Herr B. und sein Leben

Der Ausblick am Gantrisch mit Blumen verziert.

Die Gantrisch Königsroute (Extended Version).

Im Gantrisch-Gebiet gibt es eine offiziell ausgewiesene Königsroute (Weitere Infos). Einen Teil davon bin ich im April schon gefahren, allerdings in die falsche Richtung. So wurde aus dem flowigen Trail damals ein elendiger Anstieg. Deswegen war der Plan, diesen Trail irgendwann auch in die richtige Richtung zufahren.

Da das Gantrisch-Gebiet von hier aus in Sichtweite liegt, habe ich die Königsroute erweitert und bin an der Haustür gestartet. Zwar wusste ich, dass die 2’000 Höhenmeter und 80 Kilometer hart werden würden. Aber dass ich fünfeinhalb Stunden durchtreten musste, um noch vor Sonnenuntergang daheim anzukommen, war so nicht geplant. Bei der ersten Rast auf dem Ulmizer war aber die Welt noch in Ordnung.

Blick vom Ulmiz mit den Gantrisch-Bergen am Horizont.

Blick vom Ulmiz mit den Gantrisch-Bergen am Horizont.

Unterwegs traf ich in Riggisberg einen alten Bekannten. Wobei das Eselchen bei der letzten Begegnung noch längere Haare hatte. Aber an seiner Glocke war er gut zu erkennen.

Das Eselchen bei Riggisberg.

Das Eselchen bei Riggisberg.

Nach gefühlt endloser Kletterei hatte ich irgendwann die maximale Höhe von gut 1’600 Metern erreicht und war mittendrin in der Bergwelt. Der Anstieg verlief nur durch Wald, so war es durchaus befriedigend, irgendwann den Wald zu verlassen und endlich die Aussicht auf die Berge genießen zu können.

Der Ausblick am Gantrisch mit Blumen verziert.

Der Ausblick am Gantrisch mit Blumen verziert.

Das Bison wartet auf den Start am Trail.

Das Bison wartet auf den Start am Trail.

Der Trail Richtung zur Unteri Hällstett war dann viel zu schnell vorbei. Gefühlt zumindest. Wobei das aber auch etwas Gutes hatte, denn die Zeit drängte, die Sonne würde bald verschwinden und der Heimweg war noch lang.

Panorama Unteri Hällstett

Panorama Unteri Hällstett

Nur wurde der Heimweg schwieriger als gedacht. Ein kleiner Sturz führte dazu, dass ich nicht mehr alle Gänge schalten konnte. Für eine Reparatur war aber keine Zeit. Zudem waren die Trinkvorräte aufgebraucht. So quetschte ich auf den 35 Kilometern nach Hause meinen Körper aus, tankte Wasser am Brunnen und kam ohne Kraft, aber mit den letzten Sonnenstrahlen daheim an. Beim nächsten Mal fahr ich wohl besser ein bitzli früher los. Und schmeiss das Bison besser nicht mehr um.

Berner Altstadt von oben.

Bern von oben

Heute vor einer Woche konnte ich die schöne Bern-Stadt aus einer neuen Perspektive entdecken. Von oben, besser gesagt vom Münsterturm aus. Bei bestem Wetter boten sich von dort sehr schöne Ausblicke auf die Bern und Umgebung. Überhaupt war es ein wunderbarer Stadtspaziergang, wie man auf den Fotos hoffentlich sehen kann. Sogar Bären und Bernhardiner konnte… » Galerie anschauen

Der Rengglipass (1879m).

Die Bezwingung des Rengglipasses.


Gestern war Premiere, das Bison und ich haben allein unseren ersten Pass in der neuen Heimat bezwungen. Und das war sehr schön, aber auch sehr anstrengend. Denn den Rengglipass (1879 Meter hoch, das ist Einsteins Geburtsjahr) kann man nicht komplett fahren. Nach dem Anstieg hinauf nach Aeschiried, der Fahrt durch das wunderbar idyllische Suldtal und dem Anstieg bis zur Mittelberg-Alm war Bisontragen angesagt. 300 Höhenmeter mussten mit Bike auf dem Rücken bewältigt werden. In der Tourbeschreibung wurde dies als happige Tragepassage bezeichnet. Nicht erwähnt wurde, welch nahezu unmenschliche Kraft aufgewendet werden muss, um kniehohe Stufen mit Bison und Rucksack auf dem Rücken zu erklimmen. Selten habe ich mich so schwach gefühlt. Vielleicht liegt es aber auch nur am Fitnesszustand meinerseits. Dafür gab es oben einen wunderbaren Ausblick. Und herrliche Ruhe, denn außer mir war so spät niemand oben am Pass. Die Abfahrt hinab nach Interlaken verlief meist auf einem Trail, teilweise sehr fordernd und von mir nur schiebend zu bewältigen, teilweise aber auch sehr fein zu fahren. Gegen halb sieben war ich dann in Interlaken, von wo es mit dem Zug zunächst nach Thun, dem Start der Tour, und dann weiter nach Hause ging. Ein sehr schöner Ausflug, trotz der happigen Tragepassage.

