Herr B. und sein Leben

Ausblick am Niderhorn.

Panoramatour im Simmental

Gestern zog am Morgen eine Kaltfront durch, aber das Wetter beruhigte sich danach und so entschied ich mich spontan für eine Tour im Oberland. Genauer gesagt eine Panoramatour durch das Simmental, von Wimmis entlang der Simme bis Boltigen, dann hinauf auf zum Niderhorn auf etwas über 2’000 Meter Höhe und wieder hinab zur Simme. Eine schöne Tour mit vielen Kühen und wunderbaren Ausblicken. Nur der Wind war heftig und wurde in der Höhe sehr unangenehm. Es kostete mehr Kraft gegen den Wind zu kämpfen, als gegen den Anstieg. Die gefühlte Temperatur lag irgendwo um -10°C. Und selbst bergab zerrte der Wind so sehr am Lenker, dass ein sauberes Fahren nicht möglich war. Aber er hatte auch seine guten Seiten, denn ersten trieb der Wind wunderschöne Wolkenformationen über den Himmel und machte so die Ausblicke noch interessanter. Und bis auf ein paar wenige Regentropfen blies er den Regen weg von mir. Obwohl ringsum Regenschauer, Regenbogen, Blitz und Donner in der Luft hingen. Und unten im Tal war es wieder warm und sonnig.

Bison macht Pause im Unterengadin

Bikewoche im Unterengadin

Dieses Jahr nutzte ich meine Ferien mal nicht für eine Alpenüberquerung, sondern um die schöne Schweiz besser kennenzulernen. Deswegen verweilten das Bison und ich in der letzten Woche im schönen Unterengadin. Zur Bikewoche, wieder mit Markus von Viva Trail, weil das feine Touren mit besten Trails garantiert. Ausgangsort war Ftan, oberhalb von Scuol. Fünf feine, abwechslungsreiche Touren nahmen wir von Montag bis Freitag erfolgreich in Angriff.

Montag – Zur Murtera Dadoura

Eine Bank mit Ausblick auf Ardez.

Eine Bank mit Ausblick auf Ardez.

Die letzten Tage hielt der Herbst Einzug und brachte Schnee ins Unterengadin. Aber zum Start unserer Tour erwärmten die Sonnenstrahlen bereits die kalte Luft.

Anstrengender Anstieg mit Aussicht.

Anstrengender Anstieg mit Aussicht.

Nach ein paar Kilometern auf gleicher Höhe ging es ab Ardez hinauf. Einige steile Rampen mussten überwunden werden, bis die Murtera Dadoura erreicht war.

Murtera Dadoura auf 2'142 Meter Höhe.

Murtera Dadoura auf 2’142 Meter Höhe.

Die Aussicht auf die Berge mit ihren gezuckerten Gipfeln ringsum war all die Mühe wert.

Ausblick von der Murtera Dadoura.

Ausblick von der Murtera Dadoura.

Hinab ging es über Weide- und Wald-Trails höchster Qualität.

Slalomparcour um die Kuhfladen.

Slalomparcour um die Kuhfladen.

Es hatte aber auch Abschnitte ohne Kuhfladen. Sehr viele sogar. Zum Abschluss gab es noch den Trail von Ftan hinab nach Scuol, der in den nächsten Tagen zum Standardprogramm wurde.

Dienstag – Motta Naluns-Sent-Scuol

Ftan versteckt im Nebel.

Ftan versteckt im Nebel.

Der zweite Tag begann mit viel Nebel und ein paar Regentropfen. Aber da es eh zunächst hinauf nach Motta Naluns ging, war das nicht weiter schlimm.

Aussicht in der Wolkenlücke.

Aussicht in der Wolkenlücke.

Trail durch die nasse Bergwelt.

Trail durch die nasse Bergwelt.

In der Höhe war es allerdings auch noch sehr nass und so ging es über nicht ganz einfach Wege inklusive Hängebrücke Richtung Osten und dann hinab nach Sent. Nach der Mittagspause und einer weiteren Abfahrt erreichten wir unten im Tal den Inn und plötzlich war sie da, die Sonne.

