehen. Und so nicht Gefahr laufen, erwischt zu werden. Man weiß es nicht. Deswegen weiß man auch nicht, wo hoch nun wirklich die Leistung von Bernhard Kohl einzuschätzen ist. Das ist überhaupt das wirklich Traurige, dass man keiner erbrachten Leistung mehr traut und deswegen auch untereinander keine Vergleiche ziehen mag. Und trotzdem freue ich persönlich mich darüber, wenn ein so sympathischer Fahrer wie der Österreicher so ein Niveau zeigen kann. Er scheint ja selber darüber überrascht zu sein. Wäre schon ein schönes Bild, einen Österreicher im rot-weißen Bergtrikot am Sonntag in Paris zu sehen.

Hier noch meine persönliche Todo-Liste (ausgesprochen wie Dodo mit T) für den Ruhetag:

  • Traumjob besorgen
  • Tochter zeugen
  • Baum pflanzen
  • Haus bauen
  • das Coldplay-Orakel befragen
  • Fahrrad putzen

Tourgedanken (5) – Medienrummel

Überall (bei den Medien, die ich zum Großteil kenne, ist das vor allem Spiegel Online) wird momentan mal wieder darüber diskutiert, dass man von der Tourberichterstattung absehen müsste. Aus welchen Gründen auch immer. Ich verstehe es nicht und finde allein die Diskussion schon absolut daneben. Da ist die ASO, der Veranstalter der Tour de France, die endlich mal zeigt, dass es jemand im Sportgeschäft ernst meint im Kampf gegen das Doping. Und nun soll man sie dafür mit Missachtung bestrafen? Wo ist da die Logik? Was wollen wir denn eigentlich? Ich persönlich will keinen Radsport sehen, wie bei den Pyrenäen-Etappen letzte Woche. Wo offensichtlich gedopte Fahrer dem Rest des Feldes auf der Nase rumtanzen. Die die sauberen Fahrer verhöhnt haben. Deswegen bin ich froh, wenn man diese dann des Dopings überführt und aus dem Verkehr zieht. Und diese Fälle jetzt bei der Tour zeigen doch, dass das System funktioniert. Dass sich die Fahrer eben nicht mehr sicher sein können, nicht erwischt zu werden. Das ist ein Erfolg und als solcher sollte es dann auch in den Medien dargestellt werden. Warum man dies nicht macht, verstehe ich beim besten Willen nicht. Entweder will man keinen sauberen Sport, oder aber man hat die rosarote Brille, mit der man den Sport betrachtet, noch nicht abgesetzt. Dann wird es aber Zeit.

Und wenn man schon über einen Boykott nachdenkt, dann doch mal bei den Veranstaltungen, wo man das Doping stillschweigend duldet. Oder nur alibimäßig dagegen vorgeht. Über einen Olympia-Boykott will ich dabei gar nicht reden. Wer sich sowas anschaut, ist ja selber schuld. Manchmal klingt es ja in der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender schon an. Dass die Spanier gerade Fußballeuropameister geworden sind und auch in anderen Sportarten momentan sehr stark sind. Auch weil in diesem Land selbst von staatlicher Seite das Doping unterstützt oder zumindest geduldet wird. Aber der Radsport ist ja momentan das leichtere Opfer.

Eine Anmerkung noch, ich bin natürlich nicht so naiv zu glauben, dass man bei der Tour alle Arten des Dopings finden könne und dass die Test allumfassend wären. Aber man befindet sich im Radsport trotzdem auf dem richtigen Weg, zumindest teilweise. Man kann den verseuchten Giro ja nicht mit der Tour vergleichen. In anderen Sportarten hat man allerdings noch nicht mal begonnen, auch nur einen Blick in die Richtung, die im Radsport eingeschlagen wurde, zu riskieren.

Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen

Heute habe ich die Tour de France mal Tour de France sein lassen. Denn da gab es eh nichts zu sehen, bis auf ausgebrannte Autos. Und die Fahrer schienen das heute auch nicht so ernst zu nehmen. Hat man sich aber auch mal verdient. Und es war eh klar, dass der Bursche Cavendish gewinnen würde. Zurecht. Jedenfalls war ich mir dessen bald sicher. Deswegen habe ich mich lieber selbst aufs Rad gesetzt.

Das Wetter war dabei das totale Gegenteil von dem zuvor im TV gesehenen. Dort Hitze und strahlender Sonnenschein, hier unter 20°C, stark bewölkt und relativ kühler Wind. Ich liebe dieses Wetter ja, zumindest zum Radfahren. Und die Felder können ja selbst bei solchen Bedingung golden leuchten.

Goldenes Feld mit Kugeln drauf.

Es wurde dann aber auch schon dunkel, war ja auch schon spät. Deswegen kommen auch gleich die Fabelgeschichten, aber erst noch ein Bild.

Ein Blick zurück, gleicher Standpunkt wie das Feldbild.

Dann also zu den Tieren. Wenn man so spät unterwegs ist, begegnet man diesen häufiger. Hasen gab es gleich zwei. Der erste war schön, mit langen Ohren. Der zweite war so groß wie ein Kalb, unglaublich. Füchse gab es auch zwei, aber gleichzeitig. Die waren noch sehr jung und tollten auf dem Weg rum. Als sie mich bemerken, rannten sie sofort weg. Der eine nach links, der andere nach rechts. Hoffentlich haben die sich dann wiedergefunden. Mufflons habe ich auch gesehen, zum ersten Mal in meinem Leben. Also zum ersten Mal hier. Ich wusste zwar schon immer, dass es die hier in einem sehr begrenzten Gebiet gibt, aber gesehen habe ich die nie. Bis heute.

Die schönste Begegnung war aber die mit dem Jungen im Rollstuhl, der mich freundlich gegrüßt hat und über meine Antwort sehr erfreut war. Sowas passiert einem als Radfahrer zum Glück auch immer mal wieder.

Tourgedanken (4) – Extreme

Gestern stand bei der Tour der Col d’Extreme auf dem Programm. Das ging ja bei all der Dopingdiskussion mal wieder komplett unter. Aber es sind wohl alle gut über diesen Berg gekommen und es gab keine Aufgaben. Naja, nicht so ungewöhnlich, schließlich ist der Col d’Extreme gerade mal 251 Meterchen hoch.

Gipfelschild Col dExtreme
Gipfelschild Col d'Extreme

(Bildquelle)

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