Fast noch besser als die Strava-Relive-Videos. Meine gestrige Tour im Überblick. ?#Rengglipass #relive

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PS: Ich habe es endlich geschafft, die Erinnerungen der letzten Wochen in Artikel zu packen. Siehe die drei vorherigen Artikel. Plus den Konzertbericht von The Builders and The Butchers in München drüben bei der Mainstage.

An der Bergstation Niesen.

Pfingstausflug auf den Niesen

Bei kühlem und wechselhaften Wetter machten wir am Pfingstsonntag einen Ausflug auf den Niesen. Im Regen stiegen wir von der Mittelstation hinauf. Zum Glück riss die Bewölkung danach auf und beim Abstieg konnten wir schöne Ausblicke Richtung Thun und hinab ins Kandertal genießen. Um nach einer langen Wanderung wieder im Regen am Fuß des Niesen… » Galerie anschauen

Das Jabba unterwegs.

Acht Jahre Jabba


Acht Jahre alt ist das Jabba nun schon. Für ein Bike ein fortgeschrittenes Alter. Deswegen befindet es sich im Vorruhestand in der Thüringer Heimat. Und ein paar Tage nach seinem Geburtstag hatte ich die Gelegenheit, es aus dem Vorruhestand zu holen und zusammen eine Tour zu den so oft von uns besuchten Orten zu unternehmen. Zuerst haben wir natürlich die Wuschelkühe gesucht und gefunden. Leider relativ weit weg, die hielten sich lieber in der Nähe vom Bach auf. Über den Hornissenberg und durch die Suppiche endete die Tour bei sommerliche Hitze auf dem Helenenstein, mit einem der besten Ausblicke auf die alte Heimat.

Nach 10 Jahren zurück auf dem Immergut.

Ist echt schön hier in Neustrelitz, kannste nüscht sagen.

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Nach 10 Jahren war ich wieder im beschaulicher Neustrelitz. Zum Immergut-Festival, welches zu seinem 18. Geburtstag ein paar von mir heiß geliebte Bands eingeladen hatte. Deswegen nahm ich den mittlerweile recht weiten Weg bis ins Wolfsland Brandenburg auf mich.

Die Älteren werden sich vielleicht erinnern, vor 10 Jahren hatte ich eine Immergut-Top Ten-Liste erstellt. Die Nummer Eins damals ist die Gleiche wie 2017, nämlich die Shout Out Louds. Heiliger Bimbam, war das Konzert. Das Gefühl, wenn alle hüpfen und plötzlich der Boden unter den Füßen verschwunden ist, werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Es ist nämlich so, dass die Shout Out Louds im Zelt spielten. Und das Publikum wahnsinnig euphorisch jedes Lied abfeierte. Und dabei so heftig sprang, dass der Zeltboden auf und ab schwang. Aber nicht nur ein bitzli, sondern sicher einen halben Meter. Und wenn man nicht mitsprang oder versuchte, da die Masse mal wieder neben dem Takt sprang, gegen den Rhythmus der Meute zu hüpfen, war der Boden weg. Man hatte einfach nichts mehr unter den Füßen, während der Oberkörper zwischen den Mitmenschen klemmte. Lustig. Und dazu die weltbeste Sommermusik. Meiner Meinung nach machen die Shout Out Louds schon immer den besten Soundtrack für den Sommer. Schade dass das neue Album erst im September veröffentlicht wird. Denn die gespielten neuen Songs waren schon sehr vielversprechend.

Platz Zwei in meiner Liste hat meine Herzensband, die Broken Social Scene, erreicht. Leider war ihr Auftritt durch technische Probleme und ein paar unpassende Aktion im Publikum (Junggesellinenabschied, Pogo von betrunkenen Burschen) getrübt. Aber die Band spielte neue und vor allem viele ältere Lieder. Und es ist fein zu spüren, wie lebendig auch Songs, die schon lange auf der Welt sind, sich live anfühlen.

Platz Drei belegen Die Sterne. Sie spielten direkt vor den Shout Out Louds und machten fast genauso viel Spaß. Ich kann mich kaum an eine Zeit erinnern, als es die Band noch nicht gab. Aber trotz ihrer hundert Jahre langen Geschichte, erfinden sie sich immer wieder neu und machen auch live richtig viel Freude. Mein lieber Herr Gesangsverein.

Auf Platz Vier steht eine junge Frau mit großer Stimme und großer Gitarre, die mir bisher völlig unbekannt war. Es war ein wunderschönes Bild, die Julien Baker auf der Bühne im Birkenhain, mitten im Grünen, das Publikum sitzt vor der Bühne und lauscht gespannt. Und diese Frau singt mit viel Hingabe so düstere und traurige Lieder, dass man sie am liebsten sofort trösten möchte.

Das war es dann aber auch schon. Der Rest war entweder wenig beeindruckend bis unbedeutend oder ich habe die Auftritte verpasst. Denn den Samstag habe ich, nachdem ich mich beim Joggen um den See verlaufen hatte, hauptsächlich im Wald verbracht. Inmitten Unmengen an Mückenschwärmen. Und ich bin dort einem Wolf begegnet. Und das war wirklich beeindruckend.

© 2017 Herr B. und sein Leben

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