Sonne und schöne Natur am Inn.

Sonne und schöne Natur am Inn.

Und die Sonne blieb dann auch für den Rest des Tages.

Mittwoch – In das Val Plavna

Kurz vor der Alp Laisch (1'805 m Höhe).

Kurz vor der Alp Laisch (1’805 m Höhe).

Diesmal ging es auf der südliche Talseite in die Höhe, auf einem kräftezerrenden Anstieg zunächst zur Alp Laisch. Ein zufällig vorbeikommender Biker empfahl uns dann, unbedingt noch weiter das Tal hinauf zu fahren.

Ein Bach aus Steinen.

Ein Bach aus Steinen.

Biker in der Geröllhalde.

Biker in der Geröllhalde.

Dieser Ausflug war sehr beeindruckend, denn die Natur hat eine imposante Geröllhalde geschaffen. Eine sehr spezielle und sehr eindrückliche Landschaft bot sich uns dar.

Gruppenbild vor dem Schloss Tarasp.

Gruppenbild vor dem Schloss Tarasp.

Hinab ging es auf schnellen Trails, bis wieder das Schloss Tarasp vor uns lag.

Schloss Tarasp mit Ftan im Hintergrund.

Schloss Tarasp mit Ftan im Hintergrund.

Schloss Tarasp von der anderen Seite und Regen am rechten Bildrand.

Schloss Tarasp von der anderen Seite und Regen am rechten Bildrand.

Über Scuol ging es wieder hinauf nach Ftan, entweder mit der Bahn oder mit dem Bike.

Donnerstag – In das Val Sinestra

Die Kirche in Scuol.

Die Kirche in Scuol.

Hinab nach Scuol und weiter nach Sent führte zunächst unser Weg. Und von da an immer bergauf ins idyllische Val Sinestra.

Im Val Sinestra.

Im Val Sinestra.

Sehr idyllisch war auch der Ort unserer Mittagsrast, ein Hof names Zuort. Zum Dessert gab es noch ein paar Trails, bis es am Inn entlang wieder nach Scuol und hinauf nach Ftan ging.

Freitag – Alp Clünas-Alp Laret

Sammelpunkt im morgendlichen Anstieg.

Sammelpunkt im morgendlichen Anstieg.

Zum Abschluss der Woche ging es hinauf ins Hochalpine. Und das bei bestem Wetter.

Wegweiser in der Morgensonne.

Wegweiser in der Morgensonne.

Auf knapp über 2’500 Meter Höhe kletterten wir und trafen dazu auf der Alp Clünas hochalpine Rinder.

Rinder, Wanderer und Biker an der Alp Clünas.

Rinder, Wanderer und Biker an der Alp Clünas.

Bison auf fast 2'500 Meter Höhe.

Bison auf fast 2’500 Meter Höhe.

Nach den weltgrössten Portionen leckersten Kaiserschmarrn auf der Alp Laret gab es mindestens ebenso leckere Trails. Ein wahrer Hochgenuss.

Zwischen Alp Laret und Alp Valmala.

Zwischen Alp Laret und Alp Valmala.

Der leckere Trail.

Der leckere Trail.

Richtig flowig und extrem spassig wurde dann die Abfahrt von der Alp Valmala.

An der Alp Valmala (1'979 Meter Höhe).

An der Alp Valmala (1’979 Meter Höhe).

Voll mit Glückshormonen und einem fetten Grinsen im Gesicht ging es dann auf den Weg zurück nach Ftan.

Mein persönliches Highlight war die Tour am Freitag. Die Mischung aus der besonderen Natur und Stimmung im Hochalpinen und den grandiosen Trails war Weltklasse. Dazu kam noch bestes Wetter. Aber auch die anderen Touren waren ausnahmslos großartig. Und auch wenn es nasse und nebelverhangene Stunden hatte, war das Wetter zum größten Teil auf unserer Seite. Immerhin musste wir keinen einzigen Meter im Schnee fahren. Und das hätte am Sonntag wohl noch niemand geglaubt.

