Die zweite Alpenüberquerung des Jahres Zwanzigsechszehn führte das Bison und mich durch Südtirol. Viele Höhenmeter, viele verschiedene, leichte bis echt verzwickte Trails und vor allem traumhafte Aussichten auf die Dolomitengipfel standen auf dem Programm. Insgesamt gesehen war diese Transalp anstrengender, weil in der Summe steiler als die Transalp Gottardo der Vorwoche. Wettermäßig war es wieder optimal und auch die Mitstreiter waren allesamt sehr sympathisch und die ganze Tour war ein großer Spaß, trotz körperlicher Anstrengungen.

Die Daten

  • 1. Etappe: 43,35 km | 1.082 hm auf | 1.531 hm ab | 3:08:25 h Fahrzeit
  • 2. Etappe: 36,26 km | 1.523 hm auf | 1.839 hm ab | 3:38:58 h Fahrzeit
  • 3. Etappe: 42,83 km | 1.796 hm auf | 2.100 hm ab | 4:23:57 h Fahrzeit
  • 4. Etappe: 47,78 km | 1.343 hm auf | 2.206 hm ab | 4:05:44 h Fahrzeit
  • 5. Etappe: 23,97 km | 1.033 hm auf | 940 hm ab | 2:35:57 h Fahrzeit
  • 6. Etappe: 47,75 km | 1.284 hm auf | 2.574 hm ab | 3:41:30 h Fahrzeit

Gesamt: 241,9 km mit 8.061 hm auf und 11.190 hm ab

1. Etappe | Obernberg am Brenner – Freienfeld


Nachdem es in der Nacht heftig regnete, stoppte der Wasserfall aus den Wolken pünktlich zum Start unserer Tour. Auf noch feuchten Wegen ging es hinauf, zunächst zum idyllischen Obernberger See, dann auf den Pass. Dort musste das Rad angesichts des heftigen Anstieges hinauf getragen werden. Bei Sturm und sehr kühlen 5°C überquerten wir die Grenze nach Italien. Auf der folgenden Abfahrt stiegen die Temperaturen und die Laune schnell an und bei schönstem Sonnenschein erreichten wir unser Ziel.

2. Etappe | Freienfeld – Brixen


Die erste Hälfte des Tages ging es stetig bergauf, zuerst auf Straße, dann Kiesweg mit Kühen drauf, dann auf Trails mit Schiebepassagen. Oben angekommen gab es leckeres Mittagessen und eine schöne, aber sehr stürmische Aussicht vom Stoanamandl. Die zweite Tageshälfte ging es mehrheitlich bergab, auf feinen Trails, bis wir durch Wein- und Apfel-Plantagen fuhren und die schöne Stadt Brixen vor uns liegen sahen. Womit unser Ziel auch schon erreicht war. Wo ich die Zeit bis zum Abendessen aufgrund allgemeiner Erschöpfung im Bett verbrachte und deswegen die Stadtbesichtigung auf die Nacht verlegen musste.

3. Etappe | Brixen – St. Ulrich


Unsere Königsetappe begann mit der Auffahrt zur Bergbahn, die uns dann im Plose Skigebiet ausspuckte. Oben erwarteten uns feine Wege und Trails kombiniert mit wunderbaren Ausblicken auf die Dolomitengipfel. Auch den Rosengarten konnten wir erblicken. Von der Brogles Alm ging es nach kurzer Rast und anschließender Schiebepassage hinab zum Zielort.

4. Etappe | St. Ulrich – Tiers am Rosengarten


Nach kurzer Anfahrt brachte uns die Bahn auf gut 2.000 Meter Höhe. Auf der Seiser Alm umkurvten wir so gut wie möglich die vielen Wanderer und genossen die Ausblicke auf die umliegenden Gipfel. Insgesamt war die Seiser Alm aber eher enttäuschend, weil sehr touristisch und wenig ursprünglich. Da führte uns die Tour in der Woche durch deutlich schönere und spannendere Gebiete. Auch Kuhtreiberei mit Peitschenknallerei konnten diesen Eindruck nicht bessern. Irgendwie war nach der Königsetappe am Tag vorher bei uns auch die Kraft weg und so zog sich der Tag sehr lang hin. Ich habe vor allem steile An- und Abstiege in Erinnerung. Aber wir kämpften uns tapfer durch diese Etappe.

5. Etappe | Tiers am Rosengarten – Karersee


Die Carezza-Etappe lief deutlich besser als die am Vortag. Zunächst ging es lang bergauf aufs Messnerjoch zur Mittagsrast. Dann ging es weiter auf den relativ spaßigen, aber eben künstlich angelegten Carezza-Trail. Kann man mal machen, war schon eine nette Abwechslung. Dann ging es mit der Bahn wieder hoch und oben auf der Höhe zum Hotel am Karersee, wo sich ein beeindruckender Ausblick auf den Latemar bot. Dort saß ich dann auf dem Balkon, schaute hinüber auf die Berge und war mir sicher, dass „Transalp Latemar“ durchaus ein würdiger Name für diese Tour sei.

6. Etappe | Karersee – Tramin


Vor dem Frühstück durften die Frühaufsteher den leuchtenden Latemar bewundern. Danach ging es hinüber an den Karersee, dem es ein wenig an Wasser mangelte. Danach folgte das Grande Finale mit zum größten Teil gut zu fahrenden Ansteigen und teils heftigen Abfahrten. Auch wenn zwischendrin der Himmel seine Schleusen öffnete und das Fahren auf den Wurzeln im Wald aufregender machte, hatten wir insgesamt doch sehr viel Glück mit dem Wetter. Am letzten Anstieg hatte es noch einmal so steile Rampen, dass das Bison hochgeschoben werden wollte. Auch bergab musste ich es mehrfach schieben, weil mir einfach die Kraft und Technik für die verzwickte, aber sehr großartige Abfahrt fehlten. Plötzlich spuckte uns der Trail inmitten einer italienischen Stadt aus und auf Radwegen ging es dann letzte, kurze Stück hinüber zum Ziel unserer Tour weiter. Um am Pool auf unsere Leistung anzustoßen und die letzte Tage Revue passieren zu lassen.