Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen

Heute habe ich die Tour de France mal Tour de France sein lassen. Denn da gab es eh nichts zu sehen, bis auf ausgebrannte Autos. Und die Fahrer schienen das heute auch nicht so ernst zu nehmen. Hat man sich aber auch mal verdient. Und es war eh klar, dass der Bursche Cavendish gewinnen würde. Zurecht. Jedenfalls war ich mir dessen bald sicher. Deswegen habe ich mich lieber selbst aufs Rad gesetzt.

Das Wetter war dabei das totale Gegenteil von dem zuvor im TV gesehenen. Dort Hitze und strahlender Sonnenschein, hier unter 20°C, stark bewölkt und relativ kühler Wind. Ich liebe dieses Wetter ja, zumindest zum Radfahren. Und die Felder können ja selbst bei solchen Bedingung golden leuchten.

Goldenes Feld mit Kugeln drauf.

Es wurde dann aber auch schon dunkel, war ja auch schon spät. Deswegen kommen auch gleich die Fabelgeschichten, aber erst noch ein Bild.

Ein Blick zurück, gleicher Standpunkt wie das Feldbild.

Dann also zu den Tieren. Wenn man so spät unterwegs ist, begegnet man diesen häufiger. Hasen gab es gleich zwei. Der erste war schön, mit langen Ohren. Der zweite war so groß wie ein Kalb, unglaublich. Füchse gab es auch zwei, aber gleichzeitig. Die waren noch sehr jung und tollten auf dem Weg rum. Als sie mich bemerken, rannten sie sofort weg. Der eine nach links, der andere nach rechts. Hoffentlich haben die sich dann wiedergefunden. Mufflons habe ich auch gesehen, zum ersten Mal in meinem Leben. Also zum ersten Mal hier. Ich wusste zwar schon immer, dass es die hier in einem sehr begrenzten Gebiet gibt, aber gesehen habe ich die nie. Bis heute.

Die schönste Begegnung war aber die mit dem Jungen im Rollstuhl, der mich freundlich gegrüßt hat und über meine Antwort sehr erfreut war. Sowas passiert einem als Radfahrer zum Glück auch immer mal wieder.

Heldentag

Also wenn sich dieses Gerücht wirklich bestätigt, wäre das sehr begrüßenswert. Einige Fahrer planen wohl am Sonntag einen Meter vorm dem Zielstrich vorzeitig die Tour de France zu beenden. Das wäre mal ein deutliches Zeichen, dass man es mit dem Kampf gegen das Doping ernst meint. Wer auch sich an dieser Aktion, sollte sie wirklich zustande kommen, beteiligt, für mich wären diese Fahrer die Helden der Tour 2007.
Die anderen Fahrer können sich ja gern in ihrer scheinheiligen Welt zu gewonnenen Trikots oder Platzierungen gratulieren lassen. Solange sie noch die Gelegenheit dazu haben.

Tour ohne Sieger

Laut aktuellen Meldungen steigt Rasmussen aus der Tour aus. Ändern tut das an der Tatsache, dass man ein dreckiges gelbes Trikot hat, aber überhaupt nichts. Vielleicht sollte man die Tour zwar zu Ende fahren, aber die Siegerehrung streichen. Denn eine Ehrung hat keiner der Fahrer verdient, die im Moment im Gesamtklassement vorn sind. Die Tour stirbt, hoffentlich entsteht aus den Trümmern ein neuer Radsport.

Königsetappe ohne Sieger

Nachdem sich die Tour de France am gestrigen Ruhetag endlich des Astana-Problems entledigen konnte, startete die heutige Königsetappe mit einiger Verzögerung. Einige Fahrer, die für einen glaubwürdigen Radsport eintreten wollen, blieben demonstrativ an der Startlinie stehen und ließen das gelbe Trikot und Konsorten allein starten. Um ein Zeichen zu setzen.

Die Etappe verlief dann bis zum letzten Anstieg relativ normal. Am Anstieg zum Col d’Aubisque holte die Gruppe des im Gesamtklassement führenden Quartetts unter anderem den bis dahin tapfer kämpfenden Carlos Sastre vom CSC-Team ein und flog dem Ziel entgegen. Kurz vor Etappenende geschah es dann. Hunderte Radsportfans blockierten die Straße und ließen weder Fahrer noch Begleitfahrzeuge durch. Man hatte einfach genug von diesem surrealen Schauspiel, man wollte so wie die Fahrer am Morgen ein Zeichen setzen. Man wollte nicht mehr den Fahrern zujubeln, deren Leistungen ohne medizinische Hilfsmittel nicht erklärbar ist. Denn die wahren Helden dieser Tour befanden sich weit abgeschlagen im Gruppetto. Fahrer denen man nach der Etappe deutlich ihre Qualen ansehen würde. Die Etappe wurde daraufhin annulliert, aber keiner dieser Fahrer beklagt sich, dass er die vielen Kilometer umsonst gefahren wäre.

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