Einen Dank möchte ich an dieser Stelle noch an das Bison aussprechen, weil es das beste Bike der Welt ist. Und mich nie im Stich gelassen hat. Und überhaupt all die Herausforderungen auf den technischen Trails viel besser meistert als ich.

Neugierige Kuh nähert sich.

Von Sammelplatz zum Ruhesitz

Gestern war ich in Appenzell, einer Gegend, wo die Orte zum Teil sehr obskure Namen haben. Rund um den Hohen Kasten waren wir unterwegs. Gestartet sind wir im Ort Sammelplatz. Dann den Montlinger Schwamm und andere Schwämme durchquert. Den Kamor bestiegen. Pausiert haben wir in Ruhesitz und danach nach Brülisau gefahren. Zwischendrin sind wir vielen Kühen begegnet. Die meisten waren recht neugierig und eine hat die Bikes genauer inspiziert und dabei vollgesabbert. Beim Bison genau auf den Griff, der beste Platz für Kuhsabber. Nicht. Aber insgesamt war es trotz nassen Wegen, vielen Wolken und kühlen Temperaturen eine sehr feine Tour mit einigen feinen Trails. Ist auch eine schöne Gegend, das Appenzeller Land, für Kühe und Biker.

Das Bison auf dem Niederhorn.

Wie das Niederhorn erklommen wurde.

Im März war ich bereits einmal auf dem Niederhorn (1’950 Meter), damals mit Schneeschuhen. Weil das so eindrücklich war, musste der Gipfel eben auch mit dem Bison-Bike bezwungen werden. So machte ich mich gestern auf den Weg.

Am See in Thun.

Am See in Thun.

Rast in Heiligenschwendi.

Rast in Heiligenschwendi.

Gestartet wurde in Thun bei bestem Wetter. Nach wenigen Metern am See entlang ging es streng bergauf. Bei drückender Hitze. In Heiligenschwendi konnte man zum ersten Mal das Niederhorn sehen. Auf dem Foto oben sieht man die Antenne auf dem Gipfel als kleinen Strich.

Erste kleine Abfahrt.

Erste kleine Abfahrt.

Im Justistal unterhalb des Niederhorns.

Im Justistal unterhalb des Niederhorns.

Es folgte eine kleine erholsame Abfahrt, bevor die Kletterei weiter ging. Und wie. Irgendwann waren die Beine komplett leer. Als ich endlich oben war, hatte es sich leider zugezogen und der Wind frischte auf. Ich spürte aber vor allem die mehr als 1’800 Höhenmeter, die ich irgendwie aus meinem Körper gequetscht hatte.

Blick hinab ins Justistal.

Blick hinab ins Justistal.

Das Bison auf dem Niederhorn.

Das Bison auf dem Niederhorn.

Blick auf den Brienzersee.

Blick auf den Brienzersee.

Die Abfahrt machte die Ermattung nicht unbedingt einfacher. Im Gegenteil. Wobei der Pfad hinab eh meist nicht fahrbar war. Dafür ging es quer durch fast unberührte Natur und manchmal gaben die Wolken auch Ausblicke auf die Viertausender im Süden frei.

Kurze Verschnaufpause auf der Abfahrt.

Kurze Verschnaufpause auf der Abfahrt.

Viertausender zwischen den Wolken.

Viertausender zwischen den Wolken.

Sonne über Interlaken.

Sonne über Interlaken.

Neugierige Esel am Wegrand.

Neugierige Esel am Wegrand.

An der Stelle, wo die neugierige Esel nach Aufmerksamkeit verlangten, stand ich bereits vor drei Jahren beim Alpencrössli. Damals sind wir den angeblich gesperrten Weg hinab gefahren. Leider ist mir das erst später wieder eingefallen, als ich schon auf dem Umweg über die Strasse war. Wahrscheinlich wollten mir die Esel das mitteilen.

Faulenzende Kühe genießen die Aussicht.

Kühe und Regenbögen am Niesen

Idyllische Aussicht im Lauterbrunnental

Idyllische Aussicht im Lauterbrunnental

Letztes Wochenende gab es wieder einen Familienausflug auf den Niesen. Diesmal mit meinem Bruder und seiner Freundin und bei deutlich besserem Wetter als noch zu Pfingsten. Zunächst besichtigten wir die Trümmelbachfälle im Lauterbrunnental.

Auf dem Niesen hatten wir dann eine wunderbare Aussicht in alle Richtungen. Einfach phänomenal. Und auch wenn es sich dann ein wenig bewölkte und wohl in der näheren Umgebung regnete, bewältigten wir den nicht ganz einfachen Abstieg trockenen Fußes. Immerhin zauberte das Wetter so ein paar Regenbögen in die Luft, zusätzlich zu den schönen Ausblicken auf die umliegenden Berge.

Der Ausblick am Gantrisch mit Blumen verziert.

Die Gantrisch Königsroute (Extended Version).

Im Gantrisch-Gebiet gibt es eine offiziell ausgewiesene Königsroute (Weitere Infos). Einen Teil davon bin ich im April schon gefahren, allerdings in die falsche Richtung. So wurde aus dem flowigen Trail damals ein elendiger Anstieg. Deswegen war der Plan, diesen Trail irgendwann auch in die richtige Richtung zufahren.

Da das Gantrisch-Gebiet von hier aus in Sichtweite liegt, habe ich die Königsroute erweitert und bin an der Haustür gestartet. Zwar wusste ich, dass die 2’000 Höhenmeter und 80 Kilometer hart werden würden. Aber dass ich fünfeinhalb Stunden durchtreten musste, um noch vor Sonnenuntergang daheim anzukommen, war so nicht geplant. Bei der ersten Rast auf dem Ulmizer war aber die Welt noch in Ordnung.

Blick vom Ulmiz mit den Gantrisch-Bergen am Horizont.

Blick vom Ulmiz mit den Gantrisch-Bergen am Horizont.

Unterwegs traf ich in Riggisberg einen alten Bekannten. Wobei das Eselchen bei der letzten Begegnung noch längere Haare hatte. Aber an seiner Glocke war er gut zu erkennen.

Das Eselchen bei Riggisberg.

Das Eselchen bei Riggisberg.

Nach gefühlt endloser Kletterei hatte ich irgendwann die maximale Höhe von gut 1’600 Metern erreicht und war mittendrin in der Bergwelt. Der Anstieg verlief nur durch Wald, so war es durchaus befriedigend, irgendwann den Wald zu verlassen und endlich die Aussicht auf die Berge genießen zu können.

Der Ausblick am Gantrisch mit Blumen verziert.

Der Ausblick am Gantrisch mit Blumen verziert.

Das Bison wartet auf den Start am Trail.

Das Bison wartet auf den Start am Trail.

Der Trail Richtung zur Unteri Hällstett war dann viel zu schnell vorbei. Gefühlt zumindest. Wobei das aber auch etwas Gutes hatte, denn die Zeit drängte, die Sonne würde bald verschwinden und der Heimweg war noch lang.

Panorama Unteri Hällstett

Panorama Unteri Hällstett

Nur wurde der Heimweg schwieriger als gedacht. Ein kleiner Sturz führte dazu, dass ich nicht mehr alle Gänge schalten konnte. Für eine Reparatur war aber keine Zeit. Zudem waren die Trinkvorräte aufgebraucht. So quetschte ich auf den 35 Kilometern nach Hause meinen Körper aus, tankte Wasser am Brunnen und kam ohne Kraft, aber mit den letzten Sonnenstrahlen daheim an. Beim nächsten Mal fahr ich wohl besser ein bitzli früher los. Und schmeiss das Bison besser nicht mehr um.

© 2017 Herr B. und sein Leben

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